In der Karlsruher Ditib-Moschee haben keine Kriegsspiele mit Kindern stattgefunden. Das meldet das Innenministerium aus Nordrhein-Westfalen. Schuld soll ein Übersetzungsfehler sein. | Foto: Deck

Übersetzungsfehler in Bericht

„Keine Kriegsspiele bei Ditib in Karlsruhe“

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In der Karlsruher Ditib-Moschee haben keine Kriegsspiele mit Kindern stattgefunden. Wie das nordrhein-westfälische Innenministerium jetzt auf BNN-Anfrage mitteilt, hat sich bei einem entsprechenden Bericht ein Übersetzungsfehler eingeschlichen. Ende Juni hatte das Integrationsministerium in Düsseldorf von mehreren solchen Vorfällen in Ditib-Moscheen berichtet. Dabei sollen Kinder mit Waffenattrappen und Kampfuniformen eine militärische Parade absolviert haben. In dem Bericht tauchte auch die Karlsruher Ditib-Moschee in der Oststadt auf. (Die BNN berichteten.)

Übersetzungsfehler führt zu Fehlinterpretation

Durch den Übersetzungsfehler sei es zu der Fehlinterpretation gekommen, dass es sich um eine Veranstaltung in der Karlsruher Moschee gehandelt habe, meldet das Innenministerium aus Nordrhein-Westfalen. Und weiter: „Tatsächlich aber handelte der Text von einem Konsularbeamten der Republik Türkei aus Karlsruhe, der an einer vergleichbaren Veranstaltung an einem anderen Ort teilgenommen haben soll.“ Insofern sei die Schlussfolgerung des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes, in der Karlsruher Ditib-Moschee habe ein solches Ereignis stattgefunden, nicht richtig. Der Verfassungsschutz bedauert dies und bittet darum, die dadurch entstandenen Missverständnisse zu entschuldigen. Zudem weist das Innenministerium darauf hin, dass die Ditib kein Beobachtungsobjekt des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes ist.

Bundesweite Hexenjagd

Der stellvertretende Vorsitzende des Ditib-Landesverbandes Baden, Fatih Sahan, spricht von einer „bundesweiten Hexenjagd“ gegen Ditib. Man wünsche sich einen offenen, fairen Dialog. Mittlerweile sei eine vernünftige Diskussion aber kaum mehr möglich. Manche Politiker nutzten solche Meldungen zur „bewussten Instrumentalisierung“.

Wellenreuther übt Kritik

Der CDU-Kreisvorsitzenden Ingo Wellenreuther hatte nach dem Bericht des Integrationsministeriums im Juni Aufklärung gefordert und derartige Kriegsspiele als „inakzeptabel und untragbar“ bezeichnet. Sahan hatte Wellenreuther daraufhin eine „Verleumdungskampagne“ vorgeworfen. Auf BNN-Anfrage sagte Sahan am Freitag, dass Ditib seine Öffentlichkeitsarbeit künftig weiter professionalisieren wolle: „Das haben diese Ereignisse gezeigt.“ Wellenreuther zeigte sich derweil erstaunt. Dass eine solche Fehlinformation verbreitet werde, sei „keine Glanzleistung“ von Verfassungsschutz und Innenministerium.

Debatte über Moscheebau

Ditib will in Karlsruhe eine neue Moschee bauen. Zuletzt wurde über die Höhe eines geplanten Minaretts debattiert. Während Ditib ein 35 Meter hohes Minarett in der Fächerstadt wollte, genehmigte das Bauordnungsamt lediglich eines von 28 Metern Höhe. Ditib akzeptierte dies.