Einen Bestseller hat Melanie Raabe mit ihrem Roman "Die Wahrheit" gelandet. Am 26. März liest sie in Karlsruhe. | Foto: Faustus

Karlsruher Krimitage

„Wie im Wohnzimmer“

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Die Karlsruher Krimitage bekommen Zuwachs: Bei der neunten Ausgabe, die am 24. März beginnt und bis zum 2. April dauert, wird es gewissermaßen ein Festival im Festival geben. Denn zusätzlich zu den 24 Veranstaltungen an verschiedenen Veranstaltungsorten gibt es vom 25. März bis zum 1. April fast täglich eine Nachmittagslesung ab 16 Uhr im „BioBuchLädle“ von Eva Klingler in der Oststadt, Gerwigstraße 33.

Festival im Festival

Wobei der Name des Buchladens nichts mit Bio-Kost zu tun hat, sondern damit, dass die bekannte Karlsruher Autorin einen Treffpunkt für Bücherfreunde etablieren wollte, dessen inhaltlicher Schwerpunkt auf Biografien liegt. Es habe sich allerdings gezeigt, dass die Nachfrage nach Spannungsliteratur weitaus größer sei, erklärte Klingler bei einem Pressetermin zum Krimitage-Programm. Daher wird aus dem „BioBuchLädle“ nun der „Karlsruher Krimiladen“. Da passt es, dass die Autorin nun sieben Kolleginnen und Kollegen bei sich präsentiert, etwa Bernd Hettlage (25. März, „Das Geheimnis von Karlsruhe“) und Petra Busch (27. März, „Das Lächeln des Bösen“) oder als Vertreterin der regionalen Szene Sabine Geissel und ihren Karlsruhe-Krimi „Der Igel im Meer“ (30. März).

Museumskrimi von Eva Klingler

Ein neues Buch von Eva Klingler selbst wird bei den Krimitagen auch präsentiert, und zwar am 29. März ab 18 Uhr in der Städtischen Galerie. Mit „Trügerischer Schatten“ (Lauinger Verlag, 230 Seiten, 15 Euro) beginnt Klingler eine geplante Trilogie mit „Museumskrimis“ und legt zugleich den siebten Band um ihre Heldin Maren Reinhardt vor. Diese entdeckt auf einem Bild von Abraham Teniers, dem Bruder des bedeutenden Malers David Teniers, einen Hinweis auf ein Rätsel, hinter dem sich ein lange zurückliegendes Verbrechen verbirgt. Auf Spurensuche besucht sie unter anderem die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe.

Krimi als vertrautes Terrain

„Kulturhistorische Zusammenhänge interessieren mich schon immer“ betont Klingler, die den anhaltenden Krimi-Boom nicht zuletzt darin begründet sieht, dass innerhalb dieses Genres sehr unterschiedliche Erzählungen möglich seien. „Der Krimi hat für Leser und Autor den Vorteil, dass er ein Ziel hat: Es gibt ein Rätsel, und das muss aufgeklärt werden“, so Klingler. Dadurch sei der Krimi stets vertrautes Terrain: „Das ist wie im Wohnzimmer. Die Bestandteile – das Verbrechen, die Spur, die Aufklärung – sind wie Möbelstücke, die überhallhin verrückt werden können, aber immer da sind.“

Lesung an besonderen Orten

Interessanterweise sind etliche der Veranstaltungsorte der Krimitage in vielen Fällen alles andere als vertrautes Terrain, da der „Normalbürger“ dort üblicherweise keinen Zutritt hat – zum Beispiel die Eröffnung mit Veit Etzold und seinem Internet-Thriller „Dark Web“ am Freitag, 24. März, ab 18 Uhr im Heizkraftwerk. Dieser Termin ist allerdings bereits ausgebucht (aktuelle Infos zur Kartenverfügbarkeit auf der Festival-Homepage).

Weitere besondere Orte sind das Polizeipräsidium (mit einem SWR-Hörspiel am 2. April, 18 Uhr), das höchste Gebäude Karlsruhes (Kai Hensel liest am 28. März, 18 Uhr, im Landratsamt) oder ein restaurierter Salonwagen im Rintheimer Bahnhöfle, wo Claudia Mummert und Sabine Kampermann am Samstag, 25. März, ab 19 Uhr lesen.

Bestseller-Titel und Grimme-Preisträger

Einen Top-Titel der „Spiegel“-Bestsellerliste präsentiert die Bloggerin, Drehbuchautorin und Journalistin Melanie Raabe mit ihrem Roman „Die Wahrheit“ am Sonntag, 26. März, ab 18 Uhr im Institut Itas des KIT (Karlstraße 11), und mit Orkun Ertener ist am Donnerstag, 30. März, im Schwedenpalais der Führungsakademie Baden-Württemberg ein Grimme-Preisträger zu Gast: Der Autor des Thrillers „Lebt“, in dem eine verleugnete Familiengeschichte mit den Verbrechen der Nazis und den Migrationsbewegungen des 20. Jahrhunderts verbunden ist, war als Drehbuchautor für die hoch gelobte ZDF-Serie „KDD – Kriminaldauerdienst“ verantwortlich.

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