Kommentar
Sie schuften, schaffen, haben Stress bei geringem Salär – und klagen doch so selten. Auch in normalen Zeiten muss jeder Verbraucher, jeder Patient mit einem anständigen Menschenbild beeindruckt sein von dem, was Kassiererinnen, Verkäuferinnen, Krankenschwestern und Pflegekräfte leisten. | Foto: ©jd-photodesign - stock.adobe.com

Dank und Respekt zeigen

Kommentar zur Coronavirus-Krise: An der Kasse lächeln – statt Klopapier hamstern

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Sie schuften, schaffen, haben Stress bei geringem Salär – und klagen doch so selten. Auch in normalen Zeiten muss jeder Verbraucher, jeder Patient mit einem anständigen Menschenbild beeindruckt sein von dem, was Kassiererinnen, Verkäuferinnen, Krankenschwestern und Pflegekräfte leisten.

Oft sind obendrein deren Arbeitszeiten außergewöhnlich und noch kleine Kinder zu Hause. Jetzt, in Corona-Zeiten, klotzen sie noch mehr ran. Es ist beeindruckend, wie beispielsweise Kassiererinnen im Supermarkt dem aktuellen Zusatzstress trotzen und mit ihren Handschuhen tun, was in diesen Tagen einfach zu leisten ist. Sie sind unentbehrlich, man kann auch sagen systemrelevant.

Pflegekräfte, Kassierer, Polizisten: Die Liste der systemrelevanten Berufe ist lang

Oder die Pflegekräfte in den Heimen und die Krankenschwestern in den Kliniken. Auch sonst am Anschlag und getaktet, sehen sie in diesen Wochen mehr denn je in traurige Gesichter – weil die Patienten zumeist keiner mehr besuchen kommen kann.

Die Liste ließe sich fortsetzen. Man denke an Polizisten, Paketzusteller, Lagerarbeiter – vollständig ist sie damit aber noch lange nicht. Es ist gut, zu spüren, dass die Gesellschaft in diesen herausfordernden Zeiten bislang gut funktioniert und der soziale Kitt hält. Das muss auch so bleiben; das gehört zum Kampf gegen das Coronavirus dazu.

Diese Zeiten sind nicht geeignet, um mit der Zahl der erhaschten Toilettenpapierrollen und frisch gebunkerten Raviolidosen zu prahlen.

Dirk Neubauer, Redakteur

Niemand sollte beispielsweise die Verkäuferinnen bei Discountern und Drogeriemärkten noch mehr stressen. Zu oft müssen diese leider gegen Hamstereinkäufe vorgehen. Diese Zeiten sind nicht geeignet, um mit der Zahl der erhaschten Toilettenpapierrollen und frisch gebunkerten Raviolidosen zu prahlen.

Wenn die Vernunft siegt, wird es auch in Wochen nicht zu Versorgungsengpässen kommen. Solidarität, Aufmerksamkeit, gegenseitige Hilfe sind aktuell gefragt. Auch, dass man sich beim betagten Nachbarn umhört, ob man mit einem Einkauf helfen kann.

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Und wenn man dann wieder an der Kasse steht und die emsige Mitarbeiterin sieht, ja dann sollte man dieser ein freudiges Lächeln schenken und herzlich Danke sagen.