Trotz WM-Finale fanden sich einige Besucher vor der Cafébühne bei der Alex Wernet Band ein.
Trotz WM-Finale fanden sich einige Besucher vor der Cafébühne bei der Alex Wernet Band ein. | Foto: Scheu

WM-Finale beim „Vor-Fest“

Kaum Fußballfans beim Auftritt von Alex Wernet

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In den Mannschaftsräumen der französischen und kroatischen Fußball-Nationalelf laufen die letzten Vorbereitungen. Es ist kurz vor 17 Uhr, Zeit zum Anpfiff. Die Alex-Wernet-Band betritt in der Günther-Klotz-Anlage die Cafébühne.

Mit der Uhrzeit hat es die Band böse getroffen

„Mit der Uhrzeit hat es die Band böse getroffen“, stellt Klaus-Peter Weber, der die Künstler für die Cafébühne bucht, fest. Sonntags sei es beim „Vor-Fest“ immer schwieriger als an den anderen Tagen, ergänzt er. „Es ist etwas weniger los als im Vorjahr. Wenn Deutschland im Finale gespielt hätte, hätte es bestimmt noch einmal anders ausgesehen.“ Die geringere Resonanz führt Weber nicht nur auf das Spiel um den WM-Pokal zurück, sondern auch auf das Wetter.

Alex Wernet tritt beim „Vor-Fest“ in Konkurrenz zum WM-Finale from Badische Neueste Nachrichten on Vimeo.

Das erste Donnergrollen

Eine halbe Stunde vor Anpfiff verdunkelt sich der Himmel über der „Klotze“, die Sonnenschirme werden zugeklappt und das technische Equipment wird regensicher abgedeckt. Ein erstes Donnergrollen ist zu hören.

Mir ist egal, ob Frankreich oder Kroatien gewinnt

Die Gäste lassen sich von dem Wetterumschwung nicht beeindrucken. Herbert und Petra Zylowski sitzen gemütlich vor der Bühne. „Wir warten einfach einmal ab, was passiert“, sagen sie. Dass parallel die Entscheidung um die Fußballweltmeisterschaft ausgetragen wird interessiert sie wenig. „Wegen eines Fußballspiels haben wir noch nie etwas anderes ausfallen lassen“, erklären sie. Auch Rita Paul zeigt sich wenig beeindruckt vom Finale. „Wenn Deutschland gespielt hätte, hätte ich das schon angeschaut“, betont sie, „aber so ist es mir egal, ob Frankreich oder Kroatien gewinnt.“

Kinder wollen das Spiel sehen

„Wir sind nur noch fünf Minuten hier“, versichert Giorgio Cattaneo und will damit vor allem seine Söhne Antonio und Giacomo beruhigen. „Ich selber lege keinen Wert darauf, das Spiel anzuschauen, aber die Kinder wollen es sehen.“ Da das „Vor-Fest“ sieben Tage dauert, könne man auch einmal eine Veranstaltung ausfallen lassen, ergänzt der Vater. Die Bands am späten Abend möchte er aber auf jeden Fall gemeinsam mit Freunden sehen.

Mit den Füßen im Takt

Direkt vor der Cafébühne haben es sich Kinder bequem gemacht. Das Publikum wippt mit den Füßen im Takt zu den Rhythmen der Alex-Wernet-Band, die eine Mischung aus Blues, Country, Folk und Jazz zum Besten gibt.

Petrus, du schuldest mir noch etwas

Bedenken, in Konkurrenz zum WM-Finale zu treten, hatte Alexander Wernet, Sänger und Bassist der gleichnamigen Band, keine. „Ich hab sofort Ja gesagt.“ Ihm sei nicht klar gewesen, dass zu diesem Zeitpunkt das Endspiel ausgetragen wird, er selbst ist kein Fußballfan. Der Blick auf das Gelände und die Zuschauerzahl stimmt den Musiker zuversichtlich: „Ich freue mich auf den Gig.“ Beim Blick in den bewölkten Himmel muss Wernet jedoch kurz schlucken. Bereits bei seinem vergangenen Auftritt in der Günther-Klotz-Anlage habe es in Strömen geregnet. „Petrus, du schuldest mir noch etwas“, sagt er mit einem Augenzwinkern.

Der Himmel öffnet seine Schleusen

Sein Wunsch wird erhört, während des Auftritts der Band hält das Wetter stand. Pünktlich mit dem Abpfiff (Frankreich ist Weltmeister) schlägt es um und der Himmel öffnet seine Schleusen. Davon unbeeindruckt spielen Los Catacombos ihre Setlist. Die Sonnenschirme werden zu Regenschirmen umfunktioniert, darunter tummelt sich das Publikum und trotzt dem Wetter.

Pünktlich zum Abpfiff öffnet der Himmel seine Schleusen. Besucher finden unter Sonnenschirmen Zufucht.
Pünktlich zum Abpfiff öffnet der Himmel seine Schleusen. Besucher finden unter Sonnenschirmen Zufucht. | Foto: Scheu

Noch bis Donnerstag stehen Musiker beim „Vor-Fest“ auf der Cafébühne, ehe am Freitag „Das Fest“ beginnt. Montag bis Mittwoch starten die ersten Bands ab 18 Uhr, am Donnerstag geht es um 19 Uhr los.

Über das Programm beim „Fest“ informieren die BNN in einer 24-seitigen Beilage: vom ersten Auftritt des diesjährigen Top-Acts „Simple Minds“ im Jahr 1997 bis hin zu einem Text auf Allgäuerisch als Hommage an die Band „Losamol“. Das „Fest-Magazin“ ist auch online abrufbar.