Hinter den Kulissen: Die Teilnehmer des Azubi-Infotags der Karlsruher Bäder schauen sich ihren potenziellen Arbeitsplatz im Europabad an, der sich weit über die Schwimmbecken hinaus erstreckt.
Hinter den Kulissen: Die Teilnehmer des Azubi-Infotags der Karlsruher Bäder schauen sich ihren potenziellen Arbeitsplatz im Europabad an, der sich weit über die Schwimmbecken hinaus erstreckt. | Foto: Donecker

Infotag für Azubis

Karlsruher Bäderbetriebe zeigen jungen Menschen ihre beruflichen Möglichkeiten am Schwimmbecken

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Von der Rutsche in die Sauna von Excalibur, vom Hallen- bis zum Freibad in unterschiedlichen Stadtteilen: Videoaufnahmen haben die rund elf Teilnehmer des Azubi-Infotags der Karlsruher Bäder am Samstag hinter die Kulissen des Betriebs geführt. Im Anschluss daran erlebten die Jugendlichen und Erwachsenen im Europabad, was tatsächlich hinter der Arbeit am Schwimmbecken steckt.

„Ihr seid wie ein Schweizer Taschenmesser“, sagt Raphael Becker von der Event und Marketing-Abteilung der Karlsruher Bäder, während er junge Menschen für die dreijährige Ausbildung zum Fachangestellten für Bäderbetriebe zu begeistern versucht.

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Zwölf Azubis in drei Jahren

Zwölf Personen haben ihren Abschluss dort in den vergangenen drei Jahren gemacht, so Becker. „Wir würden aber auch noch mehr einstellen.“ Viele ältere Mitarbeiter würden in naher Zukunft in den Ruhestand gehen. Schichtbetrieb und die daraus resultierenden Arbeitszeiten wirken auf viele unattraktiv.

Karlsruher Bäder bilden eigenen Nachwuchs aus

Im Vergleich zu manch anderen Bäderbetrieben im Land sei die Situation in Karlsruhe aber nicht so schlecht, ergänzt Jens Freiseisen vom zugehörigen Fächerbad. „Qualifizierte Fachkräfte sind da, aber besonders über die Sommermonate wird es immer schwieriger Saisonkräfte zu finden“, sagt er. Umso wichtiger sei es, weiterhin für Nachwuchs zu sorgen.

Ihr seid nicht nur Wasser- sondern auch Landratten.

Raphael Becker, Event und Marketing

Dabei betont Raphael Becker stets das im Betrieb vorherrschende „Wir-Gefühl“. Das zehn Bäder übergreifende Team arbeite stets Hand in Hand. So lernen auch die Auszubildenden jedes dieser kennen. „Dabei seid ihr nicht nur Wasser- sondern auch Landratten“, vergleicht Becker die vielfältigen Schwerpunkte.

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Rasenmähen, Reinigungsarbeiten und chemische Komponenten gehörten ebenso zum Alltag wie Aqua-Fitness-Kurse oder Aufsicht am Beckenrand. „Es gibt viele Aspekte, die Spaß machen. Doch es kommt eventuell auch dazu, dass ihr Leben retten müsst“, betont Becker die Verantwortung des Berufs.

Verantwortung gehört zum Beruf

Seinen ersten Rettungseinsatz schildert kurz darauf Bäder-Mitarbeiter Kai Karll: Ein zwölfjähriger Junge drohte im Wellenbecken zu ertrinken. „Man muss trotz Adrenalin einen kühlen Kopf bewahren“, erinnert er sich. Hilfe hatte er damals noch von seinem Vater, der selbst Bademeister ist. „Man macht anderen eben nicht nur einen schönen Tag, sondern passt auch auf sie auf“, sagt Becker.