Der Kurdenmarsch hat am Montagabend Halt in Bruchsal gemacht. | Foto: Heintzen

PKK-Sprüche skandiert

Kurdenmarsch in Karlsruhe abgebrochen

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Der Kurdenmarsch von Mannheim nach Straßburg ist am Dienstag in Karlsruhe abgebrochen worden.  Teilnehmer hätten Sprüche mit Bezug zur verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans skandiert, heißt es von der Polizei. Das sei als Verstoß gegen das Vereinsgesetz eine Straftat, sagte ein Sprecher.

Schon der Start in den Tag war nicht der beste und auch dann lief es beim Kundenmarsch am Dienstag nicht gut: Mit Verspätung machten sich 80 Teilnahmer beim gewerblichen Bildungszentrum in Bruchsal auf nach Karlsruhe.

„Sie machen quasi, was sie wollen“

Die Stimmung war am Dienstag laut Polizei anders als am Vortag gereizt. „Es herrschte eine leicht aggressive Stimmung“, berichtete ein Sprecher. Teilnehmer hätten Sprüche mit Bezug zur verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) skandiert. „Sie riefen auch: Es lebe der Führer Öcalan.“ Die Kurden demonstrieren mit dem Marsch für „Freiheit für alle politischen Gefangenen“ und „Gesundheit für Abdullah Öcalan“, das in Haft sitzende Gründungsmitglied der PKK.

Eskalation am Fächerbad

Das sei als Verstoß gegen das Vereinsgesetz eine Straftat, betonte der Sprecher. Außerdem verteilten Demonstranten Infoflyer ohne Impressum – das sei ein Verstoß gegen das Landespressegesetz. Auch nach Hinweisen der Polizisten hätten die Demonstranten das nicht unterlassen. „Sie machen quasi, was sie wollen“, sagt der Polizeisprecher. Die 21 Kilometer bis zum geplanten Tagesziel am Karlsruher Friedrichsplatz erreichte der Demonstrationszug nicht. Am Fächerbad eskalierte die Situation gegen 16.45 Uhr. Nach Rücksprache mit der Versammlungsbehörde in Mannheim beendete die Polizei den Marsch und wollte Personalien der Teilnehmer aufnehmen. „Es war nicht mehr mit ihnen zu reden“, betont der Sprecher. Beim Feststellen der Personalien attackierten Demonstranten die Polizeibeamten und verletzten sie dabei. Dienstunfähig sei niemand, berichtete der Sprecher, der aber von Prellungen und Schürfwunden ausgeht. Zudem seien drei Messer auf dem Boden gefunden worden.

„Der Kurdenmarsch 2019 ist damit beendet.“ Ziel war am Samstag Straßburg mitsamt einer Kundgebung. Probleme habe es bei dem Kurdenmarsch immer gegeben, sagt der Sprecher. „Teilweise durch Provokation von Außen, teilweise durch die Teilnehmer.“