Nach den Punkten strecken wird sich im Saisonauftaktspiel bei Eintracht Braunschweig der KSC-Angreifer Marvin Pourié mit seinen Mannschaftskollegen. | Foto: GES

KSC eröffnet Drittliga-Saison

Ein Anfang bei Absteigern mit Biss

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Der KSC startet am Freitagabend beim Auftaktspiel der Dritten Liga gegen Eintracht Braunschweig wohl mit vier Neuen in der Startelf.
Es ist ja stets dasselbe: Erster Spieltag, noch viele Unsicherheiten in allen Mannschaften, die Vorbereitung zwar erkenntnisreich, aber eben auch kein zuverlässiger Gradmesser für das zu Erwartende beim ersten Ernstfall. Die Standard-Floskel unter Protoganisten auf Spieler- wie auf der Funktionärsebene dann immer: „Keiner weiß so recht, wo er steht.“
Das gilt nun auch für Eintracht Braunschweig und für den Karlsruher SC vor dem Auftaktspiel in der Dritten Liga an diesem Freitag (19 Uhr) im Eintracht-Stadion, in dem an die 19 000 Zuschauer erwartet werden. „Ist doch toll. Lieber 19 000 als 19“, sagte KSC-Cheftrainer Alois Schwartz vor der Abreise am Donnerstag zu den Rahmenbedingungen. Zweitliga-Topkulisse zum Drittliga-Auftakt. Am Samstag, wenn der 1. FC Kaiserslautern den TSV 1860 München auf dem Betzenberg erwartet, werden es sogar weit über 30 000 sein und Das Erste wird live übertragen.

Namhaftes geboten in der dritten Liga

In der elften Saison dieser Liga, in der sich kein Club mit Tradition einnisten mag, ist Namhaftes geboten. Braunschweig gegen den KSC, das ist so ein Einsteiger in die Runde, bei dem viele Tipper zu einem Unentschieden neigen. Von beiden Seiten ist das letzte Risiko nicht zu erwarten und die erwarteten Temperaturen von um die 30 Grad ihr übriges beitragen werden. Der KSC hat zwar kein Saisonziel ausgegeben. Doch dass der Aufstieg in der Wahrnehmung der Fußball-Region eher ein Muss denn ein Kann ist, muss keiner erst betonen.
KSC-Coach Schwartz ist einer der Hoffnungsträger auf diesem Weg. Er und so einige Faktoren, die nun am Freitag seit der verlorenen Relegation gegen Aue erstmals auf den Prüfstand kommen: Die defensive Stabilität, so hoffen sie beim KSC, soll dieselbe sein wie bei der unbelohnt gebliebenen Aufholjagd der zurückliegenden Saison. Dasselbe gilt für den Teamgeist. Daneben soll es sich auszahlen, dass die Variabilität in der Offensive erhöht wurde. Der Kader lässt diesmal erwarten, dass Impulse auch mal von der Bank kommen.

KSC-Spieler im Schnitt zwei Jahre älter

In der Startelf des KSC mit 4-4-2-Grundausrichtung dürften in Linksverteidiger Damian Roßbach, in den Mittelfeldspielern Manuel Stiefler und Martin Röser sowie in Saliou Sané als Spitze vier der neun bisherigen Zugänge stehen. Aufgrund der U23-Regelung gehören auch die aus dem eigenen Nachwuchs hochgezogenen Janis Hanek und Tim Kircher zum Aufgebot, in dem dafür Dominik Stroh-Engel fehlt.
Beobachtet hat Schwartz auch die Generalprobe der Braunschweiger, die dem Regionalligisten SV Waldhof Mannheim mit 1:3 unterlegen waren. „Darauf gebe ich nichts. Testspiele und Liga, das sind zwei verschiedene Sachen“, sagt Schwartz.
Sein Braunschweiger Kollege Henrik Pedersen, der die Umwälzungen im Kader nach dem Abstieg und der Trennung von Torsten Lieberknecht gestalten musste, pries in den vergangenen Wochen, dass er eine „hungrige Mannschaft habe“. Der Altersschnitt seiner potenziellen Startelf: 24,6 Jahre. Der des KSC: 26,7. Pedersens Ansicht passt wie gemacht in die Angriffslust, die die Blau-Gelben ausstrahlen wollen. „Vorsicht! Hungrig! Löwen auf Punktejagd“ – so steht es in großen Lettern auf dem neuen Mannschaftsbus. Am Abend wird der KSC antesten, wie bissig der Gegner tatsächlich schon ist.