So sehen Sieger aus: KIT SC eSports White nach dem Gewinn der Uni-Liga. Hinten, von links: Bill Hu, Filip Prentovic, Tobias Brunke, Jan Tomasu, vorne: Alwin Pohl und Gilles Chen. | Foto: Nicolas Banet/KIT SC

League of Legends

Karlsruher eSports-Team räumt bei Uni-Meisterschaft ab

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Ganz schön abgeräumt haben die Computer-Sportler des KIT in Karlsruhe beim Finale der Uni-Liga auf der „Dreamhack“ in Leipzig. In drei Kategorien gab es einen ersten Platz – darunter auch bei „League of Legends“. Die BNN geben einen Einblick in die Welt des elektronischen Sports.

Erfolgreiche Sportmannschaften aus Karlsruhe? Klar, da gibt es einige: den Karlsruher SC natürlich, oder die PSK Lions, sie machen die zweite Basketball-Liga unsicher. Aber ein besonders erfolgreiches Team haben wohl nur wenige Sportfans auf dem Schirm: Am Wochenende hat KIT SC eSports White in Leipzig in der Kategorie League of Legends das Finale der deutschen Uni-Liga gegen die „Zodiacs“ aus Bremen mit 2:0 für sich entschieden.

League of Legends, Rocket League, Overwatch und Co

Und falls Sie jetzt nur Bahnhof verstehen: KIT SC ist der Sportclub des Karlsruher Instituts für Technologie, KIT SC eSports White ist eine der KIT-Mannschaften, die sich im Computerspiel League of Legends mit anderen Uni-Mannschaften misst – und die deutsche Uni-Liga ist die Organisation, die eben diesen Partien den nötigen Rahmen gibt.

Tobias Brunke ist Teammanager von KIT SC White. Und wenn es um den Erfolg seines Teams geht, stapelt er nicht gerne tief: „Wir sind so etwas wie der FC Bayern der Uni-Liga“, sagt er beispielsweise, mit einer Mischung aus Stolz und Selbstironie in der Stimme.

Wir sind so etwas wie
der FC Bayern der Uni-Liga.

Tobias Brunke, Teammanager von KIT SC White

Tatsächlich sind die Karlsruher eSportler – so werden die Spieler, die sich in Videospielen messen, genannt – sehr erfolgreich: In den fünf Spielekategorien, die in diesem Semester Teil der Uni-Liga sind, holten die Mannschaften vom KIT drei Titel: In „Rocket League“ geht es darum, ein Fußballspiel mit Autos auszutragen, in „Overwatch“ schießen sich fünfköpfige Teams mit knallbunten Waffen über den Haufen – und dann ist da eben League of Legends, in dem es darum geht, aus einer Auswahl von virtuellen Figuren mit unterschiedlichen Stärken und Schwächen ein Team zusammenzustellen und damit die gegnerische Mannschaft auf dem virtuellen Schlachtfeld zu übertrumpfen. „League of Legends“ gilt als wichtigste Kategorie, denn das Spiel ist sehr beliebt und erfolgreich und zieht tausende Zuschauer in der ganzen Welt in die Hallen und vor die Bildschirme.

3.000 Euro für das Gewinner-Team

Brunke ist so wie alle Spieler seines Teams Student am KIT. Im „echten Leben“ studiert er Mechatronik und Informationstechnik. Der eSport läuft nebenher als Hobby. 3000 Euro gab es für den Sieg der deutschen Uni-Liga in Leipzig, das Preisgeld wurde im Team aufgeteilt.

„Eine regelmäßige Bezahlung gibt es für die Spieler nicht. Die Unimannschaften sind normalerweise Amateure“, sagt Brunke. Eine Ausnahme ist KIT-White-Spieler Gilles Chen. Der spielt nämlich neben dem KIT-Team noch in einer anderen Mannschaft, die in der ESL, der höchsten deutschen Liga für elektronischen Sport, mitmischt – und da geht es tatsächlich nicht nur um den Spaß, sondern um Geld.

Chen tritt auf dem virtuellen Schlachtfeld unter dem Spitznamen „Jinsh“ an. Alle Spieler des Teams haben sich solche Namen zugelegt, im eSport ist das üblich. Neben Chen sind das Alwin „alW1N“ Pohl, Filip „strikerthebest“ Prentovic, Bill „Horyzon“ Hu und Jan „DragHyphen“ Tomasu.

Training ein- bis zweimal die Woche

Die Spieler trainieren etwa ein bis zweimal die Woche, berichtet Brunke, der auf dem virtuellen Schlachtfeld den Namen „SixthSense“ trägt. „Ich habe aber auch von Teams gehört, die zeitweise fünfmal die Woche trainieren“, erzählt er. Nach dem Finalgewinn, ist aber erstmal Verschnaufpause angesagt – bis es im Sommersemester dann in die nächste Uni-Liga-Saison geht. Wie das Team dann aussieht, weiß Brunke noch nicht: Durch Auslandssemester und Studienende der Spieler gebe es im KIT-Team immer viel Fluktuation, erzählt er. Ab Mitte März werden neue Spieler rekrutiert und das Training aufgenommen. Dann geht es darum, den Titel zu verteidigen.