Bauplatz KIT
DAS BAUGELÄNDE beim Botanischen Garten des KIT (hinten) ist heute Parkplatz (links) und Laubabladeplatz (rechts). Nach Einschätzung der Stadt rücken dort vielleicht im April 2020 die Bagger an. | Foto: jodo

Tschira-Projekt in Abstimmung

KIT-Erweiterung lässt auf sich warten

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Später kommt sie und fällt zunächst kleiner aus – die Erweiterung des KIT Campus Süd beim Botanischen Garten am Adenauerring. Die Beteiligten versichern gegenüber den BNN, dass die Sache vorangetrieben werde. Wann aber wirklich gebaut wird, ist heute unklar.

Noch nicht  baureif

Die Ausdehnung des KIT beim Durlacher Tor sollte 2016 recht schnell kommen und zunächst relativ groß ausfallen. Doch das vor mehr als drei Jahren angedachte Gebäudeprojekt östlich des Adenauerrings zwischen Botanischem Garten des KIT und einstiger Kinderklinik verändert nicht so geballt das Stadtbild. Das umstrittene Gesamtprojekt ist zunächst von fünf auf zwei Häuser abgespeckt und noch nicht baureif.

 Geschenkte Häuser

Im November 2017 beschloss der Gemeinderat den Bebauungsplan. Der lässt fünf Baukörper zu. Die Klaus Tschira Stiftung will allerdings nur noch zwei Häuser bauen und sie dann dem Land und damit dem KIT zum Nutzen schenken. Dazu gehört das sechstöckige Gebäude „Inforum 1“ gegenüber der Mensa. Nach dem Teilrückzug von „Tschira“ sind weitere Bauten am Adenauerring und noch mehr das völlige Verschwinden des Botanischen Gartens mit Palmenhaus auf die lange Bank geschoben.

Botanischer Garten KIT
DER BOTANISCHE GARTEN des KIT gehört zur geplanten Erweiterungsfläche des Campus Süd auf der Ostseite des Adenauerrings. Allerdings ist der Abriss der Glashäuser nicht in Sicht. Es gibt dafür derzeit keinen konkreten Plan  und keinen Investor. Der Botanische Garten selbst kommt erst am Ende dieses Ausbauprogramms an die Reihe. | Foto: jodo

„Die Klaus Tschira Stiftung wird den südlichen Bereich des KIT Campus Süd mit dem Hauptgebäude Inforum 1 und einem kleinen Gebäude gegenüber dem Hauptgebäude der ehemaligen Kinderklinik Inforum 2 für Hochschuleinrichtungen entwickeln“, versichert die Stadt. Die Architekten Bernhardt + Partner planen derzeit die Gebäude. Damit beschäftigt sich laut Stadtpressesprecherin Helga Riedel noch in diesem Monat erneut der Gestaltungsbeirat. Im Rathaus rechnet man damit, dass die Tschira Stiftung Ende August den Bauantrag einreicht, dann könnte der Baubeginn im April 2020 folgen.

Noch nicht terminiert

„Der Entwurf befindet sich noch in der üblichen Abstimmungsphase“, heißt es bei „Tschira“. Auch das KIT berichtet von einer Abstimmung mit allen Beteiligten. „Daher kann ich auch noch keinen Zeitpunkt für einen Baubeginn nennen“, erklärt Renate Ries, Pressesprecherin der Stiftung. „Ein Bauantrag ist noch nicht eingereicht worden. Daher kann ein Baubeginn noch nicht terminiert werden“, bestätigt KIT-Pressesprecherin Monika Landgraf.

Wegweisende Nutzung

Für die Entwicklung des KIT seien „die geplanten Flächennutzungen für Forschung, Lehre und Innovation mit herausragenden Kommunikations-, Lern- und Begegnungsflächen wegweisend“, unterstreicht Landgraf die Wichtigkeit des Tschira-Projekts. Mechatronik, Robotik, Informatik und Technologietransfer wolle man dort ansiedeln. „Auch geht es darum, mit den Möglichkeiten, die das neue Gebäude bietet, neue Lernkonzepte zu entwickeln.“

Neben der städtebaulichen Entwicklung böten die geplanten Kommunikations- und Begegnungsflächen Raum für den Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft, erklärt das KIT. „Das geplante Infoforum bietet durch die zentrale Lage eine ideale Gelegenheit“, betont Landgraf.

Entwicklungsland

Die weiteren Bauplätze entlang des Adenauerrings bis zur Straße Am Nymphengarten, also letztlich unter Einschluss des Botanischen Gartens, gelten dem KIT als „Potenzialflächen des Landes zur weiteren Entwicklung des Campus“. Diese Flächen seien beim KIT-Wachstum für einen zusammenhängenden Campus Süd wichtig.