Im Quartier am Fasanengarten werden wohl weitere Gebäude entstehen. Der Gemeinderat fasste den zentralen Satzungsbeschluss.
Im Quartier am Fasanengarten werden wohl weitere Gebäude entstehen. Der Gemeinderat fasste den zentralen Satzungsbeschluss. | Foto: jodo

Entscheidende Hürde genommen

Karlsruher Gemeinderat stimmt Nachverdichtung im „Fasanengarten“ zu

Anzeige

Das umstrittene Nachverdichtungsprojekt „Fasanengarten“ hat kommunalpolitisch die entscheidende Hürde genommen. Der Gemeinderat fasste jetzt mehrheitlich – ohne Zustimmung der Fraktionen Karlsruher Liste/Die Partei, Freie Wähler/Für Karlsruhe und AfD – den entsprechenden Satzungsbeschluss zum Bebauungsplan.

Somit kann die Hardtwaldsiedlung als Eigentümerin der etwa ein Hektar großen Fläche in der Oststadt nun im nächsten Schritt den Bauantrag stellen. Allerdings läuft beim Landtag seit März noch eine Petition in der Sache, deren Ausgang offen ist.

Die Antragstellerin ist der Ansicht, dass die Planung Belange des Klimaschutzes nicht berücksichtige, das artenschutzrechtliche Gutachten nicht vollständig sei und Denkmalschutzaspekte erneut kontrolliert werden müssten. Die Fraktion Karlsruher Liste/Die Partei wollte vor einer Entscheidung im Stadtparlament den Ausgang in Stuttgart abwarten, setzte sich mit diesem Antrag jedoch nicht durch.

Mehr zum Thema: Nachverdichtung in Karlsruhe: Der Druck steigt

Grüne: Nachverdichtung besser als Wachsen in die Fläche

Abgelehnt wurde ebenfalls ein Vorstoß der Linken, die vor einer Entscheidung im Gemeinderat noch einen Runden Tisch einberufen wollten. Sie hofften, so mehr Akzeptanz für das Projekt zu erreichen, dessen Vorzüge Stadträtin Mathilde Göttel explizit betonte.

Anwohner kritisierten das Projekt indessen unter anderem wegen dem Wegfall von Grün in der Stadt und sammelten Hunderte Unterschriften. Die Grünen begründeten ihre Zustimmung mit dem unstrittig bestehenden Bedarf an neuen Wohnungen. Nachverdichtung sei da besser als ein weiteres Wachsen der Stadt in die Fläche, welches mit dem Bau weiterer Straßen und anderer Infrastruktureinrichtungen einhergehen würde.

Gebäude für Ältere und Menschen mit Behinderung

Die SPD wollte nicht weiter Zeit beim Schaffen neuer Wohnungen verlieren. In dem Quartier Am Fasanengarten besteht aktuell eine dreiseitige Blockrandbebauung mit zwei- bis viergeschossigen Gebäuden. Im Innenbereich gibt es Gärten und einen Garagenhof. Nun sollen im Nordteil der Fläche zusätzlich sieben zweigeschossige, barrierefreie Bauten errichtet werden. Direkt an der Straße Am Fasanengarten soll ein dreigeschossiges Gebäude kommen.

Mehr zum Thema: Karlsruhe: Darf in der Stadtoase einfach gebaut werden?

Angedacht sind in einem Abschnitt betreute Seniorenwohnungen, ambulante betreute Wohngemeinschaften für volljährige Menschen mit Behinderung, Therapieräume oder Arbeitsstätten für Menschen mit Behinderung. Das Quartier selbst ist autofrei konzipiert. Die verkehrliche Erschließung der Neubauten soll ausschließlich über die Straße Am Fasanengarten erfolgen. In der Tiefgarage sind 75 Stellplätze geplant.

Die AfD zweifelt, dass dies ausreicht. Durch den vorgesehenen Abbruch von bestehenden Garagen fallen 47 Stellplätze weg. Die Verwaltung legt dar, dass sie wegen des künftigen Nutzerkreises – Ältere und Menschen mit Behinderung – von einem Stellplatzschlüssel von 0,75 ausgeht. Besucherparkplätze könnten nicht realisiert werden, so die Stadtverwaltung.