Neue Nutzung: Die Alte Feuerwache an der Ritterstraße wird ab 2021 nicht mehr benötigt. Dann zieht die Berufsfeuerwehr in den Neubau an der Wolfartsweierer Brücke ein. In dem alten Gebäude könnten dann die Rettungsdienste angesiedelt werden. | Foto: jodo

Neue Entwicklung in Karlsruhe

Kommt das „Haus der Rettungsdienste“?

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Mit der Alten Feuerwache und dem Badischen Konservatorium werden in absehbarer Zeit wieder große Gebäude in der Fächerstadt frei – nun stellt sich die Frage nach ihrer zukünftigen Nutzung. Die Berufsfeuerwehr wird ihr Domizil in der Ritterstraße voraussichtlich 2021 verlassen, dann soll der Neubau an der Wolfartsweierer Brücke bezugsfertig sein. In der Alten Feuerwache könnte es dann ein „Haus der Rettungsdienste“ geben. Neben dem DRK würden der ASB, die Johanniter, Pro Medic und die Malteser in das denkmalgeschützte Gebäude einziehen. „Wir haben im August eine Absichtserklärung unterzeichnet, die Alte Feuerwache künftig gemeinsam nutzen zu wollen“, sagt die Vorsitzende des DRK-Ortsvereins Karlsruhe-Stadt, Susanne Schwarz.

Am 23. Oktober Thema im Gemeinderat

Ihren Angaben zufolge hat sich nun ein Ausschuss mit der Zukunft des über 80 Jahre alten Gebäudes befasst. Am 23. Oktober wird die künftige Nutzung der Alten Feuerwache dann Thema in der Sitzung des Gemeinderats sein. Schwarz gibt sich optimistisch: „Wir glauben, dass wir grünes Licht für unser Projekt bekommen.“ Danach gelte es, die Finanzierung zu klären. Nach Schwarz’ Informationen liegen die jährlichen Unterhaltungskosten des denkmalgeschützten Gebäudes bei rund 250 000 Euro. Das DRK hofft, die Stadt hier künftig mit im Boot zu haben.

DRK hatte schon länger Interesse

Der DRK-Ortsverein Karlsruhe-Stadt hatte an der Alten Feuerwache schon länger Interesse bekundet. Ursprünglich schwebte Schwarz und ihrer Mannschaft ein soziales Zentrum vor, das neben einer Kindertagesstätte auch Angebote für Senioren sowie eine Einrichtung für Demenzkranke und deren Angehörige umfassen sollte. Hier habe die Stadt aber ein Veto eingelegt. Susanne Schwarz sieht das gelassen: „Man muss Kompromisse machen“, gibt sie sich diplomatisch. Sollte nun an besagter Stelle tatsächlich ein „Haus der Rettungsdienste“ entstehen, sei sie damit ebenfalls „sehr zufrieden“.

Momentan ist der DRK-Ortsverein noch in der Delaware-Straße in der Nordstadt angesiedelt. Der Vertrag läuft laut Schwarz noch bis Ende 2020.

Das Badische Konservatorium soll bald umziehen. | Foto: jodo

Die Grünen-Gemeinderatsfraktion erhofft sich von der Stadtverwaltung ebenfalls Aufschluss über die zukünftige Nutzung der Alten Feuerwache. Zudem wollen die Grünen in ihrer Anfrage wissen: Was geschieht mit dem Badischen Konservatorium? Dieses wird seine Räume in der Jahnstraße sowie in der Nottingham-Anlage aller Voraussicht nach in absehbarer Zeit verlassen. Angedacht ist ein Umzug in die Dragonerkaserne, die derzeit umgebaut wird.

Großer Bedarf an Wohnraum

„Wir brauchen Räume für alles Mögliche“, sagt die Grünen-Fraktionsvorsitzende Ute Leidig. Es gebe in Karlsruhe großen Bedarf an Wohnraum im Allgemeinen, aber auch für ein Mehr-Generationen-Wohnen, ein Seniorenheim, für Kitas oder kulturelle Einrichtungen seien die Räumlichkeiten denkbar. Die Grünen wollen wissen, welche Überlegungen die Stadt hierzu anstellt und wann voraussichtlich Entscheidungen über die Nachnutzung anstehen. Die Stadtverwaltung wollte sich auf Anfrage der BNN hierzu noch nicht äußern und verweist auf die nächste Gemeinderatssitzung, in der der Antrag der Grünen thematisiert wird.

Qualitativ sehr hochwertiger Standort

Die CDU-Fraktion im Gemeinderat sieht den Umbau der Dragonerkaserne auf dem richtigen Weg. „Hier entsteht ein qualitativ sehr hochwertiger Standort für unsere städtische Musikschule“, so der Fraktionsvorsitzende Tilman Pfannkuch. Bei einem Besuch des Gebäudes in der Kaiserallee ließ sich Pfannkuch die Pläne von Petra Kracht, Abteilungsleiterin im Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft, vorstellen. Nach umfangreichen Untersuchungen aller Fachplaner werde empfohlen, den Ausbau des Kellergeschosses für Schlagzeuger nicht mehr weiterzuverfolgen, so Kracht. „Stattdessen planen wir nun einen modernen Mantelbau.“

In diesem Neubau könnten die gleichen Flächen untergebracht werden, „und die Nutzer erhalten einen deutlichen Mehrwert“, erklärt Kracht weiter. Alle Räume würden schallschutzgerecht und akustisch ausgebaut.