Dampflok Greif
Die Dampflok Greif und ihre Besitzer Marco Müller (links) und Steffen Waidelich sind startklar für die neue Saison | Foto: jodo

Am 24. März geht es los

Karlsruher Dampflok Greif startet in Jubiläumssaison

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Selbst im künstlichen Licht des Lokschuppens glänzt die Greif. In gut einer Woche startet die Dampflok in die neue Saison – die für sie eine besondere ist: Vor genau 50 Jahren drehte sie nämlich erstmals im Schlossgarten ihre Runden.

Dampflok technisch und optisch herausgeputzt

Und pünktlich zu diesem Jubiläum wurde das 80 Jahre alte Stück so richtig herausgeputzt. Optisch wie technisch.

Steffen Waidelich und Marco Müller, die Anfang 2016 die Greif von ihrem langjährigen Besitzer Manfred Halle übernahmen, vollendeten damit einen Drei-Jahres-Plan: In jeder Winterpause wurde etwas überarbeitet, verbessert, ausgetauscht. Mal am Führerstand, mal am Kessel, mal an den Armaturen.

Oberer Teil stand im Fokus

In den vergangenen Wochen und Monaten stand nun der untere Teil der Lok im Fokus, inklusive der Räder. Die waren der Einsatzzeit entsprechend abgenutzt.

Drehereien in der Region winkten ab: Solche Räder können sie nicht einspannen. Abhilfe fand das Greif-Team in Görlitz.

Achsen nach Görlitz transportiert

Mit vereinten Kräften transportierte man die jeweils 500 Kilogramm schweren Achsen in den Osten des Landes.

Räder Greif
Die Räder wurden überarbeitet | Foto: jodo

Und dort wurden innerhalb von drei Tagen die Räder überarbeitet – nach einen speziellem Verfahren, auf das der dortige Betrieb ein Patent hat: Wegen der einseitigen Nutzung – die Greif fährt im Kreis, was viele Rechtskurven bedeutet– musste nämlich Material auf die Räder aufgeschweißt werden.

Lok wiegt zwölf Tonnen

Nachdem die Räder von der zwölf Tonnen schweren Lok schon mal abmontiert wurden, stand auch die Frage der Farbgebung im Raum: In den vergangenen Jahren wurde der obere Teil lackiert.

Der untere war jedoch seit jeher braun gestrichen. „Ansonsten ist die Lok aber schwarz und rot, ergänzt um das Goldmessing“, erläutern die Besitzer. Sie entschieden: Auch unten sollte schwarzer Lack aufgetragen werden.

Dreck von 50 Jahren weggekratzt

„Dafür musste aber alles fettfrei sein. Wochenlang haben wir den Dreck von 50 Jahren runter gekratzt“, berichtet Marco Müller.

Er sagt: All dies, ja, der Betrieb der Greif überhaupt, sei ohne das Engagement der rund 20 ehrenamtlich Aktiven nicht möglich. Und obwohl am Ende die Kälte dem Lok-Team die Arbeit erschwerte, wurde dann doch noch alles rechtzeitig fertig.

Saisonstart am 24. März

Bald schon wird die Greif also wieder durch den Schlossgarten dampfen.

„Bitte einsteigen“, heißt es ab dem 24. März. In den ersten Jahren der Greif erklang dieser Ruf noch nicht. Da war die Dampflok lediglich ein Schauobjekt.

Porscheloks starteten zur Bundesgartenschau

Zur Bundesgartenschau 1967 wurden in der Parkanlage Schienen verlegt. Auf denen verkehrten die Porscheloks.

Ein Angebot, das eigentlich auf das Jahr der Bundesgartenschau beschränkt sein sollte. Doch die Karlsruher liebten ihr „Bähnle“. Und sie wollten sie behalten. Die Bürger kämpften dafür – und hatten Erfolg.

Greif erstmals 1968 unterwegs

Betreiberfamilie Grandmontagne schickte weiter die Porscheloks durch das Grün. Manfred Halle wiederum hatte 1967 die Dampflok – damals noch grau und voller Einschusslöcher – gekauft.

Ab 1968 ließ er sie ab und zu im Schlossgarten fahren, ohne Wagen, ohne Passagiere.

Schnell Publikumsmagnet

„Sie wurde schnell zum Publikumsliebling und -magneten“, erklärt Steffen Waidelich. Entsprechend beförderte sie ab Mitte der 1970er schließlich auch Passagiere.

Greif
Die Greif war 1968 nur ein Anschauungsobjekt | Foto: Vögele

Dafür musste sie zunächst mit einer Druckluftbremse ausgerüstet werden. Dieses Teil fand Manfred Halle einst in einer alten, ausgemusterten Lok der Albtalbahn.

Liebe zum Detail

Die Liebe zum Detail, die Leidenschaft für die Greif verbindet die beiden Besitzer der Lok. Beide begeisterten sich schon als Kinder für das gute Stück, beide drehten als Knirpse so manche Runde.

Auch heute freuen sie sich, wenn sie die leuchtenden Augen der kleinen Passagiere sehen.

Emma kommt möglicherweise wieder

Diese dürfen dieses Jahr im Schlossgarten möglicherweise wieder die in Frankfurt beheimatete Dampflok Emma begrüßen.

Sie kam in den vergangenen Jahren schon zu Besuch und verzauberte die Zuschauer und Fahrgäste. „Wir versuchen das mit Emmas Besitzer im Jubiläumsjahr wieder zu ermöglichen“, erklären Steffen Waidelich und Marco Müller.

Arbeiten gehen weiter

Ihre eigene Lok ist nach drei sehr arbeitsreichen Winterpausen technisch und optisch auf dem neuesten Stand. Doch die Arbeit geht nicht aus.

Der Tender, auf dem das Holz transportiert wird, soll noch einen neuen Anstrich bekommen. Und auch die Homepage bald freigeschaltet werden und Informationen zur Geschichte der Lok sowie aktuellen Aktionen bieten.

Service

Anlässlich ihres 50-jährigen Bestehens fährt die Greif zum Saisonstart ausnahmsweise bereits an einem Samstag, nämlich am 24. März ab 13 Uhr. Letzte Chance einzusteigen ist an diesem Tag um 18.30 Uhr.

Am Sonntag, 25. März, können die Besucher zwischen 11 und 18.30 Uhr starten. Auch über das lange Osterwochenende besteht die Möglichkeit zur Dampflokfahrt und zwar von Karfreitag, 30. März, bis Ostermontag, 2. April, jeweils von 11 bis 18.30 Uhr beziehungsweise am Samstag von 13 bis 18.30 Uhr. Die Saison über verkehrt die Greif dann jeweils sonn- und feiertags von 11 bis 18.30 Uhr.