Letzte Chance beim KSC-Spiel gegen Zwickau ergriffen. 1:1 in der 90. Minuten. Torschütze Anton Fink (KSC) jubelt.
Letzte Chance beim KSC-Spiel gegen Zwickau ergriffen. 1:1 in der 90. Minuten. Torschütze Anton Fink (KSC) jubelt. | Foto: GES

Hitzeschlacht im Wildpark

KSC: Punkt zum Heimauftakt gegen Zwickau

Anzeige

Zur Saison-Heimpremiere hat der Karlsruher SC (KSC) gegen den FSV Zwickau ganz knapp einen Punkt geholt. Der KSC-Trupp glich in der Hitzeschlacht vor offiziell angegebenen 10.763 Zuschauern kurz vor Schluss – in der 90. Minute – zum 1:1 (0:0) aus.

37 Grad zeigte das Thermometer, als das Spiel im Wildparkstadion von Schiedsrichter Christian Dietz angepfiffen wurde. Während sich die Teams auf dem Platz abtasteten, ließen sich die Anhänger beider Vereine mit kaltem Wasser aus Feuerwehrschläuchen abkühlen.

Nach rund vier Minuten kam der KSC erstmals vors Gästetor, der letzte Pass fehlte aber noch. Saliou Sané (7.) tankte sich bald durch in den Strafraum und holte eine Ecke heraus. Zu dieser trat Standardschütze Marvin Wanitzek an und brachte die Karlsruher zum ersten Schuss aufs Tor.

Der Ball flog zu David Pisot, der zurück auf Stiefler legte. Dessen Schuss jedoch knapp von Rene Lange abgefälscht wurde.

Beste Chance für die Gäste

Zwickau reagierte und lauerte auf Konter, während der KSC das Spiel machte. Eine Möglichkeit kam für die Gäste dann in der 11. Minute. Daniel Gordon verlor den Zweikampf mit Tarsis Bonga und lief alleine auf Benjamin Uphoff zu, der den KSC gerade noch vor dem Rückstand retten konnte.

Auf der Gegenseite brachte Florent Muslija (14.) den Ball zu Marvin Pourie in den Strafraum, der allerdings verpasste. Zwickau versuchte es durch ein schnelles Umschaltspiel. So kam Christian Bickel (16.) frei zum Schuss, Uphoff aber war erneut zur Stelle.

Zwickau machte den Karlsruhern zunehmend das Leben schwer. Der FSV griff früh an und zwang die Hausherren zu Fehlern. Die Hitze machte beiden Mannschaften zusätzlich zu schaffen, die Trinkpause wurde dankend angenommen.

Im Anschluss schlichen sich aber auch weiter kleine Fehler ein. Zwickau ließ den KSC spielen, griff dann aber in der eigenen Hälfte ein. So eroberte sich Zwickau immer wieder die Kugel und setzte den KSC unter Druck.

Nils Miatke (28.) brachte das Leder zu Bickel, der erneut auf Uphoffs Tor abzog. Der Karlsruher Schlussmann jedoch war zur Stelle. Die Karlsruher versuchten das Spiel ebenfalls schnell nach vorne zu verlagern und so bekam Stürmer Pourie (30.) erneut die Kugel an den Fuß. Statt abzugeben, versuchte er es jedoch selbst und vergab. Der KSC tat sich im letzten Drittel schwer und entwickelte keine Durchschlagskraft. Die erste richtige Chance für den KSC hatte Muslija (38.). Der Ball senkte sich nach seinem Schuss in Richtung Toreck, Keeper Johannes Brienkies kam mit den Fingerspitzen ran.

Nur eine Minute später brachte Muslija die Kugel zum durchgelaufenen Wanitzek, der den Ball haarscharf am Gästetor vorbeischoss. Sane brachte die Kugel ebenfalls nicht in den Maschen unter. Nach Flanke von Stiefler köpfte er aber knapp über das Tor.

„Mehr Druck nach vorne!“

Brenzlig wurde es kurz vor Abpfiff noch einmal vor Uphoffs Kasten. Zunächst zog Bonga ab, Uphoff faustete in höchster Not weg, den Nachschuss legte Mike Könnecke knapp vorbei. So ging es torlos in die Pause. Zwei Chancen hatte der KSC erspielt, aber auch Zwickau hatte sehr gute Möglichkeiten.

„Wir müssen schauen, dass wir mehr Druck nach vorne entwickeln, beim Pressing des Gegners mutiger sind und die beiden Sechser schnell überspielen, dann kriegen wir Chancen“, gab KSC-Sportdirektor Oliver Kreuzer seinem Team in die zweite Halbzeit mit auf den Weg.

Offensiver Start

Nach der Pause war es aber zunächst erneut Bonga (46.), der die erste Chance einleitete und zu Könnecke vors Tor flankte. Gefährlicher wurde es aber nach Freistoß durch Lange, Wanitzek verlängerte unglücklich, Uphoff jedoch wurde angegangen und die Situation abgepfiffen.

Nach fünf Minuten hatten die KSC-Fans den Ball bereits schon im Tor gesehen. Pourie (50.) wollte  die Kugel im langen Eck unterbringen, sie trudelte aber haarscharf am Pfosten vorbei. Die Karlsruher schienen nun besser im Spiel und Pourie (54.) tauchte erneut gefährlich im Strafraum der Zwickauer auf. Das Tornetz ließ aber auch er nicht zappeln.

Tor für Zwickau

Julius Reinhardt (56.) zwang dagegen Uphoff zum Eingreifen, als er aus rund 25 Metern abzog und eine Ecke für seine Mannschaft heraus holte.

Die zweite landete auch prompt im Kasten. Zunächst knallte Lange (57.) den Ball gegen den Pfosten, den Abpraller nahm sich Davy Frick und versenkte ihn zum 1:0 für Zwickau im Tor. Nun waren die Karlsruher gefordert, der Hitze zu trotzen und die Zwickauer zu überwinden.

Sane (63.) bekam die erste Möglichkeit dazu, wurde aber von Toni Wachsmuth erfolgreich gestört. Das Trainerteam der Karlsruher reagierte und brachte Kyoung-Rok Choi für Röser, um so eine Chance zu bekommen, das Bollwerk der Gäste zu überwinden.

Zunächst aber war erneut die Defensive gefordert. Zwickau wollte den Sack zu machen und setzte die Hausherren unter Druck. Bickel erkämpfte sich die Kugel seine Flanke in den Strafraum fing Uphoff jedoch vor den Zwickauern ab. Die Partie wurde hitziger.

Hitzig auf und neben dem Platz

Dann bekam auch der Koreaner in blau seine Möglichkeit. Er verzog jedoch und Keeper Brinkies hatte die Kugel sicher. Auch Muslija (87.), der den Ball am Fuß in den Strafraum einlief, scheiterte.

Dem KSC lief die Zeit davon, Zwickau drängte auf den zweiten Treffer. Immer mehr Nickligkeiten schlichen sich ein und Schiedsrichter Dietz musste aufpassen.

Die Karlsruher versuchten weiter die Defensive zu überwinden. Selbst nach Standards wollte dies zunächst nicht gelingen. Die Abwehr der aufmerksamen Gäste und Keeper Brinkies hatten immer ein Bein dazwischen. Der KSC warf weiter alles ins Spiel nach vorne und holte eine Ecke nach der anderen heraus. Nach einer solchen fiel schließlich auch der Ausgleich. Anton Fink köpfte in der Nachspielzeit (90.) zum 1:1 ein. Glück für den KSC.

Am Dienstag geht es nach Köln zur Fortuna, am Freitagabend kommt Carl Zeiss Jena in den Wildpark.

KSC: Uphoff, Roßbach, Gordon, Pisot, Thiede, Muslija, Wanitzek, Stiefler (77. Lorenz), Röser (65. Choi), Sané (77. Fink), Pourié.