Ihr Revier umfasst 87 Städte und Gemeinden vom Nordschwarzwald bis an den Rhein bei Philippsburg. Caren Denner ist seit einem Jahr Chefin im Polizeipräsidium Karlsruhe. | Foto: pol

Präsidentin Caren Denner

Diese Frau steht an der Spitze der Karlsruher Polizei

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Caren Denner durchlief nicht die klassische polizeiliche Arbeit im Streifendienst. Die Präsidentin des Polizeipräsidiums Karlsruhe ist Juristin – und deshalb musste sie eine erreichte Spitzenposition sogar einmal abgeben. Doch die aus Neuenbürg im Enzkreis stammende 57-Jährige blieb hartnäckig.

Zwei goldene Sterne, umrahmt von Eichenlaub, prangen auf den Schulterklappen ihrer blauen Uniform. Gold steht für den höheren Dienst, das Eichenlaub fürs Präsidiale und zwei Sterne zeigen an: Hier kommt kein „Vize“, sondern die Chefin einer obersten Dienststelle. Hohe Verantwortung neben den Sternen trägt Caren Denner, die Polizeipräsidentin in Karlsruhe. Von Nagold bis Philippsburg reicht ihr Revier. Sicherheit in 87 Städten und Gemeinden muss sie im Blick haben.

„Das ist etwas, was mich schon in der Jugend fasziniert hat, in schwierigen Situationen anpacken und Menschen helfen zu können, die Polizei als Freund und Helfer zu sehen“, meint die 57-Jährige.

Der etwas andere Weg zur Uniform

Ihr Weg zur Uniform war jedoch ganz anders, als jener ihrer 2 700 Beamten, davon 23 Prozent Frauen. „Es ist mir klar, dass ich nicht die klassische polizeiliche Arbeit im Streifendienst durchlaufen habe. Aber ich hoffe schon, dass ich auf meinen vielen ’Polizeistationen’ in über 20 Jahren viel dazu gelernt habe. Verständnis für meine Kolleginnen und Kollegen plus ein gewisser Blick von außen, das kann doch helfen, gute Lösungen zu finden“, ist Denner überzeugt.

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Manche Wendung im Staatsdienst nahm die Karriere der Juristin. Sie kümmerte sich um die Eingliederung von Spätaussiedlern und Flüchtlingen. Sie arbeitete in Regierungspräsidien und im Innenministerien, etwa als Referatsleiterin für Verkehr wie für Polizeirecht – vor rund 20 Jahren noch ungewöhnlich für eine Frau. Relativ kurz gestaltete sich die Zeit als Polizeipräsidentin von Mannheim. Denn auf einmal galt beim Land die Regel, solche Chefs müssten die typische Laufbahn des Polizeiberufs absolviert haben.

Zurückgestuft und an die Spitze zurück

Caren Denner sah sich zur Vize zurückgestuft, hielt vier Jahre loyal und geschätzt durch, blieb aber hartnäckig. „Dann bot sich die einmalige Chance, sich für die Leitung in Karlsruhe zu bewerben – und ich habe es getan.“ Weil sich die Zeiten geändert hatten, wurde der in den Ring geworfene Frauenhut gern aufgenommen. Sie wechselte in den Polizeivollzugsdienst und seit fast einem Jahr präsidiert sie in jener Stadt, in der sie seit über 30 Jahren wohnt. „Karlsruhe ist mir zur zweiten Heimat geworden“, sagt die aus Neuenbürg an der Enz stammende Denner. Sie wuchs zusammen mit einer Schwester auf. Die Mutter war kaufmännische Angestellte, der Vater Ingenieur.

 Lust auf schöne Sprache

Akten und Gesetze zu lesen ist Denners Pflicht. Sprache als Kunstwerk in Romanen, Theaterstücken oder spitzzüngigem Kabarett zu genießen ihre Kür in der Freizeit. Welchem Lieblingsort in Karlsruhe würde die Frau mit zwei Sternen sogar drei Sterne geben? „Ganz klar dem Zoo, für ihn habe ich eine Jahreskarte.“

In Neueenbürg (Enzkreis) wuchs die 1962 geborene Caren Denner auf, dort ging sie bis zum Abitur 1981 zur Schule. Sie studierte Rechtswissenschaften in Mannheim und Freiburg. Nach den Staatsprüfungen kam sie 1990 zur Landesverwaltung Baden-Württemberg. Von 2002 bis 2006 war sie Juristin bei der Landespolizeidirektion. Sie stieg 2011 zur Polizeidirektorin in Mannheim auf. Seit Juli 2018 leitet sie das Polizeipräsidium Karlsruhe.