Marktplatz
Der Karlsruher Marktplatz ist wieder Baustelle. OB Frank Mentrup nahm zum Start der Arbeiten in einem Bagger Platz. | Foto: jodo

Neue Platten und Wasserspiele

Karlsruher Marktplatz ist jetzt wieder eine Baustelle

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Die Schaufel schrappt über den Boden. Steine werden nach oben gehievt und fallen dann nach unten: Oberbürgermeister Frank Mentrup hat am Steuer eines Baggers am Montagnachmittag den Marktplatz-Umbau offiziell gestartet – auch wenn Arbeiter schon zuvor erste Teerstücke herausgerissen hatten. „Unsere gute Stube“, wie der Verwaltungschef sagt, ist somit erneut Baustelle. Ende 2020 soll alles fertig sein.

„Was wir zuletzt hier hatten, war ein Provisorium“, erklärt Mentrup. Er weiß, dass sich mancher wundert, warum gefühlt „schon wieder“ alles aufgerissen wird. Nachdem im Untergrund die Haltestellen nun weit gediehen sind, sei die Oberfläche dran – und zwar deren endgültige Neugestaltung.

Einerseits müssen Leitungen verlegt werden. Geplant sind Ver- und Entsorgungsstationen, die bei Bedarf – etwa beim Christkindlesmarkt – nach oben gefahren werden. Ansonsten sind sie jedoch im Grund versenkt. Zudem erhält der Marktplatz einen neuen Belag aus Naturstein. Der Granit in hellen Tönen stammt aus europäischen Steinbrüchen, heißt es.

Gerade Kinder mögen das

Um die Pyramide herum wird ein Zierband verlegt. Ebenso sind Wasserspiele geplant. „Durch die kann man hindurchlaufen“, so der OB. „Gerade Kinder mögen das.“

Einmal mehr erläutert Mentrup, warum auf dem Areal keine Bäume gesetzt werden können, nämlich wegen der Haltestelle im Untergrund und den Leitungen im Boden. Zudem soll das Gelände auch für Veranstaltungen genutzt werden.

Segelkonzept soll für Schatten sorgen

„Allerdings pflanzen wir in der Kaiserstraße 20 Bäume mehr als wir hatten.“ Auf dem Marktplatz werde man mit einem Segelkonzept schattige Plätze schaffen. Zudem soll es Pflanzen in Kübeln geben. Der OB ist sicher, dass am Ende eine „völlig ungeahnte Aufenthaltsqualität“ entsteht.

Das Areal sei eine Visitenkarte für alle Besucher, und die Bürger sollten sich mit ihm identifizieren und dort wohlfühlen. Nach dem Kombibau sei die Umgestaltung der Fußgängerzone eine Mammutaufgabe. Der Marktplatz wiederum sei der zentrale Ort. Dessen Umgestaltung schlägt mit neun Millionen Euro zu Buche. Allerdings gibt das Land über ein Sanierungsprogramm einen Teil dazu.

Aussichtsplattform für Zaungäste

Im ersten Schritt wird auf einem etwa 3.000 Quadratmeter großen Areal zwischen Kaiser- und Zähringerstraße gearbeitet. Auf der Seite von Böckeler bleibt so viel Platz, dass dort Außenbestuhlung möglich ist, erläutern die Experten. Bei Schöpf sei ebenfalls stets ein Durchgang von sechs bis neun Metern Breite gewahrt.

Bis Mai steht zudem eine Aussichtsplattform über dem Haltestellenzugang an der Ecke Kaiserstraße/Böckeler. Von der aus können die Bürger die Arbeiten beobachten. Bis Oktober soll das Baufeld dann fertig sein, die Arbeiten wandern. Dann werden die Steinplatten – die größten wiegen 280 Kilogramm das Stück – auch direkt bei Böckeler verlegt.

Areal umfasst 7.000 Quadratmeter

Im Frühjahr will man bei Schöpf ankommen. Anschließend folgt ab Sommer der Teil hin zum Kaiserhof. Etappe für Etappe ist so das neue Gesicht zu erkennen. Die Fläche umfasst insgesamt 7.000 Quadratmeter.

Bei der Umgestaltung wichtig sei auch die Barrierefreiheit, stellt OB Mentrup klar. So gibt es im östlichen und westlichen Teil Leitstreifen. Sie binden auch die Haltestellen an.