Im richtigen Moment auf dem Auslöser: Handstandartist Rene Sperlich wirft die Steine zur Seite und fängst sich im Handstand wieder auf den beidne Stangen auf. Ein absoluter Höhepunkt seiner Nummer, die er beim Karlsruher Weihnachtscircus zeigt.
Im richtigen Moment auf dem Auslöser: Handstandartist Rene Sperlich wirft die Steine zur Seite und fängt sich im Handstand wieder auf den beiden Stangen auf. Ein absoluter Höhepunkt seiner Nummer, die er beim Karlsruher Weihnachtscircus zeigt. | Foto: Andrea Fabry

Nahezu immer ausverkauft

Karlsruher Weihnachtscircus: Wir sind sehr, sehr zufrieden

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Beim Start vor zehn Jahren galt das Vorhaben als mutiges Engagement. Rund 30.000 Besucher wurden beim ersten Gastspiel des Karlsruher Weihnachtscircus im Jahr 2009 auf dem Messplatz an der Durlacher Allee gezählt. Inzwischen pendelt sich das Interesse bei rund 42 000 Besuchern ein. Die Rekordzahl aus dem vergangenen Jahr wird wohl auch an diesem Sonntag (6. Januar 2019)  auf der Schlussabrechnung stehen. Angesicht der Sitzplatzkapazität von 1 400 Besuchern im gelb-roten Zirkuszelt geht bei 30 Vorstellungen aber nicht mehr. Seit der Gala-Premiere am 21. Dezember war nahezu jede Show ausverkauft. „Manchmal waren vielleicht noch 20 Plätze frei“, sagt Zirkussprecher Kevin Leppien. Kein Wunder, dass bei den Verantwortlichen auch die zehnte Spielzeit schon jetzt als großer Erfolg gewertet wird: „Wir sind sehr, sehr zufrieden!“

Programm ist so nur in Karlsruhe zu sehen

Noch bis einschließlich Sonntag, 6. Januar, gastieren die internationalen Artisten mit einem Programm in der Fächerstadt, das es in dieser Zusammenstellung nur im Weihnachtscircus zu sehen ist. Die Macher können dabei auf Künstler zurückgreifen, die bei ganz unterschiedlichen Produktionen unter Vertrag stehen und sich mit dem Engagement in Karlsruhe ein schönes Weihnachtsgeld dazuverdienen. Wie etwa das ungarische Duo La Vision Acrobatics, das auch schon mit dem berühmten Cirque du Soleil auf Tour war.

Das Karlsruher Spektakel für große und kleine Zirkusfreunde wird wiederum von den BNN als Medienpartner präsentiert. Die äußeren Rahmenbedingungen waren in den vergangenen beiden Wochen ebenfalls nahezu ideal. Von bis zu zweistelligen Minusgraden und Wasserrohren, die aufgetaut werden mussten wie etwa beim Gastspiel im Jahr 2010, blieb die Truppe auf dem Messplatz verschont.

Höhepunkt: die Sieben-Mann-Pyramide auf dem Hochseil

Trotz der zum Teil atemberaubenden Kunststücke, die immer ein gewisses Verletzungsrisiko bergen, gab es fast keine Ausrutscher. Lediglich ein ungewollter Fauxpas eines Mitglieds der kolumbianischen Hochseiltruppe hatte Konsequenzen: Ein Artist der Rodriguez Brothers hatte sich beim Überspringen eines Kollegen auf dem Hochseil die Kniescheibe ausgerenkt und musste den Auftritt abbrechen. Die viel bestaunte Sieben-Mann-Pyramide bestand in dieser Vorstellung nur aus sechs Mann. In der Klinik wurde die Kniescheibe wieder eingerenkt – und am nächsten Tag stand der Artist wieder wie gewohnt auf dem Seil, berichtet Kevin Leppien.

Anreise aus Israel und Kolumbien

Die südamerikanische Truppe hatte einen der Höhepunkte des dreistündigen Karlsruher Manegenprogramms eigentlich gar nicht mehr drauf, weil sie in zwei getrennten Gruppen international unterwegs war. Die Macher des Karlsruher Weihnachtscircus wollten aber eine solche Nummer gerne zeigen und fragten bei den Kolumbianern an. So trafen sich die beiden Gruppen wieder in Karlsruhe. Ein Teil kam aus Israel angereist, der andere aus Kolumbien. „Die haben sich nach Jahren wieder in Karlsruhe getroffen und die Sieben-Mann-Pyramide gezeigt, als hätten sie sie gestern noch im Programm gehabt“, verweist Leppien auf die ganz besondere Qualität dieser Artisten.

Gastspiel 2019 geht einen Tag länger

Im der nächsten Spielzeit ist eine Zuschauersteigerung möglich: Das Gastspiel wird einen Tag länger dauern, die Premiere bereits am 20. Dezember sein. Der Karlsruher Weihnachtscircus kann so in seiner elften Spielzeit 2 800 Tickets mehr als in dieser Saison verkaufen. Die Vorbereitungen für das neue Programm sind schon vor dem Ende des zehnten angelaufen.

Erste Nummer ist schon gebucht

Die erste Nummer ist vertraglich unter Dach und Fach. Es gibt ein Wiedersehen mit der Puje Truppe aus der Mongolei, die beim 6. Karlsruher Weihnachtscircus mit von der Partie war und derzeit beim Festival der Artisten des Zirkus Flic Flac in Kassel gastiert. Ihre Spezialität ist die Kontorsionsartistik: Die Artisten verdrehen oder verbiegen ihre Körper in Dimensionen, die eigentlich unvorstellbar erscheinen.

Manege wird Boxring: Das Zelt des Karlsruher Weihnachtscircus wird vor dem Start der elften Spielzeit am 20. Dezember 2019 erneut zur Box-Arena. Das bestätigt der Sportdirektor von TS Boxing in Dettenheim, Rainer Gottwald. Boxfreunde können sich den 14. Dezember im Kalender also schon einmal rot anstreichen. Dann wird die Manege wieder zum Boxring – wie schon am 14. Dezember 2014. Damals kämpfte im Zirkuszelt unter anderem Vincent Feigenbutz. Sein rumänischer Gegner Ionut Trandafir musste sich in der zweiten Runde gegen den in Karlsruhe geborenen „Iron Junior“ geschlagen geben. Inzwischen ist Feigenbutz in der Boxszene längst ein Begriff.
Craft Beer im Zirkuszelt: Bevor die Romanza-Circusproduktion das gelb-rote Zelt des Karlsruher Weihnachtscircus auf dem Messplatz an der Durlacher Allee wieder abbaut, wird es noch zum Treffpunkt für Freunde von Kleinstbrauereien. Vom 11. bis 13. Januar 2019 steigt in der Zirkuskulisse das 1. Karlsruher Craft Beer Festival. Neben den Produkten von Brauern Kleinstbrauereien gibt es im Zelt Streetfood-Stände.