Start der Bauarbeiten: KVV-Geschäftsführer Alexander Pischon, Oberbürgermeister Frank Mentrup, Regierungspräsidentin Sylvia Felder, technischer VBK-Geschäftsführer Ascan Egerer, Mario Rösner von der Volkswohnung und Christian Höglmeier von den VBK (von links) packten symbolisch mit an.
Start der Bauarbeiten: KVV-Geschäftsführer Alexander Pischon, Oberbürgermeister Frank Mentrup, Regierungspräsidentin Sylvia Felder, technischer VBK-Geschäftsführer Ascan Egerer, Mario Rösner von der Volkswohnung und Christian Höglmeier von den VBK (von links) packten symbolisch mit an. | Foto: jodo

Barrierefreie Bahnsteige

Karlsruhes Schienennetz wächst: Vier neue Haltestellen für Knielingen 2.0

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Lange war der breite Grünstreifen auf der Egon-Eiermann-Allee einfach nur das: Ein Streifen Grün mitten auf der Straße. Jetzt steht der erste Bagger auf der Wiese: Die Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) hatten am Montagmorgen zum symbolischen Spatenstich für die lang ersehnte Erweiterung der Straßenbahnlinie 2 bis ins Wohngebiet Knielingen 2.0 geladen.

Bis Ende 2020 soll die von Wolfartsweier kommende Tramlinie von der Siemensallee aus bis zur künftigen Endhaltestelle „Knielingen Nord“ mit vier neuen, barrierefreien Haltestellen verlängert werden (siehe auch Grafik).

Foto: BNN
Die neue Regierungspräsidentin Sylvia Felder dankte allen am Entwicklungsprozess Beteiligten, insbesondere den Bürgerinnen und Bürgern, die ihre Ideen eingebracht hatten. Bei der Gestaltung eines lebenswerten Umfelds sei die neue Straßenbahnlinie ein „weiterer attraktiver Mosaikstein im Karlsruher Straßenbahnnetz“.

Menschen vom Auto wegbringen

Man müsse den Menschen den Umstieg vom Auto so leicht wie möglich machen, betonte Felder: „Nur so können wir unsere Klimaziele erreichen.“ Dass zum neuen Wohngebiet im Norden Knielingen auch die Anbindung ans städtische Straßenbahnnetz gehöre, sei immer klar gewesen, betonte Oberbürgermeister Frank Mentrup. „Und jetzt ist es wirklich so weit.“

Bisher müssen Bewohner dort mit dem Bus zur Haltestelle Lassallestraße fahren, um Anschluss an die Schiene zu erhalten. „Das ist nicht komfortabel, nicht umsteigefrei und nicht barrierefrei“, stellte der Oberbürgermeister fest.

Ein großer Tag für Knielingen

Mit dem aktuellen Infrastrukturprojekt in Knielingen 2.0 werde es gelingen, noch mehr Menschen vom Umstieg vom Auto auf die Straßenbahn zu überzeugen. Der Spatenstich zum Baubeginn sei ein wichtiger konkreter Schritt, der aber auch hohen Symbolwert habe. „Es ist ein großer Tag für Knielingen“, so Mentrup. Denn man werde auch nach der Fertigstellung der Kombilösung „nicht nachlassen“ und weitere Lückenschlüsse im Gleisnetz angehen.

Eröffnung im Herbst 2020 geplant

Die Straßenbahnlinie werde zur Entspannung der Verkehrssituation beitragen, erklärte Mario Rösner von der Volkswohnung. Dadurch werde Knielingen 2.0 eine deutliche Aufwertung erfahren. Hinter der erfolgreichen Umsetzung eines solchen Vorhabens stehe ein großes Team, betonte Ascan Egerer, technischer Geschäftsführer der VBK. Er versprach, die Umsetzung zügig anzugehen, sodass im Herbst 2020 Eröffnung gefeiert werden könne.

Das Straßenbahnprojekt hat laut VBK ein Gesamtvolumen von 14 Millionen Euro, das Land Baden-Württemberg übernimmt davon 6,1 Millionen. In drei großen Bauabschnitten wird die neue, rund 1,5 Kilometer lange Tramstrecke realisiert: Zunächst wird in der Egon-Eiermann-Allee sowohl aus südlicher wie aus nördlicher Richtung gebaut. Im Norden entsteht eine neue Wendeschleife sowie die neue Endhaltestelle „Knielingen Nord“. Im Süden wird gleichzeitig an der neuen Haltestelle „Egon-Eiermann-Allee“ gearbeitet, und schließlich folgt der Lückenschluss zwischen diesen beiden Haltestellen.

Im Zuge des zweiten Bauabschnitts entlang der Sudetenstraße zwischen Annweiler- und Struvestraße werden die neuen Haltestellen „Pionierstraße“ und „Sudetenstraße“ realisiert und die nötigen Gleise verlegt. Bis Anfang 2020 will man mit den ersten beiden Bauabschnitten fertig sein. Dann soll der dritte und letzte große Bauabschnitt in Angriff genommen werden: Ein Kreisverkehr an der Kreuzung Sudetenstraße/Siemensallee wird errichtet, dafür verschwindet die bisherige Haltestelle „Lassallestraße“ mitsamt des dazugehörigen Gleisdreiecks.

Alle Haltestellen barrierefrei und mit gesicherten Gleisquerungen

Nördlich dieses Dreiecks entsteht dann die bereits erwähnte vierte neue Haltestelle „Sudetenstraße“. Bis Ende 2020 soll die zweigleisige Neubaustrecke komplett sein. Alle Haltestellen sollen barrierefrei und mit drei Meter breiten Bahnsteigen ausgebaut werden. An jeder Haltestelle wird nach den Plänen der VBK zudem eine für Fußgänger gesicherte Gleisquerung eingerichtet. Dann ist Knielingen 2.0 endgültig ans Karlsruher Straßenbahnnetz angeschlossen – und zwar im Zehnminutentakt.