Sieger
Triathlet Sebastian Kienle aus Mühlacker will nach 2014 zum zweiten Mal auf Hawaii gewinnen. | Foto: Arne Dedert

„You are an Ironman“

Karlsruher Triathleten starten auf Hawaii

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Dass beim Ironman Hawaii, der als Weltmeisterschaft für die Triathlon-Langdistanz gilt, Zahlen eine nicht unbeträchtliche Rolle spielen, liegt in der Natur des Wettkampfes und natürlich an den Wettkampfvorgaben: 3,86 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer Rad, und 42,195 Kilometer (Marathon) Laufen. Diesen Samstag, am 13. Oktober, ist es mal wieder soweit, stürzen sich die Triathlon-Weltelite und ambitionierte Amateure auf Big Island ins Ironman-Abenteuer.

2 400 Starter haben sich dafür qualifiziert, rund 210 davon aus Deutschland, und davon wiederum sieben aus dem Stadt- und Landkreis Karlsruhe. Damit dürfte die Region Karlsruhe mit das größte lokale Starteraufgebot beim Ironman Hawaii stellen.

Ein Mythos

Eine Erklärung dafür: „Wir leben in einer tollen Region, die sich mit ihren Seen, mit ihren Strecken und mit vielem mehr geradezu für den Triathlonsport anbietet“, so der einhellige Tenor unter den regionalen Startern. Ebenfalls Einigkeit herrscht bei den „Eisenmännern“ über die Strahlkraft des Ironman: „Das ist einfach ein Mythos. Da muss man mal dabei gewesen sein. Den Ironman kennt jeder auf der Welt.“

Hochzeitstag, Geburtstag

Und doch, bei aller Einigkeit, hat jeder seine eigene Ironman-Geschichte. Silke und Christian Piri heirateten auf Big Island. „Am 3. Oktober haben wir Hochzeitstag.“ Volkmar Roth feiert wenige Tage vor dem Startschuss Geburtstag. Thilo Schmalkoke freut sich, ein „Teil all dieser Bekloppten“ sein zu dürfen. Holger Lorenz wird mit seiner Frau etwas Urlaub auf Big Island machen. Der Sohn von Moritz Gmelin hat auch für Hawaii gebucht. Und Diana Peukert weiß jetzt schon, dass es am 13. Oktober „härter wird als alles was ich bisher erlebt habe“. Sie startet zum ersten Mal beim Ironman Hawaii.

Der achte Start

Anders sieht es bei Lorenz aus. Er kann´s einfach nicht lassen. Sein achter Start steht unmittelbar bevor. „Klar, in den Jahren hat sich einiges verändert. Es ist alles größer geworden. Geblieben ist das einzigartige Flair.“ Zum fünften Mal startet Gmelin in Hawaii. „Für mich beginnt die einzigartige Atmosphäre, wenn ich aus dem Flieger steige, und weiß, jetzt bin ich angekommen.“ Hawaii sei ganz besonders, allein vom Wetter her, so Schmalkoke: „Du stehst da und schwitzt. Wahnsinn.“ Das Ehepaar Piri hofft, sich auf der Strecke zu begegnen: „Das wäre es doch!“ Frau, Tochter und deren Freund, begleiten Roth – ein Familienausflug mit Anfeuerungsgarantie.

Unberechenbarer Wind

Motivation, Anfeuerung und viel Willenskraft benötigen die Starter auf jeden Fall. Eine Menge Respekt hat nicht nur Silke Piri vor dem unberechenbaren Wind. „Der kann dich vom Rad wehen.“ Die Stimmung will Ehemann Christian genießen. Wenig Gedanken möchte sich Lorenz über die Gesamtstrecke machen: „Ich habe kurzfristige Ziele – von Verpflegungsstation zu Verpflegungsstation.“ Aufs Schwimmen im „Riesen-Aquarium“ Pazifik freut sich Diana Peukert. Der erfahrene Ironman Roth wiederum hat Respekt vor den Temperaturen. Auf die Gesamtshow Hawaii, ein bisschen Selbstbeweihräucherung, sehen und gesehen werden, freut sich Schmalkoke; und Gmelin auf die vielen Kontakte – „man kennt sich halt“.

Teures Quälen

Längst sind alle Stadt- und Landkreis-Karlsruhe-“Ironmen“ in Hawaii angekommen; rechtzeitig, um sich zu akklimatisieren. Und wenn es interessieren sollte: Der „Spaß“ Ironman Hawaii ist teuer. Ein paar tausend Euro pro Mann und Maus kostet das Vergnügen, sich freiwillig zu quälen, beim „Mythos“ mit dabei sein zu dürfen.

Von Klaus Müller

„Ironman“ im TV
Samstag, 13. Oktober, Livestream beim ZDF ab 18.30 Uhr, ab null Uhr im TV sowie via ironman.com

  1. Der BNN-Fragebogen für die Ironman-Starter
    1. Alter/Wohnort
    2. Startet für
    3. Wievielter „Ironman Hawaii“
    4. Qualifikationswettkampf
    5. Ziel/Zeitvorgabe
    6. Vorbereitung
    7. Stärken / Schwächen
    8. Motto

Diana Peukert

1. 39 / Oberderdingen
2. TV Bretten
3. Erster Start
4. Frankfurt
5. Ziel war die Quali. Möchte Stimmung genießen
6. Zielgerichtetes Training mit meinem Coach Marco Müller
7. Schokolade und Chips. Sonst relativ ausgeglichen
8. Begeisterung für immer wieder neue sportliche Herausforderungen


Christian Piri

1. 32 / Karlsruhe.
2. Steuerbüro Liedke Karlsruhe
3. Erster Start
4. Barcelona; 8:52 Stunden
5. Daylight-Finish, unter zehn Stunden
6. 20 Stunden die Woche
7. Stärke Radfahren; Schwäche Schwimmen
8. Denke wie eine Hummel, trainiere wie ein Rennpferd


Holger Lorenz

1. 49 / Bruchsal
2. Team Dietrich Bretten
3. Achter Start
4. Thailand; Mitteldistanz
5. Unter zehn Stunden
6. 20 Stunden die Woche
7. Ausgeglichen
8. Nur die Harten kommen in den Garten


Moritz Gmelin

1. 44 / Ettlingen
2. Tri Team SSV Ettlingen
3. Fünfter Start
4. Los Cabos; 9:33 Stunden
5. Ins Ziel zu kommen. Eine Zeit um 9:30 Stunden wäre toll
6. Im Sommer mit Kindern mit dem Fahrrad nach Kroatien
7. Schwimmen und Laufen. Aber da knackst es gerade im Gebälk
8. Es darf auch mal weht tun


Silke Piri

1. 34 / Karlsruhe
2. Post Südstadt Karlsruhe
3. Zweiter Start
4. Südafrika; 10:34 Stunden
5. Keine Vorgabe, ankommen, vielleicht unter elf Stunden
6. 20 Stunden die Woche
7. Kann mich immer motivieren
8. Aufgeben gibt es nicht


Thilo Schmalkoke

1. 46 / Karlsruhe
2. TV Haueneberstein / abas Software AG
3. Zweiter Start
4. Hamburg; Deutscher Vizemeister AK 45
5. Daylight-Finish und Rennen genießen; unter elf Stunden
6. Schwimmen im Epplesee, Radfahren am Rheindamm, Laufen an der Alb
7. Schnell zu schwimmen, lerne ich irgendwann noch
8. Lass die anderen voraus schwimmen


Volkmar Roth

1. 55 / Karlsruhe
2. Nonplusultra Esslingen
3. Vierter Start
4. Frankfurt; 10:23 Stunden
5. Keine Vorgabe, Wettbewerb einfach nur genießen
6. 18 Stunden in der Woche
7. Mentale Stärke
8. Dabei sein…