Elstner, Reinschmidt, Schimpanse
Unterwegs für "Elstners Reisen": Moderator Frank Elstner und der Karlsruher Zoodirektor Matthias Reinschmidt, dessen Nähe im Zoo von Entebbe ein Schimpanse suchte. | Foto: Ehrlich

Dreh für „Elstners Reisen“

Karlsruhes Zoodirektor Matthias Reinschmidt ist in Uganda bei Dickhäutern und Menschenaffen

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Für die neunte Folge der Artenschutz-Dokumentation „Elstners Reisen“ ist der Karlsruher Zoodirektor Matthias Reinschmidt derzeit mit Moderator Frank Elstner sowie Produzent Christian Ehrlich und dessen Team in Uganda unterwegs. Hauptthema des Filmes sollen Menschenaffen sein: „Die Retter der Gorillas“ ist der Arbeitstitel.

An ihren Erlebnissen lassen die Reisenden Interessierte über die Sozialen Netzwerke teilhaben: Sie  posten  Bilder von Nashörnern und Elefanten, von Flusspferden und tausenden Flughunden am Victoria-See, von Zebramangusten und Webervögeln.

„Wir reisen jetzt weiter zur Gorilla-Forscherin Martha Robins nach Ruhija“, berichtet Matthias Reinschmidt auf BNN-Anfrage.Und ab dann bis zum Ende nächster Woche soll es nur noch um die Menschenaffen gehen, die 98,4 Prozent des Erbmaterials mit den Menschen gemeinsam haben. „Frank Elstner wünschte sich die Gorillas schon, als wir 2014 bei den Orang-Utans in Indonesien waren“, sagt Reinschmidt. Großartig sei, wie Elstner die durchaus fordernde Tour meistere. „Er ist sehr motiviert und scheut keine Anstrengung“, lobt er den 77-Jährigen.

Wir fühlten uns als Gäste im Lebensraum der Schimpansen

Matthias Reinschmidt

Schweißtreibende Trekkingtour zu wilden Schimpansen

Schweißtreibend war etwa die Trekking-Tour durch die zwölf Kilometer lange Kyambura-Schlucht – aber offensichtlich jeden Schritt wert. „Es war einer der interessantesten Tage meines Lebens“, sagt Elstner. Auge in Auge habe er ein paar Minuten mit wild lebenden Schimpansen verbracht. „Ihnen so nah zu kommen, war absolut atemberaubend“, findet auch Reinschmidt. „Wir fühlten uns als Gäste in ihrem Lebensraum“, sagt er.

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Auch Schimpansen werden als „Bushmeat“ gegessen

Schimpansen sind dem Team aber bereits vor zehn Tagen in Entebbe begegnet. Im dortigen Zoo leben 32 der Menschenaffen – er fungiert als Auffangstation. Speziell an der Grenze zum Kongo werden immer wieder Schimpansen beschlagnahmt, denen ein Ende im Kochtopf drohte. Beim Trend zum Bushmeat werde auch vor Menschenaffen nicht halt gemacht.

Im Zoo von Entebbe leben die Tiere auf einer Insel, Ziel ist die Wiederauswilderung. „Die Tiere haben den Kontakt zu uns gesucht, und wir hatten die Anweisung, es geschehen zu lassen“, berichtet der Karlsruher Zoochef. „Sehr berührt“ habe ihn ein siebenjähriger Schimpanse. „Er nahm meine Hand und zog mich von der Gruppe weg“, schildert Reinschmidt. „Dann kletterte er auf mich und ließ sich von mir herumtragen.“

Nashörner konnten wieder angesiedelt werden

Zu den Erlebnissen, die ihm emotional einiges abverlangen, gehört für Reinschmidt auch die Begegnung mit einer Nashorn-Mutter und ihrem Jungen im Ziwa Sanctuary. 1983 waren die Breitmaul-Nashörner in Uganda ausgerottet, nun gelang die Ansiedlung von Spitzmaul-Nashörnern.

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Fast ebenso nah wie den Nashörnern kam das Team im Queen-Elisabeth-Nationalpark einer Flusspferd-Herde, Büffeln und Elefanten. Und für Vogelexperte Reinschmidt lohnte sich vor allem einen Ausflug in ein Sumpfgebiet: „Es war ein Kindheitstraum von mir, einmal einen Schuhschnabel zu sehen“, sagt er. Auch wenn der mystische Vogel sich eilig in die Lüfte schwang.