K8
Der Zugang zum Bürgerbüro K8 wurden wegen der Corona-Krise neu geregelt. | Foto: jodo

Kfz-Zulassung wieder möglich

Karlsruher Bürgerservice wechselt vom Not- in den Basisbetrieb

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Derzeit fährt die Stadt Karlsruhe den Bürgerservice wegen der Corona-Krise auf Notbetrieb. Nächste Woche soll das wieder anders werden. Zwar ist noch kein Regel-, aber zumindest ein Basisbetrieb angekündigt. Kfz-Zulassungen sind dann wieder möglich.

Die Stadt will den aktuell wegen der Corona-Krise deutlich eingeschränkten Bürgerservice bald wieder ausweiten. „Wir planen, spätestens ab kommendem Montag vom derzeitigen Not- auf einen Basisbetrieb zu kommen“, erklärt Bürgermeister Albert Käuflein. Dann würden beispielsweise wieder Händler bedient, die für ihre Kunden ein Auto zulassen wollen – was in den vergangenen Tagen nicht möglich war.

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Schritt für Schritt werde das Angebot hochgefahren, nachdem entsprechende Sicherheitsvorkehrungen getroffen wurden. So schützen etwa neu montierte Plexiglasscheiben Mitarbeiter und Kunden. Im Bürgerbüro in der Kaiserallee 8 – K8 genannt – im Westen der Stadt wurde zudem ein Zugangssystem mit Abstandshaltern eingebaut.

Auch in der Krise für Bürger da

Käuflein versichert: „Auch in der Krise sind wir für die Bürger da.“ Dennoch appelliert er, dass vorerst nur Dinge beantragt werden, die nicht aufschiebbar sind, und dass die Kunden nur auf Termin vorbeikommen.

„Wenn jemand feststellt, dass sein Reisepass abgestoßen ist und er einen neuen will, bekommt er dafür derzeit eher keinen Termin. Wer aber eine Meldebescheinigung braucht, um bestimmte Leistungen zu erhalten, kriegt diese“, so Käuflein.

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Und wer sich Sorgen macht, weil gerade jetzt sein Personalausweis abläuft, könne davon ausgehen, dass er bei den städtischen Stellen im Fall der Kontrolle auf Kulanz stößt, auch wenn es sich eigentlich um eine Ordnungswidrigkeit handelt.

Terminvergabe per Telefon oder Mail

Wann die Teams in den Bürgerbüros und Ortsverwaltungen zum Regelbetrieb wie vor der Krise zurückkehren, ist derzeit offen. „Wir wollen aber so viel wie möglich anbieten“, sagt der Bürgermeister. Käuflein erklärt: „Wir definieren nicht in erster Linie bestimmte Produkte, die es jetzt bald wieder gibt. Wir denken von der Situation der Menschen her: Was brauchen sie im jeweiligen Einzelfall dringend?“

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In der Regel werde das abgeklärt, wenn Termine am Telefon oder per Mail vereinbart werden. Dies sind die beiden Wege, die die Ortsverwaltungen, das K8 und das Bürgerbüro in der Steinhäuser Straße 22 im Moment anbieten. Online kann sich aktuell hingegen keiner ein Zeitfenster sichern.

Bürgerbüro in Hagsfeld ist zu

Und das Bürgerbüro in Hagsfeld ist erst mal komplett für den Publikumsverkehr dicht. Geschlossen wurde es, weil einige Mitarbeiter krank waren. „Wir sprechen da nicht über Corona“, so Käuflein. Dann habe sich gezeigt, dass in den Räumen – es handelt sich um eine frühere Sparkassen-Filiale – der jetzt erforderliche Abstand nicht so einfach abgegrenzt werden kann.

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Nachdem im Osten zu war, stieg der Druck im Westen. Käuflein erinnert sich: Am 17. März gab es lange Schlangen im Hof des Bürgerbüros in der Kaiserallee 8. „Das passte nicht zur Lage. Und wir hätten diese Leute gar nicht alle bedienen können.“ In der Folge stellte die Stadt nach der Mittagspause den Bürgerservice vom Regel- auf den Notbetrieb um – der nun also Ende der Woche endet.

Einiges kann online oder per Post erledigt werden

Dennoch verweist Käuflein in Zeiten des schrittweisen Wiederhochfahrens des Services auf Möglichkeiten, Dinge zu erledigen, ohne persönlich vorzusprechen. Führungszeugnisse beispielsweise könne man online beantragen.

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Anderes ließe sich postalisch erledigen. „Wer umzieht und sich neu an-, ab- oder ummeldet, wer eine Beglaubigung oder eine Meldebescheinigung braucht, kann das schriftlich beantragen, uns den Antrag einwerfen.“ Käuflein wirbt zudem für den Zustellservice der Stadt, den Radkuriere oder städtische Mitarbeiter übernehmen. Damit sparen sich Bürger den Gang in die Amtsstube. Von dort gibt es trotz Krise auch Herzerwärmendes zu berichten: Zwei Paare gaben sich den Einschränkungen zum Trotz gerade das Ja-Wort.

Fragen und Antworten

Ob ein Besuch bei Freunden und Bekannten, ein bevorstehender Umzug oder Taufen: In Zeiten der Corona-Krise sind viele verunsichert, was erlaubt ist und was nicht. Hier gibt es Antworten auf einige dieser Fragen.

Darf ich meine Familie besuchen?

Ja, der Besuch ist erlaubt. Grundsätzlich gilt ein Maximum von fünf Personen – das aber nicht bei Verwandten in sogenannter gerader Linie greift: Wenn Großeltern, Eltern, Kinder und Enkel und deren Partner (ob verheiratet oder nicht) beispielsweise zusammen Ostern feiern wollen, ist das auch in einem Kreis von sechs und mehr Menschen daheim oder im häuslichen Garten erlaubt.

Ist es möglich, Freunde und Bekannte zu besuchen?

Ja. Aber die Grenze von fünf Personen darf dabei nicht überschritten werden. Auf öffentlichen Straßen und Plätzen gilt das Verbot von mehr als zwei Personen – außer die Menschen leben in der selben Wohnung.

Kann man einen Tagesausflug beispielsweise in den Schwarzwald machen?

Auch das ist möglich für Familien, Paare oder sonstige Zweiergruppen, schließlich besteht keine Ausgangssperre. Das Elsass als Ausflugsziel ist derzeit jedoch tabu. Übernachtungen aus touristischen Gründen in Hotels oder Pensionen sind nicht erlaubt.

Kann ich umziehen?

Ja, auch wenn die Stadt bittet, dies nur in notwendigen Fällen jetzt zu tun. Wer sich von Freunden beim Kistenschleppen helfen lässt, muss beachten, dass sich maximal fünf Personen in der Wohnung aufhalten dürfen. Bestellt man eine Spedition, handelt es sich hingegen um eine Dienstleistung, die weiter regulär erbracht werden kann. Die Stadt appelliert, auch beim Umzug den Abstand von 1,5 Metern zwischen zwei Personen einzuhalten – soweit möglich: Die Experten wissen, dass dies nahezu unmöglich ist, wenn beispielsweise eine Waschmaschine getragen werden muss.

Sind Wohnungsbesichtigungen erlaubt?

Ja, wobei auch da das Limit von fünf Personen innerhalb der Wohnung gilt.

Kann eine Hochzeit/Eheschließung stattfinden?

Eheschließungen sind erlaubt und werden auch weiter vollzogen. Es dürfen aber nur maximal fünf Personen anwesend sein, das Paar und der Standesbeamte werden mitgerechnet.

Darf ich zuhause meine Hochzeit feiern?

Grundsätzlich ja. Es gelten auch da die Begrenzung auf fünf Personen und die Ausnahme von dieser Begrenzung bei Verwandten in gerade Linie.

Kann eine Taufe stattfinden?

Ja. Auch hier gilt die Begrenzung der Teilnahme auf den engsten Familien- und Freundeskreis und von maximal fünf Personen – Pfarrer, Eltern und Kind mitgerechnet.

Bleiben Werkstätten etwa im Kfz-Bereich geöffnet?

Ja. Werkstätten und Handwerksbetriebe können ihrer Tätigkeit im vollen Umfang nachgehen.

Ist eine Taxifahrt erlaubt?

Ja.

Ist der Drive-In-Service erlaubt?

Drive-In-Services etwa bei McDonald’s und Burger King sind erlaubt, vorausgesetzt, dass der Kontakt zu den Kunden bestmöglich unterbleibt.

Servicehotline

Die Stadt beantwortet weitere Fragen unter 0721/1333333.