Land in Sicht: Für Andreas Bönsel aus Karlsruhe und über 1.000 andere Gäste auf der „MS Westerdam“ soll die Irrfahrt in Bangkok enden.
Land in Sicht: Für Andreas Bönsel aus Karlsruhe und über 1.000 andere Gäste auf der „MS Westerdam“ soll die Irrfahrt in Bangkok enden. | Foto: pr

Hafen nimmt Schiff auf

Karlsruher freut sich auf das Ende der Irrfahrt mit MS Westerdam

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Mehrere Häfen haben die MS Westerdam aus Angst vor Corona-Infizierten abgelehnt. Ein Karlsruher und über 1.000 Menschen an Bord sind nun aber erleichtert: Das Kreuzfahrtschiff hat nun doch die Erlaubnis erhalten, an einem Hafen anzulegen.

Die schlimmste Kreuzfahrt im Leben von Andreas Bönsel soll am Donnerstag enden. Die MS Westerdam ist mit dem Karlsruher und über 1.000 weiteren Menschen an Bord seit über einer Woche auf den Meeren unterwegs.

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„Kommen uns vor wie Aussätzige“

Japan, Taiwan, die Philippinen – nirgends durfte das Kreuzfahrtschiff anlegen. Die Angst vor Corona-Infizierten war den Behörden jeweils zu groß. Nun steuert die MS Westerdam aber Festland an: Es geht ins thailändische Laem Chabang (Bangkog). Dort soll die Kreuzfahrt am Donnerstag enden.

Bönsel hatte den BNN von der Situation an Bord berichtet, dabei auch von einem „schwimmenden Gefängnis“ gesprochen. „Wir kommen uns vor wie Aussätzige“, hatte der Karlsruher betont. Doch nun hat sich die Stimmung auf der MS Westerdam gebessert, ein Ende der tagelangen Irrfahrt zeichnet sich ab.

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Auswärtiges Amt stand in Kontakt

Bei den Gästen sei Fieber gemessen worden, so der 59-Jährige – einen Vorfall gab es dem Vernehmen nach nicht. „Wir dürfen, Stand jetzt, in Bangkok raus“, sagt er. Die Vorräte und auch der Tank würden ausreichen, berichtet Bönsel.

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Vor allem seien Amerikaner an Bord, die wenigen deutschen Gäste bemängelten aber eine fehlende Unterstützung der deutschen Behörden. Vom Auswärtigen Amt heißt es auf BNN-Nachfrage am Montag, der Fall der nicht erteilten Anlege-Erlaubnis für die MS Westerdam sei bekannt gewesen. Die deutsche Botschaft habe Kontakt zu den japanischen Behörden gehabt. Doch dort habe man nie angelegt, kritisiert Bönsel.

Immer mehr Fälle auf der „Diamond Princess“

Erst Thailand macht es nun möglich, dass das Schiff anlegt. Es war vor einigen Tagen zeitgleich mit der „World Dream“ in Hongkong eingelaufen. Die „World Dream“ musste in Hongkong bleiben und wurde unter Quarantäne gestellt.

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Die Zahl der Corona-Infizierten an Bord der ebenfalls unter Quarantäne stehenden „Diamond Princess“ schnellt in die Höhe: Am Montag waren es laut japanischem Gesundheitsministerium weitere 60 Fälle. Die MS Westerdam durfte aus Hongkong wieder ablegen – dann aber nirgends mehr anlegen.

„Wir sind sehr glücklich“

„Viele Länder haben uns nicht genommen, da muss man Thailand echt Respekt zollen“, sagt Bönsel. „Wir sind sehr glücklich.“ Und: „An Bord kann niemand etwas dafür“, sagt der Karlsruher, der die Einstellung der Mitarbeiter lobt. „Sie leisten tolle Arbeit und sprechen viel mit uns.“