Der Gegner des KSC in der Relegation ist Erzgebirge Aue.
Der Gegner des KSC in der Relegation ist Erzgebirge Aue. | Foto: Montage BNN

Heimspiel am Freitag

Karlsruher SC spielt in der Relegation gegen Erzgebirge Aue

UPDATE: Erzgebirge Aue legt Widerspruch gegen entscheidendes Ligaspiel ein. 

 

Drittligist Karlsruher SC spielt in der Relegation um den Aufstieg in die Zweite Liga gegen Erzgebirge Aue. Die Mannschaft aus Sachsen landete am äußerst spannenden letzten Spieltag der zweithöchsten Spielklasse nur wegen eines schlechteren Torverhältnisses auf Tabellenrang 16 und muss deshalb nachsitzen. Zunächst treten die Erzgebirgler um Trainer Hannes Drews am kommenden Freitag um 18.15 Uhr im bereits ausverkauften Wildparkstadion an. Zum entscheidenden Rückspiel muss dann das Team von KSC-Trainer Alois Schwartz vier Tage später am Dienstag nach Pfingsten ins 450 Kilometer entfernte Aue bei Zwickau reisen.

Zu Besuch bei den BNN: KSC-Trainer Alois Schwartz spricht über Erfolg und Infrastruktur-Probleme.
Zwei Endspiele zum Saisonfinale hat KSC-Trainer Alois Schwartz mit seinem Team zu bewältigen. Bei der Relegation geht es auch um viel Geld. | Foto: GES

Karlsruher treffen auf alte Bekannte

Der KSC trifft bei den Erzgebirglern auf alte Bekannte. Mit Pascal Köpke, Dennis Kempke und Dimitrij Nazarov beschäftigt Aue gleich drei Ex-KSCler. Beim Auswärtsspiel in Darmstadt fiel Aue bei der 0:1-Niederlage auch wegen einer krassen Fehlentscheidung des Schiedsrichters  auf den Relegationsplatz zurück. Tobias Kempe schoss in der 87. Minute das entscheidende Tor für die „Lilien“. Doch Schiedsrichter Sören Storks übersah bereits in der vierten Minute, dass der Ball nach einem Schuss von Aues Calogero Rizzuto erst deutlich hinter der Torlinie geklärt wurde. Dazu wurde den Gästen in der 31. Minute ein klarer Handelfmeter verweigert.

Köpke: Wir werden am Freitag alles geben

„Man kann uns fast nichts vorwerfen, nur dass wir die Tore nicht gemacht haben, wir werden am Freitag alles geben“, sagte Pascal Köpke nach dem Spiel im Fernsehsender Sky. Er fügte hinzu: „Wir dürfen nicht alles auf den Schiedsrichter schieben.“ Aues Präsident Helge  Leonhardt sprach dagegen von einer „Sauerei“. „Wir wurden verschaukelt“, erklärte er bei Sky. Von der Mannschaft forderte er: „Wir müssen das wegstecken.“

Christian Tiffert von Erzgebirge Aue (r) im Zweikampf mit Darmstadts Marvin Mehlem. | Foto: Uwe Anspach/dpa

Trainer Schwartz sieht den Vorteil beim KSC

KSC-Trainer Alois Schwartz will „mit Freude und Mut in die beiden Spiele gehen“. Er sieht den psychologischen Vorteil ganz klar auf Seiten seines Teams, das sich die Chance auf einen krönenden Saisonabschluss mit einer beispiellosen Aufholjagd erarbeitet habe.

Toni Kroos drückt dem KSC die Daumen

Auch Nationalspieler Toni Kroos (Real Madrid) drückt den Karlsruher die Daumen. Er hatte dem Wildpark-Team bereits nach dem in letzter Minute geplatzten Aufstieg in die 1. Bundesliga in der Relegation gegen den HSV im Juni 2015 Mut zugesprochen („dann halt nächstes Jahr“) und erneuerte am Sonntag seine moralische Unterstützung über seinen Twitter-Account:

 

In der Relegation geht es um sehr viel Geld

Bei der Relegation geht es für den verschuldeten KSC nicht zuletzt um sehr viel Geld. Zum Hintergrund: An die Mannschaften der Zweiten Liga werden pro Saison etwa 180 Millionen Euro an TV-Geldern ausgeschüttet, für die Dritte Liga beträgt das TV-Honorar dagegen lediglich 12,8 Millionen Euro – und zwar für alle Vereine. Summa summarum bedeutet der Sprung von der dritthöchsten in die zweithöchste Klasse also mehr als eine Verzehnfachung der Fernsehgelder, der mit Abstand wichtigsten Einnahmequelle der Proficlubs.

Zuschauerschnitt von 11664 im Wildpark

Bei den Ticket-Einnahmen könnte der KSC einen derartigen Sprung gar nicht realisieren. So registrierte der Verein bei seinen Heimspielen in der Dritten Liga in der gerade beendeten Runde 11 664 Zuschauer, in der Saison 2015/16 in der Zweite Liga waren es rund 16 000 Fans, die bei den Heimspielen Eintritt bezahlten.

 

Bei BNN-Umfrage hatten sich die Fans Fürth gewünscht

Bei einer BNN-Online-Umfrage in den vergangenen Tagen hatten sich die Fans mit klarer Mehrheit die Spielvereinigung Fürth mit Trainer Damir Buric als Relegations-Gegner gewünscht. Am wenigsten populär war dagegen ein mögliches Aufeinandertreffen mit Dynamo Dresden. Die Führter galten als der dankbarste aller in Frage kommenden Gegner und hatten trotz des enttäuschenden Saisonverlaufs bis zuletzt viele Unterstützer:

Fürth rettete sich mit drei Toren Vorsprung vor Aue

Fürth hat in der Abschlusstabelle ebenso wie Aue 40 Punkte. Letzlich gaben drei Tore den Ausschlag nach insgesamt 34 Spielen. Die Kleeblättler konnten sich damit auf Rang 15 retten.

Live auf bnn.de und im ZDF

Das Hinspiel der Relegation zwischen Zweiter und Dritter Liga findet am Freitag, 18. Mai, um 18.15 Uhr im Karlsruher Wildpark-Stadion (Live im ZDF) statt und wird von von bnn.de mit einem Live-Ticker begleitet. Gleiches gilt für das entscheidende Rückspiel am Dienstag nach Pfingsten, 22. Mai, ebenfalls um 18.15 Uhr. (Live auf bnn.de und im ZDF).

Noch Restkarten für das Heimspiel

Nach KSC-Angaben können für das Heimspiel am kommenden Freitag im zuvor freigehaltenen Pufferblock E3 doch noch 300 weitere Plätze verkauft werden. Diese Tickets würden am Montag ab 9 Uhr ausschließlich im Fanshop im Wildpark verkauft. Dort geht auch gleichzeitig der Verkauf für das begrenzte Gästekarten-Kontingent der Karlsruher für das Rückspiel in Aue über die Bühne. Zunächst allerdings nur für Mitglieder und Dauerkarteninhaber. Ob es danach noch einen freien Verkauf gibt, ist im Moment nicht absehbar.

Was ist eigentlich eine Relegation?

Im deutschen Sport werden als Relegation Qualifikationsspiele bezeichnet, bei denen es für die beiden beteiligten Vereine entweder um die Verhinderung des Abstiegs in eine tiefere oder um den Aufstieg in eine höhere Liga geht. Im Fußball hierzulande gibt es derartige Entscheidungsspiele seit 1982. Dabei trifft der Drittplatzierte der tieferen Liga auf den Drittletzten der höheren Liga.

SV Waldhof Mannheim trifft auf Uerdingen

In den Aufstiegsspielen zur Dritten Liga trifft Fußball-Regionalligist SV Waldhof Mannheim am 24. und 27. Mai auf den KFC Uerdingen. Es ist bereits der dritte Anlauf der Mannheimer.

Braunschweig steigt direkt ab

Am letzten Spieltag in der Zweiten Liga kassierte Eintracht Braunschweig beim Tabellen-Dritten Holstein Kiel eine haushohe Niederlage und landete damit auf dem direkten Abstiegsplatz 17 in der Endabrechnung. Holstein Kiel dagegen darf nun sein Glück gegen den VfL Wolfsburg suchen. In den Auseinandersetzungen zwischen Erster und Zweiter Liga setzten sich in der Vergangenheit meistens die Vereine des Oberhauses durch, wie der KSC in der Relegation gegen den HSV schmerzlich erfahren musste. Anders sieht es dagegen beim Wettstreit eine Etage tiefer aus, den häufiger die Drittligisten für sich entscheiden konnten.