In eine XXL-Leinwand verwandelt sich jeden Sommer die Schlossfassade. Die Vorbereitungen für die Schlosslichtspiele 2020 laufen bereits.
In eine XXL-Leinwand verwandelt sich jeden Sommer die Schlossfassade. Die Vorbereitungen für die Schlosslichtspiele 2020 laufen bereits. | Foto: Sandbiller/Archiv

Noch mehr Musik

Karlsruhe setzt auf Erlebnisse: Weibel und Wacker planen die Lichtspiele 2020

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Aktuell lockt die Eiszeit ans Schloss. Nächsten Sommer verwandelt sich dieses wieder in eine XXL-Leinwand. Und die Vorbereitungen für die Schlosslichtspiele laufen bereits. Mit am Tisch sitzt ZKM-Chef Peter Weibel, dessen berufliche Zukunft sich möglicherweise noch in dieser Woche entscheidet.

„Wir hatten in Sachen Schlosslichtspiele 2020 bereits eine tolle Auftaktsitzung in vertrauter, sehr guter Atmosphäre“, berichtet Martin Wacker. Der Chef der städtischen Marketing und Event GmbH (KME) zeichnet sowohl für die allabendlichen Projektionen als auch für die Eiszeit und viele weitere Veranstaltungen verantwortlich.

Emotionalste Spielzeit bisher

Weibel ist Kurator der Schlosslichtspiele. „Wir haben zusammen in fast jugendlicher Begeisterung wunderbar Ideen für das nächste Jahr gesponnen“, berichtet Wacker. Die diesjährige Spielzeit sei die wohl emotionalste gewesen, bilanziert Wacker, „das sah man an den Reaktionen der Zuschauer“. Dass Weibel sowohl Popmusik als auch Klassik in die Werke einbaute, habe sicher zu der Begeisterung beigetragen. Ein Weg, den man 2020 womöglich weiter geht. „Karlsruhe könnte sich als Musikstadt präsentieren“, sagt Wacker. Mehr Details verrät er noch nicht.

Noch bis 2. Februar können Schlittschuhfahrer ihre Runden auf der Eiszeit drehen. Die Fläche ist die größte ihrer Art in Süddeutschland.
Noch bis 2. Februar können Schlittschuhfahrer ihre Runden auf der Eiszeit drehen. Die Fläche ist die größte ihrer Art in Süddeutschland. | Foto: jodo

Für Menschen aus der ganzen Region

Wichtig ist Wacker die enge Anbindung der Schlosslichtspiele an die City. 2019 erfolgte dies über den „Sommer der Liebe“, den Karlsruhe 50 Jahre nach Woodstock zelebrierte. Auf der Schlossfassade erschien Jimmy Hendrix. Und mehr als 30 Händler sowie die BNN in der Lammstraße lebten beispielsweise mit großen Woodstock-Fotos in den Schaufenstern das Festival-Gefühl. Bei einer Befragungen gaben 50 Prozent der Zuschauer an, dass sie die Lichtspiele mit einem Einkauf oder dem Besuch eines Lokals verbanden. Wacker wünscht sich eine Stadt, die lebendig ist. Er setzt auf Erlebnisse. „Es geht nicht um Events.“ Gerade jetzt im Advent sei deutlich, dass die Weihnachtsstadt Karlsruhe Menschen aus der ganzen Region, der Schweiz und aus Frankreich lockt. „Dass man Schlittschuhlaufen kann, dass es nach Glühwein riecht – das gibt es online nicht.“

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Nachhaltigkeit ein großes Thema

Wacker sagt: „Es geht uns nicht darum, immer schneller, immer lauter zu werden.“ Man schaue den Bestand an und versuche, besser zu werden. Nachhaltigkeit etwa sei beim Fest schon seit Jahren ein großes Thema. Dass das Open-Air nun zudem eine Klima-Akademie präsentiert, sei eine schöne Fortentwicklung. Auch der Test mit dem kostenlosen ÖPNV an den Adventssamstagen passe dazu.

Groß denken und authentisch bleiben

Dass die Eiszeit am Schloss die größte Süddeutschlands ist, versteht Wacker durchaus als Botschaft. Es handle sich um ein Alleinstellungsmerkmal. „Wir denken groß, aber wir wollen authentisch bleiben. Die Sachen müssen zu uns und zusammen passen.“ Die Gelben XXL-Lampen in der City fügen sich für Wacker in diese Idee ein. Sie sind Hingucker, als Fotomotiv beliebt und mit renommierten Designpreisen ausgezeichnet.

Der europäische Gedanke wurde beim Verfassungsfest im Mai hochgehalten.
Der europäische Gedanke wurde beim Verfassungsfest im Mai hochgehalten. | Foto: jodo/Archiv

Beim Stadtfest rückte der Kronenplatz mehr in den Fokus. Wacker will die Plätze bespielen, „aber nicht im Hau-Ruck-Verfahren irgendein Fest draufhauen“. Pünktlich zum Stadtfest im Herbst 2020 könnte der Marktplatz fertig sein. „Wir werden ihn sicher nicht mit Buden zubauen“, versichert der KME-Chef. Er möchte ihn dennoch nutzen und „stilvoll der Bevölkerung übergeben“.

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Neben der Eiszeit, die bis 2. Februar läuft, steht am 31. Januar das Indoor Meeting in der Messe im Kalender des Wacker-Teams. Die Karten sind fast weg. Auch für das Fest sind die Tickets für Samstag ausverkauft, obwohl noch geheim ist, wer auf der Hauptbühne steht. „Die Leute haben großes Vertrauen in uns. Sie kaufen die Atmosphäre, das Gesamterlebnis“, ist Wacker sicher. Fest der Sinne im April, India Summer Days im Juli, Lichterfest im August, Tag des offenen Denkmals im September, Tag der Baustelle im Herbst: Viele Veranstaltungen organisiert Wacker 2020. 2019 war das Verfassungsfest im Mai dazugekommen.

Alle zwei Jahre ein großer Zusatzpunkt

Karlsruhe, nicht etwa Berlin war da Gastgeber der offiziellen Feier zu 70 Jahren Grundgesetz. Alle großen Sender schalteten live zum Schloss. „Wie schon beim Stadtgeburtstag 2015 und den Heimattagen 2017 trug die Stadtgesellschaft diese Veranstaltung“, bilanziert Wacker. Der Rhythmus, dass alle zwei Jahre ein großer Zusatzpunkt ansteht, bleibt erst mal bestehen: 2021 tagt der Weltkirchenrat in Karlsruhe. Auch dafür läuft bereits die Planung.