Der Schülerhort an der Südendschule in Karlsruhe läuft weiter aus: Der Gemeinderat bekräftigte am Dienstagabend per Mehrheitsbeschluss seinen Grundsatz, entweder Ganztagsschule oder Schülerhort an einem Standort anzubieten.
Der Gemeinderat bekräftigte am Dienstagabend per Mehrheitsbeschluss seinen Grundsatz, entweder Ganztagsschule oder Schülerhort an einem Standort anzubieten. (Symbolbild) | Foto: Jock

Südendschule

Karlsruher Gemeinderat bekräftigt Grundsatz: Entweder Schülerhort oder Ganztagsschule

Anzeige

Der Schülerhort an der Südendschule in Karlsruhe läuft weiter aus: Der Gemeinderat bekräftigte am Dienstagabend per Mehrheitsbeschluss seinen Grundsatz, entweder Ganztagsschule oder Schülerhort an einem Standort anzubieten. Voraus ging eine hitzige Debatte. Die CDU-Fraktion hatte den Fortbestand des Hortes beantragt.

Eigentlich ging es um die Südendschule und ihr Betreuungsangebot – im Karlsruher Gemeinderat entwickelte sich am späten Dienstagabend jedoch ein Schlagabtausch, der ins Grundsätzliche ging und Ideologisches ebenso thematisierte wie eine Lagerbildung im Gemeinderat. „Hier geht es um Ideologie, und es werden Ausreden gesucht, um die Ganztagsschule zu puschen“, hielt etwa Detlef Hofmann (CDU) der Stadtverwaltung und dem grün-roten Lager vor.

Ihr wurdet in der Pause von den Grünen in die Mangel genommen und seid nun eingeknickt

Bettina Meier-Augenstein (CDU) zur Fraktion der Linken

Dass man sich an die eigenen Beschlüsse halten müsse und Betreuung an der Schule „kein Wunschkonzert“ sei, konterte Renate Rastätter (Grüne). Hoch kochten die Emotionen auch, als Die Linke einen Antrag zurückzog. „Ihr wurdet in der Pause von den Grünen in die Mangel genommen und seid nun eingeknickt“, warf Bettina Meier-Augenstein der Fraktion vor.

Nur noch Dritt- und Viertklässler im Hort

Zur Sache: Die Südendschule hat seit dem Schuljahr 2018/2019 ein Ganztags-Angebot. Eltern, die ihre Erstklässler anmelden, können seitdem wählen, ob ihre Kinder klassischen Halbtagsunterricht oder das Ganztagsprogramm bekommen. Parallel dazu läuft der Schülerhort aus: Aktuell besuchen ihn 90 Dritt- und Viertklässler, die noch kein Ganztagsprogramm wählen konnten. Dies entspricht dem Grundsatzbeschluss des Gemeinderats vom November 2013 und der Fortschreibung von 2015: „Horte, die sich auf dem Gelände einer Ganztagsgrundschule befinden, laufen mit dem Start der Ganztagsgrundschule aus“, heißt es da. Entweder Hort oder Ganztagsschule, lautet also der Grundsatz.

Auch interessant: Karlsruher Gemeinderat schafft Brötchentaste ab und macht parken teurer

366 Kinder besuchen die Grundschule in der Südweststadt. 130 Erst- und Zweitklässler sind im Ganztag und in gemischten Klassen mit Halbtagskindern, erläutert Schulleiterin Yvonne Kopf auf BNN-Anfrage. Alle schulischen Gremien haben sich für das Angebot entschieden, und im Stadtteil wurde über Elternbefragungen die künftige Akzeptanz ermittelt, stellt sie klar. Ein Nebeneinander von Hort und Ganztag würde auch zu sozialer Klassenbildung führen, befürchte man – schließlich kostet der Hort die Eltern deutlich mehr als die Ganztagsschule, bei der nur das Mittagessen bezahlt werden muss.

Hortträger sieht Elterninteresse

Der Schülerhort der Südendschule wurde erst von einer Elterninitiative und seit 2015 von Pro Liberis getragen. Weil es durchaus ein Elterninteresse am Fortbestand des Hortes gebe, habe man ein neues Konzept vorgelegt, erklärt Hortleiter Marco Gotterbarm. Als Quartiershort für die Südweststadt könne er fungieren, von einer eigenen Küche können nicht nur Südendschüler, sondern etwa auch ältere Geschwister mit verpflegt werden. Auch ältere Menschen des Quartiers wolle man ins Boot holen.

Ziel: mehr Flexibilität

Die CDU-Gemeinderatsfaktion beantragte nun den Fortbestand des Hortes. Da es, anders als in der Ganztagsschule, keine Anwesenheitspflicht gibt, biete der Hort den Eltern mehr Flexibilität. Rastätter warb dafür, die Ganztagsschule flexibler zu gestalten. Sibel Uysal (SPD) verwies auf die Haltung der Schule und die eigenen Grundsätze.

20 Befürworter, 25 Ablehnungen, eine Enthaltung

20 Befürworter des CDU-Antrags von CDU, FDP, Freien Wählern, Für Karlsruhe, KAL und AfD scheiterten letztlich an 25 Nein-Stimmen. Zwei von ihnen kamen von den Linken, die ursprünglich mit einem Ergänzungsantrag für den Fortbestand des Horts waren. Der Linke Lukas Bimmerle enthielt sich.