Karlsruhe mit seiner Evangelischen Stadtkirche ist 2021 Gastgeber der Vollversammlung des Weltkirchenrates. | Foto: BNN

Ökumenischer Rat tagt

Kirchliches Weltereignis 2021 in Karlsruhe

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Die Vollversammlung des Weltkirchenrats tagt 2021 in Karlsruhe. Die Mitglieder des Zentralausschusses des Ökumenischen Rates haben sich mit großer Mehrheit für die Fächerstadt entschieden und damit gegen Kapstadt.

Seit 1968 nicht mehr in Europa

Der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) wurde 1948 auf der Vollversammlung in Amsterdam gegründet. Danach hat diese im Jahr 1968 nur noch ein weiteres Mal in Europa getagt. Der ÖRK repräsentiert mehr als 500 Millionen Christen weltweit aus 348 unterschiedlichen protestantischen, anglikanischen und orthodoxen Kirchen. Die Vollversammlung ist das oberste Entscheidungsorgan des Rates und stellt die Weichen für die Arbeit. Sie findet alle acht Jahre mit etwa 4000 offiziellen Teilnehmenden und internationalen Gästen sowie zahlreichen Angeboten für lokale Gäste statt. Die letzte Vollversammlung fand 2013 im südkoreanischen Busan statt, davor tagte das Gremium 2006 in Porto Alegre, Brasilien. Aus mehreren Bewerbungen hatte der Rat der EKD Karlsruhe als deutschen Austragungsort ausgewählt.

EKD zeigt sich hochzufrieden

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, der am Wochenende die Bewerbung Karlsruhes in Genf präsentiert hatte, zeigte sich „sehr glücklich darüber, dass wir als Deutsche die Gastgeber sein dürfen.“ Er erwarte sich „wichtige Impulse für einen lebendigen, fröhlichen und weltzugewandten Glauben.“ Das Treffen mit rund 4000 Kirchenvertretern aus 350 unterschiedlichen protestantischen, anglikanischen und orthodoxen Kirchen aus der ganzen Welt wird zwischen acht und zehn Tagen dauern. Die Gottesdienste und die Vorträge oft prominenter Redner („Keynote-Speaker“) sind öffentlich.
Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh nannte die Vollversammlung „eine große Chance, voneinander zu lernen und zu erleben, was die verschiedenen christlichen Traditionen weltweit prägt.“ Nur gemeinsam könnten Christinnen und Christen Antworten auf die globalen Herausforderungen finden, wie dem Klimawandel, den Fragen von Migration und Menschenrechten, der Digitalisierung und dem „Einsatz für einen gerechten Frieden auf diesem Planeten.“ Gemeinsam mit den kirchlichen und kommunalen Partnern in der Region wolle man gute Gastgeber sein. Auch Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup freute sich über die Entscheidung in Genf: „Wir freuen uns auf die Teilnehmenden an diesem internationalen Treffen in unserer Stadt und heißen sie schon heute herzlich willkommen“.