In stählernen Ketten schwingt sich Akrobatin Sarah Stiefel hoch in die Lüfte. Sie ist einer der Stars der kommenden „Winterträume“. | Foto: PK

„Winterträume“ in Pforzheim

Kunst in Ketten und Zwillinge am Trapez

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Eine musikalische Moderation, Zwillinge, die am Trapez ein Luftspiel der Gefühle präsentieren, und ein Akrobat, der mit seiner Kunst des Bonebreaking weltweit unterwegs ist: Mit jedem Jahr wirft das Varietétheater neue Glanzlichter auf die Bühne des Kulturhauses Osterfeld. Aber auch Klassiker wie Jonglage und Hula-Hoop kommen im neuen Gewand daher, bei den „Winterträumen“, die am Mittwoch, 18. Dezember, Premiere haben.

Kartenverkauf ab 2. Juli

Regisseurin Katinka Rabenseifner hat schon jetzt das Programm zusammen gestellt. Am Dienstag, 2. Juli, beginnt der Kartenverkauf für die Eigenproduktion des Kulturhauses, die vom Pforzheimer Kurier und den Badischen Neuesten Nachrichten präsentiert wird.

Premiere am 18. Dezember

Im Jubeljahr des soziokulturellen Zentrums, das im Herbst 25-jähriges Bestehen feiert, stehen auch die „Winterträume“ vor einem runden Geburtstag. Seit 20 Jahren ziehen sie Liebhaber einer breit gefächerten und hochklassigen Varietékunst in ihren Bann. Die Stars der Manege kommen diesmal aus Deutschland, England, Norwegen, Polen, Kanada und Argentinien. „Es wird kein comedylastiges Programm“, schickt Rabenseifner voraus. Die Moderation übernimmt einer, der sich schon sehr darauf freue: der Text-Poet Fabian Schläper, begleitet von Iris Kuhn am Flügel oder Klavier, je nachdem, wie viel Platz die anderen Künstler für ihre Auftritte benötigen.

Internationale Variete-Stars

Seit Jahren hat die „Winterträume“-Macherin das Duo Elja im Visier. Langfristige, oft auswärtige Verpflichtungen standen einem Auftritt der eineiigen Zwillinge bisher im Wege. Familienplanung führte dazu, dass die in Frankfurt lebenden jungen Mütter nun mehr in der Nähe arbeiten wollen. „Beide haben jeweils zwei Kinder im Alter von drei und sechs Jahren“, erzählt Rabenseifner von einer bemerkenswerten Deckungsgleichheit, mit der die Artistinnen auch bei ihrer Trapez-Nummer spielen. Die Regisseurin ist beeindruckt von der ebenso poetischen wie kraftvollen Darbietung und glücklich darüber, dem Publikum endlich wieder einmal Trapezkunst bieten zu können.

Der Brite Bonetics begann als Zwölfjähriger mit Tanz und entdeckte das Bonebreaking, zu deutsch: Knochenbrechen. Das klingt gefährlich, und manch ein Zuschauer wird sich bei dem Act fragen, wo denn bitteschön der Kopf abgeblieben ist. Sein Tanzstil verbindet Elemente aus Kontorsion – das bizarre Drehen und Verrenken des Körpers – mit Yoga und Kampfsport.
Sarah Stiefel musste wegen eines Trainingsunfalls bei den „Winterträumen 2018/2019“ passen – nun kommt die Kettenkünstlerin. Ihre Spezialität ist es, Stahlketten in glitzernde Accessoires zu verwandeln, die sie hoch in die Lüfte tragen.

Melancholische Jonglagenummer

Mit seiner poetischen und ebenso melancholischen Jonglagenummer hat der Norweger Julian Sæther bereits das Publikum beim Cirque de Demain in Paris begeistert. Er bekommt es dabei mit einer Menge weißer Bälle zu tun.
Seiner argentinischen Heimat entsprechend wird Ernesto Terri eine ausgefeilte Tango-Choreografie hinlegen. Allerdings nicht auf dem Parkett, seine Tanzfläche ist das Drahtseil, auf dem er sogar Rückwärtssalti schlägt. Die polnischen Akrobaten Gregor und Agnieszka vom Duo Focus treten in eng anliegenden Ganzkörperkostümen auf, die an griechische Statuen erinnern. Deren Hand-auf-Hand-Akrobatik fasziniert Rabenseifner deshalb so sehr, weil sie ohne jeden Schwung und einzig aus der Kraft heraus erwächst. Mit Miles Pitwell aus Leipzig gibt es auch einen Zauberer. Er tritt als Klischee des verrückten Professors auf. Mit zerzaustem Haar und Brille zeigt er Zauberkunst im nostalgischen Stil.

Hula-Hoop mit Comedy-Elementen

„Schon wieder Hula-Hoop“, antizipiert Rabenseifner mögliche Publikumsreaktionen auf die Ankündigung der Nummer von Becky Priebe. Doch die Kanadierin streut viele kabarettistische Elemente ein, und damit kommt die Comedy in den „Winterträumen schließlich doch noch zum Zuge. Claudia Kraus

Service
Die Winterträume beginnen am 18. Dezember, 20 Uhr, und enden am 6. Januar, 15 Uhr. Es gibt 28 Vorstellungen. Karten sind zu erhalten unter (0 72 31) 31 82 15, karten@kulturhaus-osterfeld.de