KSC-Praesident Ingo Wellenreuther jubelt, ballt die Faust, nach seiner Wiederwahl bei der Mitgliederversammlung des Karlsruher SC.
KSC-Praesident Ingo Wellenreuther jubelt, ballt die Faust, nach seiner Wiederwahl bei der Mitgliederversammlung des Karlsruher SC. | Foto: GES/Helge Prang

Mitgliederversammlung

KSC-Mitglieder bestätigen Ingo Wellenreuther mit knappem Vorsprung als Präsident

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Das alte Präsidium um Ingo Wellenreuther ist auch das neue, das die Geschicke des Karlsruher SC in den kommenden drei Jahren lenken soll. Zuvor war auf der KSC-Mitgliederversammlung ein Millionenverlust des Vereins Thema.

Ingo Wellenreuther geht in seine vierte Amtszeit als Präsident des Fußball-Zweitligisten Karlsruher SC. Er wird zusammen mit seinen bisherigen Vize-Präsidenten Günter Pilarsky und Holger Siegmund-Schultze den Vorstand bilden.

Das Votum für Wellenreuther, der sich von Martin Müller herausgefordert sah, fiel denkbar knapp aus. Wellenreuther vereinte 536 der abgegebenen 1032 Mitgliederstimmen (51,9 Prozent) auf sich. Der 55 Jahre alte Unternehmer Müller erhielt 496 Stimmen (48,1).

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Wellenreuthers Selbstkritik könnte für knappen Vorsprung gesorgt haben

Wellenreuther sprach anschließend von seiner Erleichterung, dass die Mitglieder sich für die Kontinuität im Verein entschieden haben. „Umso mehr, wenn man weiß, was in den letzten Wochen gelaufen ist“. Damit spielte der am Samstag bestätigte KSC-Präsident Wellenreuther auf Müllers Lager an.

Die angebliche Absicht Müllers, als Türöffner für einen von der CG Gruppe AG gelenkten KSC zu fungieren, war in den Tagen davor ein speziell vom Wellenreuther-Lager entworfenes Szenario. „Hier wird subtil und perfide mit Ängsten gearbeitet“, beklagte Müller.

KSC-Präsidentschfts-Kandidat Martin Mueller (rechts) gratuliert KSC-Präsident Ingo Wellenreuther zum Wahlsieg.
KSC-Präsidentschfts-Kandidat Martin Mueller (rechts) gratuliert KSC-Präsident Ingo Wellenreuther zum Wahlsieg. | Foto: GES/Edith Geuppert

Letztlich erwies sich diese Begleitmusik aus Müllers Sicht als zu große Hypothek, um die personellen Verhältnisse im Vorstand zu kippen. „Klarstellungen“ und Rechtfertigungen durchzogen seine Rede als Kandidat. Wellenreuther punktete währenddessen mit Fakten und Emotionen.

Entscheidend für den knappen Wahlausgang zu seinen Gunsten war womöglich auch Wellenreuthers Selbstkritik. „Wir haben in den vergangenen neun Jahren immer wieder Fehler gemacht. Und ich meine dabei an erster Stelle mich. Ich habe aber jede Entscheidung in den letzten neun Jahren getroffen, um das Beste für den KSC herauszuholen. Ich versichere, dass das so bleiben wird, wenn Sie mich wählen“, sagte er.

Vize-Präsidenten Pilarsky und Siegmund-Schultze bleiben im Amt

Vize-Präsident und Kreditgeber Günter Pilarsky wurde im ersten Wahlgang mit 800 von 928 Stimmen im Amt bestätigt. Siegmund-Schultze setzte sich im zweiten Wahlgang mit 517 von 897 abgegebenen Stimmen gegen Edgar Schmitt (380) als zweiter Vize-Präsident durch. Kai Gruber war schon zuvor wegen der Differenz einer Stimme weniger gegen Siegmund-Schulte aus dem Rennen ausgeschieden.

KSC mit einem Verlust von 5,5 Millionen Euro

Am frühen Nachmittag hatte der KSC einen Verlust von 5,512 Millionen Euro aus dem abgelaufenen Geschäftsjahr vorgestellt. Geschäftsführer Michael Becker kündigte an, dass der KSC nach der Ausgliederung des Spielbetriebs in eine Kapitalgesellschaft Anfang nächsten Jahres an den Punkt komme, an dem er Aktienverkäufe angehen könnte.

Wellenreuther gab es als erstrebenswertes Ziel an, danach den Kölmel-Vertrag gegen eine Zahlung von rund 8,38 Millionen Euro abzulösen.

In den siebenköpfigen Verwaltungsrat, aus dem der Präsidiumsbewerber Martin Müller ausgeschieden ist, wurden Hubert H. Raase, Michael Steidl, Horst Marschall, Gerhard Rastetter, Thomas Hock , Christian Fischer und Boris Liffers gewählt.

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