Edo Zanki ist im Alter von 66 Jahren gestorben.
Edo Zanki ist im Alter von 66 Jahren gestorben. | Foto: Christian Ernst, ch-ernst.de

Abschied auf Facebook

Künstler und Musiker Edo Zanki ist tot

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Der in der Region bekannte Künstler und Musiker Edo Zanki ist am Sonntag gestorben. Laut seiner Facebook-Seite sei er an den Folgen einer kurzen und schweren Krankheit gestorben. Zanki, 1952 in Zadar geboren, wurde 66 Jahre alt.

In den vergangenen Jahren nahm die Öffentlichkeit Zanki vor allem über seine Produzenten- oder Komponistentätigkeit wahr. So arbeitete er etwa mit Joy Fleming (um die Zanki 2017 noch trauerte), Sasha, Herbert Grönemeyer, den Söhnen Mannheims oder Tina Turner zusammen. Auch das treue „Das Fest“-Publikum dürfte sich an ihn erinnern. Mehrfach holte er an „Fest“-Sonntagen (u.a. 2003 und 2004) verschiedene Gastkünstler zu einer Konzertreihe mit dem Titel „The Spirit of the Greedy Bunch“ auf die Bühne. Darunter auch Sasha oder Henning Wehland, der auch im vergangenen „Fest“-Jahr zu sehen war.

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Lebensmittelpunkt in Karlsdorf bei Bruchsal

Zanki kam als Fünfjähriger mit seiner Familie nach Deutschland. Die Familie lässt sich in Karlsdorf bei Bruchsal nieder. Im Jahr 1976 wird er dort zusammen mit seinem Bruder Vilko das Studio „Kangaroo Digital Audio“ gründen, das bald zum Kristallisationspunkt einer umtriebigen, kreativen und zugleich professionellen Szene wurde. Mit seinen beiden älteren Brüdern macht er nach eigenen Aussagen „wilde Hausmusik mit allem, was rumlag“. Die Karlsruher Sängerin Sandie Wollasch beschrieb Zanki so: „Edo war ein Networker im besten Sinn.“ Wollasch und Zanki arbeiteten an vielen Projekten zusammen.

Abschied auf Facebook

„Wir verlieren einen Pionier und Wegbereiter deutscher Pop- und Soulmusik, einen international gefragten Produzenten und Songschreiber, sowie einen liebevollen, charismatischen und neugierigen Menschen“, heißt es im Facebook-Post.

 

Auch das Kammertheater nimmt Abschied

Zuletzt hatte Zanki regelmäßige Auftritte im Karlsruher Kammertheater, dort hatte der Musiker eine Musikreihe. Er brachte er Künstler zusammen, die ein Programm nur für diesen einen Abend machten oder er unterstützte sie mit seiner Band. Das Kammertheater war für ihn „ein ungewöhnlich schöner Ort mit wirklich interessierten Menschen, die sich nicht alle zwei Minuten eine Latte macchiato aufschäumen lassen, während Du eine Ballade mit Herzblut singst. So überrede ich meine Künstler immer“, sagte er. Als dieser Katalysator wird er nun fehlen, aber in den Herzen wird seine Musik weiterhin für explosive Momente sorgen. Denn was er einst mit Ina Deter sang, gilt doppelt für ihn selbst: Er hatte „’ne Ladung Dynamit“.

Auch das Kammertheater Karlsruhe nimmt Anteil an seinem Tod auf Facebook: „Für viele Künstler*innen war er, als Pionier der deutschen Pop- und Soulmusik und international gefragter Produzent, ein Berater und Vorbild. Für die Zuschauer, die ihn live erlebt haben, war er eine Bereicherung. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie, seinem Team und Edo.“