Wenig Freude hat die Stadt zur Zeit mit der Stadthalle, deren Sanierung eine unendliche Geschichte wird. | Foto: jodo

Langwierige Sanierung

Karlsruher Stadthalle wird noch teurer

Stadthalle und kein Ende: Jüngst informierte die Erste Bürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz in einer internen Sitzung die Vertreter der Fraktionen über den aktuellen Zustand der Stadthallensanierung, sprich über die neuesten Erkenntnisse. Die Informationen übertrafen offenbar noch die schlimmsten Befürchtungen, hieß es später von Teilnehmern der Runde, dem sogenannten „Begleitgremium“, gegenüber den BNN.

Nach dem nun von der Stadt vorgelegten Zahlenwerk geht man nach BNN-Informationen von einer Kostensteigerung von 18 Millionen Euro bei der Stadthallensanierung aus, statt von bisher veranschlagten 60 Millionen sollen sie auf rund 80 Millionen Euro ansteigen. Die BNN hatten bereits vor Wochen über die deutlichen Kostensteigerungen berichtet und von einer Summe von um die 15 Millionen Euro berichtet.

Außerdem sollen die Bauarbeiten an der Halle deutlich länger dauern. Statt wie geplant Anfang 2020 geht die Stadt nun von Anfang 2021 aus – dies aber nur als Prognose. Allerdings hat die Karlsruher Messegesellschaft KMK bereits Veranstaltungen für das Jahr 2020 eingeworben. Offenbar wurden bei der internen Sitzung deutliche Zweifel der Stadträte laut, ob diese schlechten Nachrichten bereits das Ende der Fahnenstange sind und ob überhaupt ein Fertigstellungstermin Anfang 2021 zu halten ist. Andere Stadträte befürchteten weiter einen schweren Schaden für die Stadt als Kongressstandort. „Wenn wir heute eine Veranstaltung absagen müssen, ist sie für zehn Jahre weg“, hieß es.

Bürgermeisterin bestätigt Zahlen für Stadthalle

Gegenüber den BNN bestätigte die Erste Bürgermeisterin Gabriele Lucak-Schwarz am Dienstagnachmittag die Zahlen. Sie gehe von einer Zeitverzögerung von „mindestens einem Jahr“ aus. Genauer könne man dies nach weiteren Prüfungen im Juli sagen. „Das ist alles nicht erfreulich“, betonte sie auf BNN-Nachfrage. Es gehe hier allerdings nicht um generelle Kostensteigerungen, sondern um ein völlig neues Gewerk, eine völlig neue Planung der Lüftung, die notwendig geworden war.

„Unsere Bestandspläne haben nicht mit dem übereingestimmt, was wir in der Realität vorgefunden haben“, sieht die Finanz- und Wirtschaftsbürgermeisterin als wesentliche Ursache für die Probleme. Die Ausschreibung für die Sanierung der 1985 fertiggestellten Halle habe wiederum auf diesen Bestandsplänen resultiert.

Die Stadthalle mit ihren fünf Veranstaltungssälen für maximal 4 000 Besucher gilt als Filetstück des innerstädtischen Kongresszentrums und wird angesichts der zugespitzten Konkurrenz in Südwestdeutschland dringend gebraucht. Die Stadtverwaltung hatte Anfang April selbst eingeräumt hat, dass bei der Sanierung der Stadthalle vor allem bei der Lüftungstechnik unvorhergesehene Schwierigkeiten aufgetreten waren. Auch von einer massiven Schadstoffbelastung war die Rede.

Wir müssen Lösungen anbieten

Luczak-Schwarz, die gleichzeitig auch Aufsichtsratsvorsitzende der KMK ist, verwies darauf, dass die Messegesellschaft nun Gespräche mit jenen Kunden führt, die für 2020 bereits Optionen haben für die Stadthalle. „Wir müssen ihnen Lösungen anbieten,“ gibt sie die klare Richtung vor. Die Stadthalle ist seit Juli 2017 wegen der Sanierung gesperrt. Als Ausweichmöglichkeiten dienen bereits jetzt schon das Konzerthaus, die Schwarzwald- und die Gartenhalle sowie die Räumlichkeiten auf dem Messegelände bei Rheinstetten, darauf sollen sich also die Bemühungen der Messegesellschaft erneut konzentrieren. Auf der Homepage der KMK wird die Stadthalle „in ihrem neuen Gewand“ unterdessen noch munter mit dem Wiedereröffnungstermin 2020 beworben.