Start nach Maß: Mit zwei ausverkauften Vorstellungen ist der Karlsruher Weihnachtscircus in seine zehnte Spielzeit gestartet.
Start nach Maß: Mit zwei ausverkauften Vorstellungen ist der Karlsruher Weihnachtscircus in seine zehnte Spielzeit gestartet. | Foto: Andrea Fabry

Neues Programm

Karlsruher Weihnachtscircus: Spektakel in der Luft und am Boden

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Kann das gut gehen? Im Zirkuszelt kann man eine Stecknadel fallen hören. Die sieben Rodriguez-Brüder aus Kolumbien sind hoch konzentriert. Das müssen sie sein. In fast zehn Metern Höhe wollen sie unter der Kuppel des gelb-roten Zelts des Karlsruher Weihnachtscircus eine Sieben-Mann-Pryramide bilden – auf einem Stahlseil, ohne Sicherung.

Ein Höhepunkt im neuen Programm: Die Sieben-Mann-Pyramide auf dem Hochseil.
Ein Höhepunkt im neuen Programm: Die Sieben-Mann-Pyramide auf dem Hochseil. | Foto: Bernd Kamleitner

Vier Männer balancieren auf dem Seil, auf zwei Stangen auf ihren Schultern stehen  zwei Kollegen, auf einer Stange auf deren Schultern im nächsten Rang der siebte Mann. Das ist Nervenkitzel pur! Aufatmen und anhaltender Beifall auf den Rängen, als die Artisten wieder am Podest ankommen. Alles ist gut gegangen!

Mit der Truppe aus Südamerika und vielen weiteren Höhepunkten im fast dreistündigen Programm legt der Karlsruher Weihnachtscircus, der von den BNN als Medienpartner begleitet wird, bei zwei ausverkauften Vorstellungen am Freitag zum Auftakt der zehnten Spielzeit einen Start nach Maß hin.

Preisgekrönte Artisten

Mit Flying Perch präsentieren die Weihnachtscircus-Macher zum Finale obendrein eine mehrfach bei renommierten Zirkusfestivals preisgekrönte Nummer, die das seit Jahren hohe Niveau des Programms zum Jahreswechsel unterstreicht. Unter Perch versteht man eine lange Stange, die von einem Untermann präsentiert wird, während am oberen Ende ein Artist sein Können beweist. Die Truppe gibt sich damit noch nicht zufrieden, sondern verpasst einem Untermann zum Beispiel auch noch Stelzen Mit dann zwei Stangenträgern auf einem Barren nutzen die Artisten aus der Ukraine nahezu die komplette Höhe des Zeltes aus. Das ist große Zirkuskunst!

Die BNN begleiten den Karlsruher Weihnachtscircus als Medienpartner.
Die BNN begleiten den Karlsruher Weihnachtscircus als Medienpartner. | Foto: Bernd Kamleitner

Das Programm, das noch bis 6. Januar in Karlsruhe geboten wird, gibt es in dieser Zusammenstellung nur beim Weihnachtscircus zu sehen. Es zeigt die ganze Bandbreite des Zirkuslebens wie wir es kennen, das vor 250 Jahren von Philip Ashley mit Kunstreitervorführungen in London aus der Taufe gehoben wurde.

Waren auch schon mit dem Cirque du Soleil auf Tour: La Vision Acrobatics.
Waren auch schon mit dem Cirque du Soleil auf Tour: La Vision Acrobatics. | Foto: Bernd Kamleitner

Eine Neuauflage feiert die Nummer mit dem Todesrad, das an seinen beiden Enden Hamsterrädern ähnelt. Über der Manege ist die Metallkonstruktion in bis zu zwölf Meter Höhe die Bühne für tollkühne Sprünge der Artisten Maik und Siegfried. In luftiger Höhe zeigt auch Yuliya Stetsenko aus der Ukraine am Luftring ihr Können. Die Kolumbianer sind zudem Unterhaltungskünstler am Flugtrapez.

Zählt zu den Höhepunkten der neuen Show: Die Truppe Flying Perch. Ein Untermann balanciert eine Stange, an deren oberen Ende Artisten ihre Kunststücke zeigen.
Zählt zu den Höhepunkten der neuen Show: Die Truppe Flying Perch. Ein Untermann balanciert eine Stange, an deren oberen Ende Artisten ihre Kunststücke zeigen. | Foto: Bernd Kamleitner

Jambo Kids als Stimmungsmacher

Am Boden ist ebenfalls Spektakuläres geboten: Etwa waghalsige Sprünge der Jambo Kids aus Afrika oder die unglaublich ästhetische Hand-auf-Hand-Darbietung von La Vision Acrobatics, einem Duo, das schon mit dem berühmten Cirque du Soleil tourte. Während die Stadt Karlsruhe prüft, ob für Zirkusgastspiele künftig ein Verbot von „gefährlichen Wildtieren“ verhängt werden soll, sind Tiernummern von vielen Zirkusfans aus dem klassischen Zirkus kaum wegzudenken.

Sprunggewaltig sind die Jambo Kids aus Afrika.
Sprunggewaltig sind die Jambo Kids aus Afrika. | Foto: Bernd Kamleitner

Esel sind gar nicht so störrisch

Renaldo Weisheit zeigt etwa rassige Pferde und Zebras, die eher als scheu gelten. Mit Eseln und sogar Bisons wagt sich Tierlehrerkollege Marcel Krämer in die Manege. Insbesondere bei Kindern leuchten die Augen. Die Bison-Nummer wurde bereits zum Internationalen Zirkusfestival im Januar nach Monte Carlo eingeladen. Wie das Wasser zum Fisch gehören die Spaßmacher zum Zirkus.

Bauchredner hat die Lacher auf seiner Seite

Als Comedian ist Mr. Gerald ein Clown moderner Prägung, der auch Umbaupausen mit Humor überbrückt. Die Lacher auf seiner Seite hat zudem Bauchredner Serge Massot. Ein Acht-Mann-Orchester und das Showballett mit Sängerin Charlin runden das von Monika Kaselowsky und Giovanni Biasinie moderierte Zirkuserlebnis ab.