Die KSC-Fans fiebern seit Wochen dem Derby gegen Waldhof Mannheim entgegen.
Die KSC-Fans fiebern seit Wochen dem Derby gegen Waldhof Mannheim entgegen. | Foto: GES

Derbyzeit im Wildpark

KSC erwartet Waldhof Mannheim

Alois Schwartz freut sich. „Derby, gutes Wetter, tolle Rahmenbedingungen – das wird eine schöne Geschichte“, sagt der Cheftrainer des Karlsruher SC mit Blick auf das Verbandspokal-Halbfinale an diesem Mittwoch (17.30 Uhr/live auf Sport1) gegen Waldhof Mannheim.

Inwiefern das brisante Duell angesichts der Fan-Rivalität tatsächlich eine schöne Sache wird, entscheidet sich freilich vor allem abseits des Spielfeldes. Bis zu 1.000 Polizisten werden bei dem Hochrisikospiel im Einsatz sein, die Anzahl der Ordner ist deutlich erhöht.

Rund 1.000 Polizisten beim Pokalduell im Einsatz

Das sportliche und auch finanzielle Wohl und Wehe des Karlsruher SC hängt vom Ausgang der Partie gegen den SV Waldhof Mannheim nicht ab. Der Kampf um Platz drei in der Liga, der dem Club die Chance zur direkten Rückkehr in die Zweite Bundesliga über die Relegation ermöglichen würde, ist für den KSC von ungleich höherer Bedeutung.

Ein zweites Jahr in der Dritten Liga würde den KSC hart treffen. Atmosphärisch aber ist das Duell gegen das Regionalliga-Top-Team aus Mannheim weit mehr als ein Halbfinale im Verbandspokal. „Das ist ein Riesen-Derby, eine Riesen-Sache – das haben wir schon mitbekommen“, stellt KSC-Profi Marco Thiede fest.

Spagat zwischen Liga und Prestigeduell im Verbandspokal: KSC-Cheftrainer Alois Schwartz wird personelle Wechsel vornehmen. | Foto: GES

Seit Wochen stimmen sich die Anhänger der Karlsruher auf die Partie im Cupwettbwerb des Badischen Fußballverbandes (bfv) ein, es wird ein emotionaler und in jedem Fall stimmungsvoller Abend im gut gefüllten Wildparkstadion.

Mehr als 3.000 Fans von Waldhof Mannheim erwartet

Mehr als 3.000 Gästefans werden erwartet, insgesamt hofft der KSC auf weit mehr als 15.000 Zuschauer. Und darauf, dass trotz der Brisanz alles friedlich bleibt. „Wir wünschen uns ein sportliches Kräftemessen mit allem, was ein Derby ausmacht“, äußerten die beiden Mannschaftskapitäne Kai Bülow und Waldhofs Hassan Amin in einem offenen Brief: „Aber wir sind – bei allen Emotionen – der festen Überzeugung: Am Mittwoch ist kein Platz für Anfeindungen und Hasstiraden, für Gewalt und Pyrotechnik.“

Feuer soll also nur in der vom Bruchsaler Schiedsrichter Tobias Fritsch geleiteten Begegnung sein – was angesichts der Bedeutung der Partie für die beiden Fanszenen kaum anzunehmen ist. Zuletzt trafen die beiden Teams 2013 aufeinander – ebenfalls im Verbandspokal. Der Viertelfinalerfolg des KSC in Mannheim wurde von teils schweren Auseinandersetzungen begleitet.

Kein Platz für Anfeindungen und Hasstiraden

Zusätzliche Motivation, vor allem für die Waldhöfer, birgt aber die Tatsache, dass der Pokalsieger sich für die erste Hauptrunde des DFB-Cup-Wettbewerbs sichert. Die Karlsruhe haben das Ticket für den DFB-Pokal als eines der besten vier Teams der Dritten Liga schon fast sicher – weswegen der bereits feststehende Finalist CfR Pforzheim der Mannschaft von Cheftrainer Alois Schwartz die Daumen drückt.

Der KSC-Coach wird einigen seiner Stammspieler eine Pause verordnen, „um Körner und Kraft“ für den Liga-Endspurt zu sparen – am Montag geht es für den aktuell Tabellenvierten beim FSV Zwickau weiter.