Im Vergleich zum Vorjahr kamen in Baden-Württemberg mehr weibliche Jugendliche nach überhöhtem Alkoholkonsum ins Krankenhaus. Bei den männlichen Jugendlichen wurde hingegen ein Rückgang verzeichnet.

Neue Statistik

Kreis Karlsruhe ist Landkreis mit den wenigsten jungen Komasäufern in Baden-Württemberg

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Das Statistische Landesamt hat am Freitag die Statistik zu den durch Alkoholkonsum verursachten Krankenhausaufenthalten von Jugendlichen aus Baden-Württemberg für das Jahr 2017 veröffentlicht. Dabei zeigte sich: Von allen Landkreisen in Baden-Württemberg landen im Kreis Karlsruhe pro 10.000 Jugendliche die wenigsten infolge von überhöhtem Alkoholkonsum im Krankenhaus.

Pro 10.000 Jugendliche wurden im Landkreis Karlsruhe 17,8 infolge von überhöhtem Alkoholkonsum im Krankenhaus behandelt. Dies ist das niedrigste Ergebnis aller Landkreise in Baden-Württemberg und fast das niedrigste Ergebnis überhaupt. Nur der Stadtkreis Mannheim unterbietet es: Hier kamen auf 10.000 Jugendliche 17,6, bei denen eine Behandlung im Krankenhaus notwendig wurde. Beim Stadtkreis Karlsruhe ergibt sich hingegen ein leicht abweichendes Bild: Mit 29,4 von 10.000 Jugendlichen ist das Ergebnis hier zwar noch unter dem Landesdurchschnitt, jedoch deutlich höher als im Karlsruher Landkreis. Mit Abstand die meisten Jugendlichen, die nach dem Konsum von Alkohol ins Krankenhaus mussten, leben im Landkreis Freudenstadt. Hier sind es von 10.000 Jugendlichen 71,2, die es mit dem Alkohol gesundheitsschädlich übertrieben haben. Der Landesdurchschnitt lag bei 34,2 Fällen je 10.000 Jugendliche.

Abwärtstendenz nicht fortgesetzt

Insgesamt mussten im vergangenen Jahr 2.733 baden-württembergische Jugendliche zwischen 13 bis 19 Jahren wegen einer alkoholbedingten Erkrankung in einem Krankenhaus vollstationär behandelt werden, berichtete das Statistische Landesamt in einer Mitteilung. Dies waren zwar weniger Jugendliche gegenüber 2016, doch an den Abwärtstrend aus den Jahren 2010 bis 2015 knüpft die Entwicklung weiterhin nicht an.

Weniger Jungen im Vergleich – dafür mehr Mädchen

Männliche Jugendliche mussten insgesamt 1.575 Mal im Krankenhaus behandelt werden – ein Rückgang von 102 Fällen gegenüber 2016. Bei den weiblichen Jugendlichen gab es hingegen einen Anstieg um 25 Mädchen. Insgesamt mussten in Baden-Württemberg 1.158 Mädchen nach einem Alkoholrausch ins Krankenhaus.

Die häufigste Ursache für alkoholbedingte Krankenhausaufenthalte

Laut des Statistischen Landesamts wurden die Behandlungen der Jugendlichen im Krankenhaus „zumeist aufgrund akuter Rauschzustände“ nötig. Dieses sogenannte Rauschtrinken wird oft auch als „Koma-Saufen“ bezeichnet. Der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zufolge, wird von „Koma-Saufen“ oder auch „Binge-Drinking“ gesprochen, wenn sehr viel Alkohol in kurzer Zeit mit dem Ziel getrunken wird, einen veränderten Bewusstheitszustand herbeizuführen. Dabei kann es zu Alkoholvergiftungen mit weitreichenden Folgen kommen.