Vor der„Mutter des Universums“, wie die Tibeter den Mount Everest nennen. Andrea Krieg sah den höchsten Berg der Erde als sie im Himalaya bis auf 5000 Höhe wanderte. Die Direktorin der Stadtbücherei Karlsruhe erstieg auch schon den über 5000 Meter hohen Damavand im Iran. | Foto: privat

Sportlich aktive Chefin

Karlsruher Stadtbibliothek: Andrea Krieg mag nicht nur Bücherberge

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Eine grüne Galerie hat Andrea Krieg in ihrem Büro aufgebaut. Das lange Fensterbrett ist bestückt mit einer stattlichen Pflanze nach der anderen. Vom deckenhohen Kaktus über Elefantenfuß und Feigenbaum bis zur Palme. Die Direktorin der Stadtbibliothek Karlsruhe hat die Wand hinter sich violett streichen lassen und blickt geradeaus auf ein Kunstwerk, das sportliche aktive Menschen sowie Tiere an einem imaginären Strand zeigt. So umgibt sich Krieg mit Symbolen ihrer Leidenschaft für Natur.

Hornisgrinde und Mount Everest

Ich bin einfach gern draußen unterwegs. Täglich mit dem Fahrrad, im Sommer schwimme ich in den Baggerseen und so oft wie möglich geht es zum Wandern. Ich liebe den Schwarzwald schon immer, bin zu jeder Jahreszeit gern auf der Hornisgrinde“, erzählt die 61-Jährige. Als ihre Kinder groß waren, kamen weitere Bergziele hinzu. In den Alpen oder den bolivianischen Anden. Im Iran bestieg sie den über 5 600 Meter hohen Damavand. In Tibet gelangte sie mit der Gruppe bis auf ein Basislager des Mount Everest mit dünner Luft über 5 000 Meter.

Seit 20 Jahren Chefin

Seit 20 Jahren leitet Krieg das Bücher- und Medienhaus beim Friedrichsplatz. Plus sechs Stadtteilbibliotheken, dem Medienbus sowie der Kinder- und Jugendbibliothek im Prinz-Max-Palais. Dort begann ihre Karlsruher Tätigkeit 1984. „In jener Zeit war es nicht leicht, eine feste Stelle nach dem Fachhochschulstudium in Stuttgart zu finden. Ich musste mich mit vielen Zeitverträgen an verschiedenen Arbeitsorten zwischen der Bergstraße und dem Enzkreis durchschlagen.“

Verantwortung für 70 Beschäftigte

All diese Erfahrungen führten dazu, dass ihr klar wurde, dass sich eine Bibliothek ständig wandeln muss und wie sie mit Mitarbeiten umgehen will. Heute hat sie Verantwortung für 70 Beschäftigte auf 51 Stellen. Die Chefin legt Wert darauf, einmal die Woche selbst an einem Auskunftsplatz zu sitzen, um direkt zu erleben, was Leser bewegt.

Andrea Krieg  hat als Kind schwer lesen gelernt

„Ich habe als Kind nur schwer lesen gelernt, meine Mutter hatte ziemlich Mühe mit mir“, erinnert sich Krieg. „Aber bald entdeckte ich die Gemeindebücherei Oftersheim, die mich schon deswegen begeisterte, weil sie von dem wunderbaren Lehrer Kramer geleitet wurde, das war der Mädchenschwarm an unserer Schule.“ Kriegs Eltern führten bis zur Rente ein Fahrradgeschäft.

Die große Neugier auf Kultur

Heute kümmert sich die Tochter beispielsweise an Sonntagen um sie. Ansonsten kann ein Gottesdienst zum Programm des freien Tages gehören. Hinzu kommen Ausflüge an den Rhein oder es zieht sie auf das weite Feld ihrer Kulturneugierigkeit. „Ich gehe spontan im Staatstheater in eine Oper, wenn’s noch Karten gibt oder schaue mit Töchtern und Freunden einen Science-Fiction-Film im Kino. Wir sind alle große Sci-Fi-Fans.“

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In Oftersheim und Schwetzingen wuchs die 1957 geborene Andrea Krieg mit zwei Geschwistern auf. Ihre Eltern führten das Fahrradgeschäft Limbeck. Nach dem Abitur mit Lieblingsfach Mathe schrieb sie sich für Informatik ein, studierte dann das als vielfältiger empfundene Bibliothekswesen in Stuttgart. Außerdem heiratete sie und bekam zwei Töchter. Seit 1984 arbeitet sie in Karlsruhe, seit 1999 als Leiterin der Stadtbibliothek. Ehrenamtlich ist sie außerdem Geschäftsführerin des Bibliotheksverbands Baden-Württemberg und seit sechs Jahren mit ablaufender Amtszeit im Vorstand des deutschen Bibliotheksverbands.