Geschlossene literarische Gesellschaft: Einen solchen exklusiven Abend können Karlsruher wie hier in der Buchhandlung Hoser und Mende sowie bei Mächtlinger in Durlach buchen.
Geschlossene Literarische Gesellschaft: Einen solchen Abend können Karlsruher – wie hier in der Buchhandlung Hoser und Mende – regelmäßig buchen. | Foto: Peter Sandbiller

Exklusive Lesestunden

Karlsruher Buchhandlungen bieten Schmöker-Abende nach Ladenschluss an

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Einmal ganz in Ruhe „Alles kann, Liebe muss“ von Katrin Bauerfeind durchblättern, in „Die Geschichte des Wassers“ von Maja Lunde hineinlesen oder sich in Ferdinand von Schirachs neuestes Werk „Strafe“ vertiefen? Dazu noch ein gutes Glas Wein oder Sekt, garniert mit ein paar Snacks zum besseren Genuss des frischen Lesefutters – für echte Leseratten ist das wohl die Definition eines perfekten Freitagabends.

Möglich macht diesen seit sieben Jahren die Karlsruher Buchhandlung Hoser und Mende in der Karlstraße: An sechs bis acht Terminen im Jahr veranstaltet sie die „(Ein-)Geschlossene Gesellschaft“ nach Ladenschluss.

Eingeschlossen mit Sekt und der neuesten Literatur

Die abendlichen Gäste seien oft Kunden, die auch tagsüber regelmäßig in der Buchhandlung vorbeischauten, erklärt Filialleiterin Karin Ortolf. Die meisten seien, wie auch die Kundschaft allgemein, Frauen. Paare und kleine Grüppchen kämen ebenfalls abends zum Schmökern. „Das wird auch gerne mal verschenkt“, sagt Ortolf.

„Die Kunden genießen es, einfach mal Zeit zu haben. Sich in Ruhe hinzusetzen und die Bücher anzuschauen, das ist in diesen drei Stunden mal möglich.“ Am Ende gehen dann meist noch einige Exemplare über den Buchladentisch. „Manche nehmen nur ein Buch mit, dann wieder gibt es Leute, die mit einem ganzen Stapel nach Hause gehen“, so Ortolf. Es lohnt sich also auch für die Buchhändler, ein wenig länger zu bleiben.

Das Konzept ist beliebt und auch bei der Buchhandlung „Der Rabe“ in Durlach wird diese besondere Art des Schmökerns seit fünf Jahren angeboten – allerdings nicht zu festen Terminen, sondern auf Nachfrage. „Die Leute erzählen viel und empfehlen sich gegenseitig Bücher“, beschreibt Buchhändlerin Diana Knödler die Atmosphäre an den Abenden hinter verschlossenen Türen.

Buchhändler überlassen den Gästen ihr Reich

Dort sind die Gäste dann normalerweise auch ganz allein im Verkaufsraum. Die Buchhändler vertrauen ihnen ihr Reich für einen Abend an – sind aber greifbar, falls sie doch einmal gebraucht werden.
Das könne auch für die Angestellten sehr nett sein, meint Köhler. „Die Leute sind einfach lockerer und man selbst ist auch nicht so unter Druck.“ So könne man den Händler auch mal ganz entspannt nach seinen persönlichen Insidertipps fragen.

Sie habe das Gefühl, manche Kunden trauten sich in dieser intimeren Atmosphäre eher, speziellere Fragen zu den Büchern zu stellen. Manchmal würden auch Fotos gemacht. Das hat auch Karin Ortolf bei Hoser und Mende in der Karlstraße kürzlich erlebt: bei einer Gruppe von Leserinnen, die eine künftige Braut zum literarischen Junggesellinnenabschied mit Sekt und schönen Geschichten ausführte.

Wer sich auch einmal inmitten der neuesten Schmöker einschließen lassen will, kann sich direkt bei den beiden Buchhandlungen melden. Bei „Der Rabe“ in Durlach, Pfinztalstraße 60, werden Termine individuell vereinbart, Kontakt unter Telefon (07 21) 9 40 01 40. Auch in der Durlacher Buchhandlung Mächtlinger, Pfinztalstraße 36, können vereinzelt auf Anfrage Termine vereinbart werden, Kontakt unter Telefon (0721) 9 43 63 0. Die Buchhandlung Hoser und Mende in der Karlstraße 76 bietet feste Termine, zu denen man sich anmelden kann, solange es freie Plätze gibt. Nächstes Datum ist der 18. Mai. Größere Gruppen können individuelle Termine vereinbaren, Kontakt unter (07 21) 98 16 10.