Spannung, Spiel und Bastelspaß bietet der Stadtjugendausschuss kleinen Festivalbesuchern auf seinem "Mobi-Rummelplatz" bei der Feldbühne. Foto: Joerg Donecker
Spannung, Spiel und Bastelspaß bietet der Stadtjugendausschuss kleinen Festivalbesuchern auf seinem "Mobi-Rummelplatz" bei der Feldbühne. Foto: Joerg Donecker

Stadtjugendausschuss Karlsruhe

Die andere Seite von „Das Fest“

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Der „Mount Klotz“ bebt wieder – Musik, zahlreiche Besucher und jede Menge Festival-Stimmung. Doch es gibt auch die andere Seite des Festivals: Zwischen Hügel und Kulturbühne am anderen Ende des Parks gibt es noch bis Sonntagabend einige Aktionen, die gerade für Kinder und Jugendliche zum Gang über „Das Fest“ dazugehören. Die einen genießen den Charme rund um den Mobi-Bus, während die anderen entspannt über die Infomeile schlendern.

Garant für den Charakter des Festivals

„Wir sind mit Garant für diesen Charakter des Festivals“, sagt der Vorsitzende des Stadtjugendausschusses, Daniel Melchien, selbstbewusst. Seit 2009 ist der zwar nicht mehr Veranstalter von „Das Fest“, dafür ist der „Stadtschuss“, wie man ihn nennt, verantwortlich für den kostenfrei zugänglichen Bereich während der Festivaltage – von den Ständen im Bereich des Eingangs West über den Mobi-Rummelplatz bis zur Feldbühne mit in diesem Jahr insgesamt 21 Programmpunkten.

Mobi-Rummelplatz ist fester Bestandteil bei „Das Fest“

„Bei uns ist nicht immer alles durchgestylt“, beschreibt Melchien die Handschrift des Stadtjugendausschusses, die beim „Fest“ nach wie vor deutlich erkennbar sei. „Dafür steckt in unserer Arbeit ganz viel Herz. Wir stehen für Vielfalt und Dynamik“.

Wenn gefilzt, im Wasser geplanscht und Steine zu Kunstwerken oder auch Staub verarbeitet werden, überträgt sich diese Dynamik auf die kleinsten Festivalbesucher. Seit dem zweiten „Fest“ ist der Mobi-Rummelplatz fester Bestandteil während der drei Tage in der „Klotze“ und Anziehungspunkt für Familien.

Kinder dürfen nass und dreckig werden

„Wir versuchen, die Kinder so lange wie möglich alles alleine erobern zu lassen“, erklärt Organisator der Mobilen Spielaktion, Ralf Birkner. Mit allem, was nicht niet- und nagelfest ist, kann gespielt werden. Ziel sei eine „hohe sinnliche Anregung“ der Kinder, äußert sich Birkner. „Konkret heißt das, sie können bei uns auch nass und dreckig werden“, sagt er und lacht. Gelegenheit dazu bietet sich Freitag und Samstag von 15 sowie am Sonntag von 10 bis jeweils 20 Uhr.

„Für mich war das früher ein Feiertag, wenn es hieß: Heute Abend kommen die Mobis“, erinnert sich Melchien und lobt die Arbeit seiner Kollegen, die nach wie vor alles in Handarbeit herstellen: „Das ist kein Programm von der Stange.“ Mittlerweile seien seine eigene Kinder bei der Mobilen Spielaktion auf dem „Fest“, die in diesem Jahr auf ihr 40-jähriges Bestehen anstoßen kann.

 

Der rote Mobibus ist für die kleinsten der Festivalgänger häufig erste Anlaufstelle. Foto: Joerg Donecker
Der rote Mobibus ist für die kleinsten der Festivalgänger häufig erste Anlaufstelle. Foto: Joerg Donecker

Besonders großer Wasserspielbereich in diesem Jahr

Trotz allem Grund zum Feiern, äußert Birkner auch Kritik: „In unserem Bereich ist zu wenig Raum für Bewegungssituationen, da ist alles relativ dicht beieinander“, gibt er zu bedenken. „Das macht es für uns schwieriger, unser spielpädagogisches Programm in seinem eigentlichen Charakter darzustellen.“  Der vorhandene Platz nahe der Feldbühne wird trotzdem in vollem Maße ausgekostet: In diesem Jahr gibt es einen besonders großen Wasserspielbereich.

An der Infomeile entlang

Wem es bei den Mobis zu wild ist, der kann über die Infomeile schlendern, die ebenso in den Händen des Stadtjugendausschusses liegt. Jugendverbände sowie Karlsruher Vereine und Organisationen haben dort die Möglichkeit, sich zu präsentieren und Festivalgänger zu informieren. „Die Vereine müssen zum Charakter von ‚Das Fest‘ passen“, nennt Melchien ein Auswahlkriterium. „Dann haben sie hier eine gute Chancen viele Kinder und Jugendliche auf einmal zu erreichen.“

Teilnahme der Initiativen sollte erleichtert werden

Dieses Jahr sei ein großes Anliegen des Stadtjugendausschusses gewesen, die Teilnahme der Vereine und Jugendverbände auf der Infomeile zu erleichtern. „Speisen und Getränke auf dem Festivalgelände sind nicht erlaubt. Wenn man jedoch 10 Stunden an einem Infostand steht, um wie beispielsweise die AIDS-Hilfe Karlsruhe, Jugendliche aufzuklären, muss eine gewisse Grundversorgung gewährleistet sein“, merkt Melchien an. Gemeinsam mit dem Veranstalter seien für diese und weitere Hürden Lösungen erarbeitet worden.

Eine Oase auf dem Festivalgelände

„Ich freue mich sehr auf Infomeile“, sagt der Vorsitzende des Stadtjugendausschusses. Vor allem auf die Aktion „Mehr als ohne Dach“ vom Evangelischen Jugendwerk, dem Bund der Katholischen Jugend und dem Deutschsprachigen Muslimkreis, sei er gespannt. „Es wir eine Art Ruhe-Oase mit einem spirituellen und interreligiösen Hintergrund geben – etwas, das man auf einem Festivalgelände womöglich nicht als Erstes vermutet.“