Vom Büro in der eigenen Wohnung aus organisiert Renate Straub "stattreisen" Karlsruhe. Also jenen Verein, der auf immer neuen Wegen dazu animiert, die Stadt zu entdecken. Immer neue Themen oder Stadtteilführungen lassen sich Straub und ihre Mitstreiter einfallen. Und ihre Ideen fließen in den Tag des offenen Denkmals ein. | Foto: lie

Renate Straub von stattreisen

Kennt Paläste und Hinterhöfe

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Derzeit dreht sich bei Renate Straub alles um Frankreich. Gerade verbrachte sie eine Urlaubswoche in der Bretagne, muss aber unbedingt am Sonntag wieder zurück sein in Karlsruhe. Um beim „Tag des offenen Denkmals“ ihre Führung „Frankreich und Baden“ nicht zu verpassen, die um 14 Uhr an der Evangelischen Stadtkirche am Marktplatz beginnt.

Unterwegs sein, neugierig sein, neue Wege finden und andere darauf mitzunehmen – das ist Leidenschaft wie Beruf von Renate Straub. „Das schönste Lob vom Publikum nach einem Rundgang in Karlsruhe ist immer, wenn jemand von hier sagt, toll, da war ich jetzt noch nie’“, findet Straub. Sie führt von einem Büro in ihrer Wohnung die Geschäfte des Vereins „stattreisen“.
Der hat sich zum Ziel gesetzt, vor Menschen der Region – und gern auch Fremden – Verborgenes, Kurioses, aber auch Typisches von Karlsruhe nahezubringen. Mit viel Kreativität und Kompetenz. Sie kennt nicht nur die bekannten Sehenswürdigkeiten und die Paläste der Stadt.

Immer neue Wege in Karlsruhe finden

Historiker, Architekten, Juristen – viele Männer und Frauen sorgen für etwa 80 Angebote zwischen März und Dezember. „Führungen für Gruppen, die sich anmelden und Termine für Einzelpersonen ohne und manchmal mit Anmeldung haben wir im Programm“, nennt Straub die zwei wichtigsten Säulen neben Blicken hinter die Kulissen von Institutionen und Firmen.
„Relativ neu und beliebt in diesem Jahre sind die Führungen mit Einblicke in Hinterhöfe. Die gibt’s in Durlach, der Oststadt, am Lidellplatz und in der Innenstadt. Und alles, was mit Essen und Trinken zu tun hat, kommt immer gut an“, erzählt die Touristikerin und Betriebswirtin mit viel Lust auf Geschichten und deren spannende Vermittlung.

Von München zurück in die Heimatstadt

Quirlig und anschaulich, ja mit Begeisterung, gibt sie das tiefe Wissen über ihre Heimatstadt weiter. Und lässt sich samt Mitstreitern neue lokale Ziele und Zusammenhänge einfallen. „Hinterm Namen „stattreisen“ steckt ja die Idee, Nähe kennenzulernen statt Reisen zu machen.“ Nach ihrem Studium in München gründete Straub „stattreisen“ München mit und brachte das Konzept nach Karlsruhe, als sie mit ihrem Mann in ihre Heimatstadt zog. „Unser erstes Programm erschien 2003, als es auch einen so heißen Sommer gab“. Rund 9 000 Menschen lassen sich jährlich in Karlsruhe auf lokale Details ein. Hinzu kommen die Einsätze vieler Stadtführer am heutigen Denkmaltag. An einem Sonntag ohne eigene Verpflichtung zieht es Renate Straub zusammen mit ihrem Mann zum Wandern in die Pfalz und auch dort zu manchen historischen Spuren. Zum Ausklang wird oft ein Familienabend daraus, weil sich das Paar mit den zwei erwachsenen Kindern trifft.

 

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In Karlsruhe wuchs die 1964 geborene Renate Straub auf. Ihre Mutter war Chefsekretärin, ihr Vater Lehrer am Goethe-Gymnasium. Nach ihrem Abitur am Lessing-Gymnasium 1983 studierte sie in München Touristik und Betriebswirtschaft. Dort gründete sie 1989 den Verein „stattreisen“ mit, der kreative Führungen in einer Stadt organisiert. 2003 brachte sie das Konzept mit nach Karlsruhe. Mit ihrem Mann lebt sie in der Karlsruher Weststadt.