Gewöhnungsbedürftig war für die Urlaubsrückkehrer um Marvin Wanitzek (10) die heimische Kälte auf dem Kunstrasenplatz am Karlsruher Adenauerring.
Gewöhnungsbedürftig war für die Urlaubsrückkehrer um Marvin Wanitzek (10) die heimische Kälte auf dem Kunstrasenplatz am Karlsruher Adenauerring. | Foto: GES

Pourié humpelt vom Platz

KSC-Trainer Schwartz legt beim Trainingsauftakt den Fokus auf Zusammenhalt

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Von Marvin Pourié war vor und nach Urlaubsbeginn viel die Rede gewesen beim KSC. So war es bei der Rückkehr des Trainerteams und der Spieler des Zweitliga-15. wieder. Schon in der dritten Einheit im neuen Jahr humpelte der Stürmer am Sonntag mit Schmerzen am rechten Fuß vom Platz. Laut Sportchef Oliver Kreuzer plagt den Profi, der am Mittwoch 29 Jahre alt wird, eine Nagelbettentzündung.

Dessen ungeachtet musste sich Pourié besonders angesprochen fühlen, als um ihn herum betont wurde, dass jede Form von Eigensucht auf dem Index der Gemeinschaft steht. Seine Unzufriedenheit darüber, nur Reservist zu sein, hatte er sein Umfeld spüren lassen.

Keine Pluspunkte sammelte er bei Mitspielern, als er nach dem 0:1 gegen Wehen vor Weihnachten noch feststellte: „Jeder weiß, dass wir gar nicht aufgestiegen wären, hätte ich nicht so aufgetrumpft.“

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KSC-Trainer Schwartz betont Bedeutung des Zusammenhalts

KSC-Trainer Alois Schwartz stand nach dem Aufgalopp am Samstag vor rund 100 Beobachtern im eisigen Wind und bekräftigte: „Wichtig ist, dass wir zusammenhalten und gemeinsam das Ziel haben, auch ganz am Ende über dem Strich zu stehen.“

Kleinigkeiten, die man intern halten wolle, wolle er verändern. Man sei ja teilweise zweieinhalb Jahre zusammen. „Da ist es immer so: Gewisse Dinge schleifen sich ein oder man lässt sie schleifen. Das ist in einer Ehe auch oft so. Deswegen muss man immer dran arbeiten, um sie aufzufrischen.“

Was das heißt und welche Entwicklungen um Pourié bis zum Ende der Transferperiode möglich sind, blieb offen. Bei Nachwuchsstürmer Malik Batmaz steht eine Ausleihe im Raum, neben der U23 des VfB Stuttgart soll es weitere Interessenten geben, sagte Kreuzer. Auch bei Justin Möbius könne sich etwas entwickeln.

Zum Start ins neue Jahr fehlten Janis Hanek (Adduktoren) und Kyoung-Rok Choi (nach Kreuzband-OP). Nach den ersten Einheiten auf dem Platz stehen am Dienstag Laktatwertmessungen an. Sie verraten, wie diszipliniert die Profis ihre Hausaufgaben erledigt haben.

Warmmachen fürs Warmanziehen

Marc Lorenz waren die vom Athletikcoach Florian Böckler vorgegebenen Läufe ein Genuss: Er absolvierte einige davon in Miami Beach, mit Meerblick und auf Boden „hart wie Beton mit etwas Sand obendrauf“. Die Umstellung auf heimische Verhältnisse fiel hart aus. Das Warmmachen fürs Warmanziehen in der Liga begann.

Vorbereitung im spanischen Estepona

In einigen Tagen wird die Mannschaft zunächst aber nach Südspanien aufbrechen, um in Estepona die Vorbereitungen auf ihr erstes Pflichtspiel 2020 am 29. Januar bei Schlusslicht Dynamo Dresden fortzusetzen.

Jannis Rabold aus der U19 darf sich dort zeigen, ein zweiter Nachwuchsmann soll dazukommen, „falls uns diese Woche noch jemand verlässt“, wie Kreuzer sagte. Die Abreise nach Andalusien verteilt sich auf 12. und 13. Januar. Während am Sonntag das Gros vorausfliegt, werden einige noch beim Schauinsland-Reisen-Cup in Gummersbach auf Kunstrasen spielen. Freiwillig gemeldet hat sich die Ösi-Fraktion mit Lukas Grozurek, Marco Djuricin und Christoph Kobald.

Geschlossenheit gilt in allen anderen Belangen als Gebot beim KSC. Trotz der sportlich kniffligen Lage bei nur drei Punkten Abstand zum Abstiegsplatz verbreitet Lorenz Zuversicht: „Wir müssen als Mannschaft besser agieren, gerade das hat uns stark gemacht, so sind wir aufgestiegen, und so werden wir – da bin ich mir sicher – die Klasse halten.“