Amoklauf in München

Karlsruher vor Gericht: Mann soll Internetplattform zum Waffenkauf betrieben haben

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Die Staatsanwaltschaft Mannheim hat beim Landgericht Karlsruhe Anklage gegen einen 31-Jährigen aus Karlsruhe erhoben. Der Mann soll die Internetplattform betrieben haben, über die der Münchner Amokläufer David S. eine Waffe kaufen konnte, mit der er im Juli 2016 im Münchner Olympia-Einkaufszentrum neun Menschen und sich selbst erschoss und fünf verletzte. Das berichtet die Staatsanwaltschaft Mannheim am Freitag.

Die Anklage der Staatsanwaltschaft lautet auf den Verdacht der fahrlässigen Tötung in neun sowie der fahrlässigen Körperverletzung in fünf Fällen. Dem Karlsruher wird außerdem die Beihilfe zum Verstoß gegen das Waffengesetz vorgeworfen.

Lange Anklageliste

Weitere Anklagepunkte lauten auf Beihilfe zum unerlaubten Handel mit Schusswaffen und Betäubungsmitteln sowie den  Erwerb von Waffen und Drogen. Der Mann sitzt seit Donnerstag erneut in Untersuchungshaft.

Die Internetplattform soll der 31-Jährige von März 2013 bis zur Abschaltung im Juni des vergangenen Jahres als alleiniger Administrator betrieben haben. Sie gilt als eine der größten Underground-Economy-Foren im deutschsprachigen Raum, die Rede ist von zuletzt fast 23 000 Nutzern.

Der 33-jährige Waffenhändler, der dem Amokläufer die Pistole verkaufte, wurde bereits im Januar zu sieben Jahren Haft verurteilt.