Räumt ihren Platz auf dem Lauterberg: Schneeleopardin Dinata soll künftig im Zoo in Krakau für Nachwuchs sorgen. Ihre Mutter Julika bekommt einen neuen Partner. 2020 könnte es dann im Zoo die ersten Schneeleoparden-Babys geben. | Foto: Deible

Ein Partner für Julika

Karlsruher Zoo hofft auf Nachwuchs bei den Schneeleoparden

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Dinata ist ausgezogen: Am Mittwochmorgen trat die Schneeleoparden-Dame ihre Reise in den Krakauer Zoo an. Zurückbleibt Dinatas Mutter Julika. Lange wird sie aber nicht alleine bleiben: Bereits im ersten Halbjahr 2019 soll ein männlicher Schneeleopard in den Karlsruher Zoo ziehen. Der Kater kommt voraussichtlich aus dem Zoo du Bassin d-Arcachon im Südwesten Frankreichs. Laut Zoo-Pressesprecher Timo Deible würde der zwei Jahre alte Schneeleopard genetisch gut zu Julika passen. Wenn alles klappt, könnte es bereits im Jahr 2020 Nachwuchs bei den Raubkatzen geben. „Es wäre sehr schön, wenn diese beiden Tiere miteinander harmonieren und Nachwuchs bekommen würden“, sagt Zoodirektor Matthias Reinschmidt.

Dinatas Brüder sind schon 2017 umgezogen

Dinatas Brüder Deeleg und Dipendu – die wie sie im Jahr 2015 in Karlsruhe geboren wurden – leben bereits seit 2017 im Zoo Ústí in Tschechien. Laut Deible müssen männliche Nachkommen bei den Schneeleoparden vor der Geschlechtsreife umziehen. Und auch für Dinata wurde es jetzt Zeit: „Sie ist wie ihre Mutter für die Zucht vorgesehen“, sagt Deible. So sei das in der Natur: Schneeleoparden sind eher Einzelgänger, die dann irgendwann „eine eigene Gruppe gründen“.

Internationales Zuchtbuch für Schneeleoparden

Nach Angaben des Zoos gefährden Wilderei und die Zerstörung des Lebensraums das Überleben dieser imposanten Katzenart in freier Wildbahn. Schneeleoparden haben ihren natürlichen Lebensraum in zentralasiatischen Hochgebirgen wie dem Himalaya. Es gibt ein Internationales Zuchtbuch (ISB) für Schneeleoparden, das vom Zoo Nordens Ark in Schweden geführt wird und 478 Tiere in 205 Institutionen umfasst. Mit der Erhaltungszucht sollen stabile Populationen mit einem breiten genetischen Pool in Menschenobhut gesichert werden. Diese könnten bei Bedarf auch wieder in der Natur angesiedelt werden, so der Zoo.

Nachwuchs bei den Ziegen

Und während das Team um Direktor Reinschmidt nun auf Schneeleoparden-Babys hofft, gibt es an anderer Stelle schon jetzt „Nachwuchs en masse“, wie Deible es ausdrückt. Bei den Ziegen im Gehege des Streichelzoos wuseln derzeit elf Baby-Ziegen umher. Zu den im November und Dezember geborenen Jungtieren sind in dieser Woche acht Zicklein hinzugekommen. Die flauschigen Gesellen erfreuen besonders die kleinen Besucher.

Übernimmt Erdmännchen Evi das Zepter?

Und wenn alles klappt, könnte sich auch die Erdmännchenfamilie neben dem Giraffenhaus bald vergrößern. Die Brüder Jonny und Fluffy haben mit Erdfrau Evi jetzt eine neue Mitbewohnerin. Laut Deible hat es schon erste „Annäherungen“ mit dem weiblichen Erdmännchen aus dem Bochumer Zoo gegeben.

Alles im Blick: Mit Erdmännchen-Dame Evi hofft der Zoo, eine neue Anführerin gefunden zu haben, die dann auch bald für Nachwuchs sorgen wird. | Foto: jodo

Deible hofft nun auf baldigen Nachwuchs und ein Matriarchat mit Evi an der Spitze. „Bei den Erdmännchen hat immer ein Weibchen das Sagen“, erklärt der Pressesprecher. Nur dieses dürfe sich innerhalb der Gruppe dann auch fortpflanzen. Mit dem vorherigen Weibchen habe das nicht funktioniert. Nun ruhen alle Hoffnungen auf Evi.