P90
Auf Abriss stehen die Zeichen fürs Gründerzentrum P 90 am Ortseingang Durlachs. Von einem Neubau an der markanten Stelle verspricht sich die Stadt viel. | Foto: jodo

Durlach in Warteposition

Karlsruher Gründerzentrum P 90 soll Neubau weichen

Anzeige

Für das Existenzgründerzentrum P 90 in Durlach tickt die Uhr. Das Gebäude aus den 1950er Jahren wird nicht mehr saniert. Die letzten sind Mieter ausgezogen, der Abriss ist absehbar. An der städtebaulich markanten Stelle am Ortseingang soll ein Neubau entstehen.

Dieser Neubau wird womöglich ein noch mächtigeres Gebäude. Denn maßgeblich ist ein Bebauungsplan aus der Zeit der beginnenden Industrialisierung. Die brach für die bis 1938 selbstständige Stadt mit der Badischen Maschinenfabrik Durlach (BMD) an. Diese Fabrik hat viel Wandel durchlaufen und prägt das Areal am westlichen Stadteingang bis heute.

Schwierige Verhandlungen mit Interessenten

Die Stadt hatte das BMD-Gelände 2004 an die Durlacher Raumfabrik verkauft, die es umgehend zum Gründerzentrum P 90 umfunktionierte. Zuletzt nutzte die Stadt ihr Vorkaufsrecht.

Weiterlesen: Immer mehr falsche Polizisten rund um Karlsruhe

Laut Wirtschaftsdezernat laufen seit längerem Gespräche mit einem Interessenten – bisher ohne Abschluss. Im Dezernat der Bürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz heißt es auf Anfrage der BNN, die Verhandlungen gestalteten sich schwierig. So bleibt neben Fragen der architektonischen Gestaltung und künftiger Nutzungen auch der Zeitplan weiter offen.

Wenn es gut gemacht wird, ist das in vielerlei Hinsicht eine Chance.

Durlachs Ortsvorsteherin Alexandra Ries

Die Position der Durlacher Kommunalpolitik zu der erheblichen städtebaulichen Veränderung ist klar. „Es ist ein lang gehegter Wunsch aller Fraktionen im Ortschaftsrat, dass sich an dieser so exponierten Lage am Stadteingang etwas tun soll“, erklärt Durlachs Ortsvorsteherin Alexandra Ries. „Wenn es gut gemacht wird, ist das in vielerlei Hinsicht eine Chance.“

Platz für neuen Einzelhandel ist gewünscht

Besonders zusätzlicher Einzelhandel Richtung Bahnhof gilt in Karlsruhes einwohnerstärkstem Stadtteil als wünschenswert. „Bisher ist dort ein totes Ende“, bedauert Ries.

Auch interessant: Autokino in Karlsruhe erfolgreich gestartet

Für Start-up-Unternehmer bleiben auf der ehemaligen BMD-Industriefläche das Seboldzentrum sowie nahebei der Pfaff Gewerbe- und Dienstleistungspark in der Raumfabrik. „Für Start-ups fehlt uns das P 90 in Durlach natürlich“, sagt Ries. Doch dieses Angebot sei ein stadtweites Thema.

Gründerzentren sprießen in Karlsruhe

Älter als das Gewerbe- und Dienstleistungszentrum P 90 von 2005, das den Namen der Adresse Pfinztalstraße 90 verdankt, sind die Technologiefabrik in der Oststadt (seit 1983), das Gründerzentrum Durlacher Allee (seit 1986) und der Handwerkerhof in der Nördlichen Uferstraße (seit 1993).

Weiterlesen: Kosten für Kombilösung klettern auf 1,5 Milliarden

2008 kam der Hightech-Inkubator auf dem KIT-Campus Nord, 2012 und 2013 folgten das Gründerzentrum Perfekt-Futur im Kreativpark Alten Schlachthof sowie das Cyber-Lab des Cyberforums in der Oststadt.

Weitere Adressen folgen regelmäßig, zuletzt 2019 das Gründerzentrum DAX 74 in Daxlanden im ehemaligen Haus der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW). Aktuell plant die Wirtschaftsförderung der Stadt Karlsruhe den Moninger Gewerbepark in Grünwinkel.