Drei oder vier unbekannte Männer haben am Dienstagmorgen einen Molotowcocktail auf die B36 in Karlsruhe geworfen. (Symbolbild)
Drei oder vier unbekannte Männer haben am Dienstagmorgen einen Molotowcocktail auf die B36 in Karlsruhe geworfen. (Symbolbild) | Foto: Panagiotou/dpa

Flaschen entzünden sich

Karlsruhe: Unbekannte werfen Molotowcocktail auf B36

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Drei oder vier unbekannte Männer haben am Dienstagmorgen gegen 5.30 Uhr im Karlsruher Stadtteil Grünwinkel mehrere Molotowcocktails auf den Radweg an der Durmersheimer Straße, die Brücke über die Bundesstraße und die stadtauswärtige Fahrbahn der B36 geworfen. Das berichtete eine Zeugin nach Angaben des Polizeipräsidiums Karlsruhe.

Einige der fünf geworfenen Molotowcocktails entzündeten sich auch, verletzt wurde jedoch niemand. Die Flasche, die auf die Bundesstraße geworfen wurde, traf kein vorbeifahrendes Fahrzeug, wie die Beamten weiter mitteilten. Bis zum Eintreffen der alarmierten Feuerwehr und der Polizei waren die Flammen erloschen.

„Molotowcocktails werden jetzt nicht so oft auf Straßen geworfen“, sagte Frank Otruba vom Karlsruher Polizeipräsidium. Das sei schon ein ungewöhnlicher Vorfall. „Man möchte sich gar nicht ausmalen, was passiert wäre, wenn der Molotowcocktail die Windschutzscheibe eines Fahrzeugs getroffen hätte.“ Die Abteilung Staatsschutz der Kriminalpolizei ermittelt nach Angaben von Otruba nicht in dem Fall, da es keine Hinweise auf eine politische motivierte Tat gebe.

Nach Molotowcocktail-Würfen: Polizei sucht Zeugen

Die Fahrbahn der B36 musste durch Mitarbeiter der Stadt Karlsruhe gereinigt und von Scherben befreit werden. Ein Sachschaden an der Brücke entstand nicht.

Bei den Tätern handelte es sich nach Angaben der Beamten um drei oder vier Männer, circa 18 bis 20 Jahre alt. Sie sprachen akzentfrei deutsch. Das Polizeirevier Karlsruhe-West bittet unter der Telefonnummer 0721/939-4611 um Zeugenhinweise.

In Karlsruhe hatte es in den vergangenen Wochen einige Fälle von Vandalismus gegeben, unter anderem in den Tunnelröhren und dem Wildpark. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft und der Polizei der Fächerstadt konnte eine Gruppe Kinder und Jugendlicher im Alter von 13 bis 17 Jahren als mutmaßliche Täter ermittelt werden.

Hintergrund
Unter einem Molotowcocktail wird allgemein eine etwa mit Benzin gefüllte Flasche verstanden, die ähnlich wie eine Handgranate verwendet werden kann. Entwickelt wurde der Brandsatz als primitive Antipanzerwaffe, er ist benannt nach dem ehemaligen sowjetischen Außenminister Wjatscheslaw Michailowitsch Molotow.