Handschellen
Wie die BNN über Facebook erfuhren,  waren zwei Personen aus einem Taxi mit französischem Kennzeichen in der Karlsruher Kaiserstraße, zwischen Europa- und Kaiserplatz, kontrolliert und festgenommen worden. | Foto: Armin Weigel/Archiv

Auffälliges französisches Taxi

Keine Verbindung zu Straßburg: Zwei Männer in Karlsruher Kaiserstraße verhaftet

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Für Aufsehen hat in den Sozialen Netzwerken die Überprüfung eines französischen Taxis am Mittwochmittag in der Karlsruher Kaiserstraße gesorgt.

Wie die BNN über Facebook erfuhren,  waren zwei Personen aus einem Taxi mit französischem Kennzeichen in der Karlsruher Kaiserstraße, zwischen Europa- und Kaiserplatz, kontrolliert und festgenommen worden. Schnell kam bei einigen Nutzern in den Sozialen Netzwerken der Verdacht auf, dass es sich bei einer der Personen um den mutmaßlichen Attentäter Chérif C. handeln könnte, der am Dienstagabend auf dem Straßburger Weihnachtsmarkt drei Menschen erschossen hatte und seither auf der Flucht ist.

Keine Verbindung zum Attentat

Zahlreiche Medien sprachen davon, dass C. mit einem geklauten Taxi geflohen sein soll und sich eventuell bereits in Deutschland befinden könnte.

Es gibt derzeit keine Anhaltspunkte, dass der Täter die Grenze überschritten hat.

Renato Gigliotti, Pressereferent des baden-württembergischen Innenministeriums

Für einen Aufenthalt des mutmaßlichen Attentäters in Deutschland gebe es derzeit keinerlei Anzeichen, stellte Renato Gigliotti von der Pressestelle des baden-württembergischen Innenministeriums auf BNN-Nachfrage klar. Die Taxikontrolle um 10.59 Uhr in der Kaiserstraße habe nichts mit dem Attentat im Elsass zu tun.

Polizei sensibilisiert

Von einem Zufall spricht Gigliotti: Natürlich seien die Beamten vor Ort bei Fahrzeugen und insbesondere Taxis mit französischem Kennzeichen am Tag nach dem Anschlag erhöht aufmerksam. Die beiden abgeführten Männer seien aber wegen eines anderen Sachverhalts gesucht und festgenommen worden.

Festgenommene passten ins Fahndungsraster

Wie eine Sprecherin der Karlsruher Polizei auf BNN-Anfage bestätigte, sei der Streife das Taxi mit verdunkelten Scheiben aus dem elsässischen Saint-Louis verdächtig vorgekommen. Bei den beiden Insassen soll es sich um Männer nordafrikanische Herkunft handeln – dem Fahndungsraster entsprechend.

Da die Papiere der Männer nicht stimmten und weitere Dinge auffällig waren, so die Polizei, wurden beide aufs Revier gebracht und vernommen. Beide sollen in einen Betrugsfall in Südbaden verwickelt gewesen sein und waren zur Fahndung ausgeschrieben. Die Männer wurden ins Gefängnis gebracht. Laut Polizei seien außerdem zwei weitere Männer festgenommen worden, bei denen zunächst nicht klar gewesen sei, welche Verbindung sie zu dem französischen Taxi haben. Inzwischen seien sie wieder auf freiem Fuß.

Polizei mit Maschinenpistolen vor Ort

Eine Augenzeugin berichtete den BNN, dass ein Mann in das Geschäft eines Geldtransfer-Anbieters in der Kaiserstraße gekommen war, um dort Geld zu verschicken. Die Zeugin selbst hatte sich ebenfalls in dem Geschäft befunden und gesehen, wie Polizisten mit Maschinenpistolen vor dem Laden Stellung bezogen. Kurz darauf seien diese in das Geschäft gekommen und hätten den Mann mit nach draußen genommen. Alles sei jedoch friedlich abgelaufen. Der Mann habe sich auch widerstandslos festnehmen lassen. Bei ihm handelte es sich vermutlich um einen der zwei Männer, die später wieder freigelassen wurden.

Streife statt Schreibtisch

Die Polizeipräsidien in Freiburg, Offenburg und Karlsruhe mit ihren Dienststellen entlang der Rheinschiene reagierten natürlich auf das Attentat, so Gigliotti vom Innenministerium weiter: „Das Thema Taxi spielt eine Rolle.“ Die Polizei habe so viele Streifen wie möglich mobilisiert. Statt Schreibtischarbeit sei also erhöhte Präsenz in den Städten angesagt.

Die Kollegen haben eins und eins zusammengezählt.

Renato Gigliotti, Pressereferent des baden-württembergischen Innenministeriums

Auch BNN-Redakteur Christian Schäfer berichtet aus Kehl von einem großen Polizeiaufgebot in der Stadt, darunter auch Beamte der Bundespolizei. Laut Gigliotti seien in den Städten „typische Hindwendungsorte“ kontrolliert worden, also etwa die Bahn- und Bushöfe.

Die BNN begleiten die Entwicklungen nach dem Terroranschlag in einem Live-Ticker.