KSC-Keeper Benjamin Uphoff, David Pisot, Daniel Gordon und Marc Lorenz (von links). | Foto: GES

Niederlage an der Ostsee

KSC im Kieler Regen ausgerutscht

Anzeige

Auf dem Podium im Presseraum von Holstein Kiel nahm ein verärgerter Alois Schwartz Platz. Nicht der Dauerregen an der Ostseeküste hatte dem Trainer des Karlsruher SC die Laune verhagelt und auch nur bedingt die Tatsache, dass seine Mannschaft bei Holstein Kiel die erste Saisonniederlage kassiert hatte.

Der Zeitpunkt des ersten Gegentores beim 1:2 (1:1) schmeckte Schwartz ganz und gar nicht. „Mich ärgert es richtig, dass wir zum wiederholten Male in der Schlussminute einer Halbzeit ein Tor fressen“, meinte der KSC-Coach zum Kieler Ausgleich.

Mehr zum Thema: Der Liveticker zum Spiel zum Nachlesen

Bereits bei den Siegen bei Wehen Wiesbaden und gegen Dresden hatte der KSC eine späte Schlafmützigkeit an den Tag gelegt. Diesmal hatte das 1:1 von Jae-Sung Lee in der 45. Minute Folgen. Denn der Südkoreaner legte nach gut 63 Minuten Treffer Nummer zwei nach, auf den die durch Lukas Grozurek (17.) in Führung gegangenen Gäste keine Antwort mehr hatten.

Es ist bitter, dass wir jetzt mit null Punkten dastehen.

David Pisot

So musste David Pisot, dem Lee vor dessen 2:1 entwischt war, festhalten: „Es ist bitter, dass wir jetzt mit null Punkten dastehen.“ Auch für den KSC-Kapitän war das Gegentor kurz vor der Pause der Knackpunkt. „Das 1:1 hat das Spiel so ein bisschen gekippt“, meinte Pisot, der – genau wie die offiziell 11 758 Zuschauer – „ein schönes Tor“ gesehen hatte. Lee hatte Gordon ausgetanzt und den Ball aus spitzem Winkel unter die Latte gezimmert. Es war der erste ernst zu nehmende Versuch der Kieler gewesen, die sich zuvor an der kompakten KSC-Abwehr die Zähne ausgebissen hatten.

Kompromisslose Verteidigung

Schwartz’ Taktik ging also zunächst auf: Seine Elf, die er im Vergleich zum 2:0-Erfolg im Pokal gegen Hannover nicht verändert hatte, verteidigte kompromisslos und strahlte nach schnellem Umschaltspiel das eine oder andere Mal Gefahr aus. So auch in der 17. Minute, als Marvin Wanitzek auf Lukas Grozurek ablegte und der österreichische Neuzugang, gegen 96 erstmals als Torschütze in Erscheinung getreten, den Ball überlegt versenkte. Die rund 1 000 mitgereisten KSC-Fans hätten im ersten Durchgang beinahe noch ein zweites Mal gejubelt, als Marvin Pourié eine Wanitzek-Hereingabe knapp verpasste (36.).

Kiel mit Schwung aus der Kabine

Von Lees Ausgleich aufgepuscht, kamen die Kieler Störche mit viel Schwung aus der Kabine und hätten sich bei einem Pfostenschuss des Südkoreaners (53.) um ein Haar belohnt. Just in der Phase, als der KSC wieder mehr Zugriff bekam und sich durch Grozurek (61.) und Marc Lorenz (62.) Chancen erspielte, schlug Holstein Kiel erneut zu. Der emsige Makana Baku flankte von links und Lee vollendete mit der Fußspitze. Nach 68 Minuten verhinderte KSC-Keeper Benjamin Uphoff dann Treffer Nummer drei des besten Kielers. Auf der Gegenseite verpassten bei der Karlsruher Schlussoffensive Pourié (81.), der eingewechselte Marco Djuricin (86.) und Grozurek (90.+1) das 2:2. Die Schlussminuten verfolgte der frühere Karlsruher Jonas Meffert nur noch vom Spielfeldrand, weil er nach einem brutalen Einsteigen gegen Wanitzek Rot gesehen hatte (87.). „Wir werden uns schnell wieder aufrichten“, versprach Pisot – auch mit Blick auf das Heimspiel gegen den Hamburger SV am Sonntag (13.30 Uhr).

Kiel: Reimann – Schmidt, Neumann, Wahl – Sander, Mühling, Meffert, van den Bergh – Atanga (46. Lauberbach), Lee (90.+2 Iyoha), Baku (88. Thesker).

Karlsruhe: Uphoff – Thiede, Gordon (85. Fink), Pisot, Roßbach (85. Choi) – Fröde – Grozurek, Wanitzek, Lorenz (77. Djuricin) – Hofmann, Pourie.

Schiedsrichter: Stegemann (Niederkassel), Zuschauer: 11 758, Tore: 0:1 Grozurek (17.), 1:1 Lee (45.), 2:1 Lee (64.). Rote Karte: Meffert (87., grobes Foulspiel). Gelbe Karten: – Lorenz, Roßbach.