KSC-Fans mit ihrem großen Idol Edgar Schmitt und BNN-Redakteurin Tanja Rastätter vor dem Wildparkstadion.
KSC-Fans mit ihrem großen Idol Edgar Schmitt und BNN-Redakteurin Tanja Rastätter vor dem Wildparkstadion. | Foto: Hora

Wie war das damals?

KSC-Fans erinnern sich an das 7:0 gegen Valencia

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Auch 25 Jahre nach dem glorreichen 7:0 des Karlsruher SC gegen den FC Valencia ist das Europapokalspiel unvergessen. Es ging nicht nur als „Wunder vom Wildpark“ in die Geschichte ein, sondern ist auch in vielen Köpfen der Fans noch immer fest verankert. Es ist ein Spiel, das sich die Fans immer wieder anschauen. Die Badischen Neuesten Nachrichten haben sich mit Fans über ihre Erinnerungen unterhalten.

Elf KSC-Fans blicken zurück

Thomas Horn (52) aus Untergrombach.
Thomas Horn (52) aus Untergrombach. | Foto: Hora

„Bis auf zwei Spiele habe ich alle Europapokal-Spiele angeschaut. Für mich war das 1:3 in Valencia das wichtigste Tor von Edgar Schmitt“, sagt Thomas Horn (52) Qualitätsprüfer aus Untergrombach. „Und dann im Wildpark: Gänsehaut pur. Ich bin entspannt in das Spiel hineingegangen, weil ich wusste, dass das Tor uns irgendwie rettet. Man schaut sich das Spiel immer wieder an, wenn es im Internet gepostet wird. Ich habe aber auch alte Videokassetten, die sogar noch gehen. Jörg Dahlmann flippt ja regelrecht aus.“

 

Raimund Ebelle (52) aus Jockgrim.
Raimund Ebelle (52) aus Jockgrim. | Foto: Hora

„Zu der Zeit habe ich noch geraucht, was ich heute nicht mehr mache“, erinnert sich Raimund Ebelle (54), Außendienst-Mitarbeiter aus Jockgrim. „Ich habe gesagt: ‚Jetzt zünde ich mir einen Angriffs-Zigarillo an‘. Dann fragte einer: ‚Was machst du?‘ Ich habe geantwortet, dass jetzt gleich ein Tor fällt. Kaum war das Tor in der 29. Minute da, sagten die anderen: ‚Mach aus, mach eine Neue an, dass das mit den Toren weitergeht!‘. Auch heute noch bekomme ich Gänsehaut, wenn ich an das unvergessliche Spiel denke.“

 

Petra Schalm (60) aus Gondelsheim.
Petra Schalm (60) aus Gondelsheim. | Foto: Hora

„Das 7:0 war einfach unglaublich. Es war ein einzigartiges Erlebnis“, schwärmt die Gondelsheimer Rentnerin Petra Schalm (60), die das Spiel mit einem Freund aus Nürnberg im Block D1 verfolgt hat. „Das Spiel hat man noch wochenlang gespürt – auch in den Zeitungen davon gelesen. Ich wurde oft, gefragt, ob ich dabei war. Auch heute noch habe ich das Spiel auf VHS-Kassette und besitze deswegen einen VHS-Recorder, damit ich es ab und an anschauen kann.“

 

„Ronny“ Ralf Ronecker (55) aus Gaggenau.
„Ronny“ Ralf Ronecker (55) aus Gaggenau. | Foto: Hora

„Das Spiel war ein totaler Rausch“, blickt „Ronny“ Ralf Ronecker (55) zurück. „Schon das Spiel in Valencia war klasse, da haben wir gemerkt, dass etwas geht. Wir haben den spanischen Tabellenführer regelrecht abgeschossen. Natürlich hat das ganze Stadion gekocht. Keiner hat glauben können, was da gerade passiert. Das war Euphorie pur, da sind einem Tränen in den Augen gestanden vor purer Glückseligkeit. Ausgerechnet der KSC – das ist Wahnsinn. Alle waren glücklich“, so der Betriebsrat aus Gaggenau.

 

Brigitte Schröder (70) aus Karlsruhe-Neureut.
Brigitte Schröder (70) aus Karlsruhe-Neureut. | Foto: Hora

„Ich bin auf dem KSC groß geworden, war mit meinem Vater auf vielen Spielen“, erzählt die Rentnerin Brigitte Schröder (70) aus Karlsruhe-Neureut. „Nur an diesem Abend hat er gesagt, dass der KSC sowieso verlieren würde. Dann bin ich mit meinem Mann und meiner Tochter auf die Haupttribüne gegangen. Mein Vater wurde übrigens einmal bei einer KSC-Mitgliederversammlung von Roland Schmider für tot erklärt, das war damals auch in den Medien. Zum Spiel: Es war ein super Spiel und Erlebnis – wie ein Rausch.“

 

Axel Goerke (46) aus Weingarten.
Axel Goerke (46) aus Weingarten. | Foto: Hora

„Wir hatten keine großen Hoffnungen. Als dann jedoch das 1:0 und das 2:0 gefallen sind… Es war der absolute Hammer. Ein unvergessliches Erlebnis“, schwärmt der Weingartener Lehrer Axel Goerke (46) heute noch genau. „Nach dem Spiel waren wir in der Fankneipe Titanic. Ich weiß nicht mehr viel von dem Abend. Allerdings haben meine Eltern im Urlaub beim Frühstücksfernsehen ein Interview von mir gesehen, an das ich keine Erinnerungen mehr habe. Es war auf jeden Fall ein grandioser Abend.“

 

Jürgen Reeb (52) aus Lampertheim.
Jürgen Reeb (52) aus Lampertheim. | Foto: Hora

„Bei dem Spiel war ich schon drei Tage vorher sehr nervös. Ich stand im Block D2 direkt am Zaun und war ganz nah am Geschehen“, so Jürgen Reeb (52), Fachkraft für Lagerlogistik aus Lampertheim. „Mein größtes Highlight war unser Edgar Schmitt mit vier Toren. Ich war selbst früher Mittelstürmer. Dass er in seinem Alter so beim KSC durchgestartet ist, ist schon klasse. Auch die vier Tore in dem Spiel sind etwas Besonderes – das ist Geschichte für die Ewigkeit. Heute bräuchten wir wieder ein bisschen ’Edgar Schmitt’.

 

Georg Werling (66) aus Jockgrim.
Georg Werling (66) aus Jockgrim. | Foto: Hora

„Meine Frau und mein Schwiegervater kommen aus Valencia. Wir haben dort eine Wohnung, ganz nah beim Stadion“, sagt Rentner Georg Werling (66) aus Jockgrim. „Nach dem Spiel haben mein Schwiegervater und ich drei Wochen nichts mehr miteinander gesprochen. Ich war glücklich, meine Frau nicht so und mein Schwiegervater gar nicht. Er saß bei den KSC-Fans, das war für ihn besonders schlimm. Was dann in Valencia passierte, war heftig: Die haben den Trainer und den Vorstand hinausgeworfen.“

 

Michael Federmann (49) aus Karlsruhe-Mühlburg.
Michael Federmann (49) aus Karlsruhe-Mühlburg. | Foto: Hora

„Das war Euphorie pur in Karlsruhe, einfach Weltklasse. Mit Edgar Schmitt, Schmarow, Kirjakow – das waren Emotionen, das kann man gar nicht ausdrücken“, erzählt Michael Federmann (49), Maler und Lackierer aus Karlsruhe-Mühlburg. „Hier hat alles gebebt. Es war ein Ausnahmezustand. Der Winnie war eh einer der Besten. Ich bin froh, dass ich es erlebt habe. Das war die schönste Zeit für mich im Fußball. Ich war damals überall. Vor allem der Zusammenhalt unter uns war super. Es gab keine Schlägereien.“

 

Christian Rastatter (42) aus Rastatt.
Christian Rastatter (42) aus Rastatt. | Foto: Hora

„Nach dem 3:0 beim Hinspiel dachte ich, dass wir untergehen. Dann kam der Anschlusstreffer und die Hoffnung war da“, erinnert sich Christian Rastatter (42), Taxi-Disponent aus Rastatt. „Das Rückspiel war unfassbar. Das konnte man sich nicht vorstellen – gegen den spanischen Tabellenführer. Es war gut, dass Penew, der doppelte Torschütze des Hinspiels, im Rückspiel gesperrt war. Ich glaube, dass es sonst anders ausgegangen wäre. So hat alles gepasst – zumal der KSC eine Woche vorher gegen Leipzig verloren hat.“

 

Martin Fix (44) aus Karlsruhe.
Martin Fix (44) aus Karlsruhe. | Foto: Hora

„Ich war damals beim Valencia-Spiel 19 Jahre, zu der Zeit habe ich meinen Zivildienst gemacht“, blickt der Karlsruher Bauingenieur Martin Fix (44) nach 25 Jahren zurück auf das Jahr 1993. „Das Fußballspiel habe ich mit meinem Onkel im Stadion geschaut. Wir waren natürlich hellauf begeistert. Es war eine riesen Stimmung, einfach gigantisch. Auch am darauffolgenden Tag habe ich dann noch ganz stolz das Trikot des Karlsruher SC getragen – bei den alten Leuten. Das weiß ich noch ganz genau.“