Das Hochhaus des Landratsamtes wird das Stadtbild auch künftig prägen, allerdings einige Meter weiter links. | Foto: Hora

Rund 100 Millionen Euro Kosten

Landkreis-Hochhaus in Karlsruhe vor der Totalsanierung

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Gut 700 Mitarbeiter sind aktuell im Hochhaus des Landratsamts tätig. Wenn das 19 Stockwerke hohe Gebäude für rund 100 Millionen Euro generalsaniert wird, sollen auch ihre Räume auf die Erfordernisse der Verwaltung der Zukunft ausgerichtet werden.

Das zweithöchste Gebäude in Karlsruhe ist der Dienstsitz der Landkreisverwaltung in der Beiertheimer Allee. Knapp 70 Meter hoch, 19 Stockwerke im Hauptgebäude, dringend sanierungsbedürftig, denkmalgeschützt. Wie löst man das Problem? Landrat Christoph Schnaudigel will am Donnerstag (8.11.) erläutern, wie mit der Immobilie verfahren wird.

Option Abriss ist vom Tisch

Die zumindest phasenweise aufgetauchte Option Abriss ist vom Tisch. Nachdem der Kreistag die Verwaltung beauftragt hatte, Lösungen für das Gebäude zu erarbeiten und weitere Potenziale des Grundstücks aufzuzeigen, wurde diesbezüglich eine Studie erstellt. Deren Ergebnisse will der Landrat nun aufzeigen. Die Studie umfasst die Gebäude des denkmalgeschützten Ensembles mit Hochhaus, Langbau, Kasino und Tiefgarage und wirft auch einen Blick auf die Umgebung. Was tatsächlich passieren wird, entscheidet der Kreistag – wobei der Stadt Karlsruhe bei der Gesamtthematik nicht nur als zuständiger Baurechtsbehörde eine wichtige Rolle zukommt. Schließlich ist das Hochhaus-Areal in besonderer Weise stadtbildprägend.

Hochhaus ist in die Jahre gekommen

Wie ist die Sachlage? Das vormalige Badenwerk-Hochhaus – seit 1997 im Besitz des Landkreises – ist in die Jahre gekommen. In ersten Überlegungen war man auf Sanierungskosten von rund 100 Millionen Euro gekommen. Die Summe hat wohl im Grundsatz noch Bestand. Rasch hat sich dann allerdings ergeben, dass eine Sanierung den Rückbau auf Rohbauniveau voraussetzt. Damit wäre – mangels „schützenswerter Substanz“ – die Denkmaleigenschaft erloschen, was die grundsätzliche Möglichkeit des Abrisses eröffnet hätte.

Räume für die Zukunft

Die wurde allerdings nicht ernsthaft in Betracht gezogen, zumal Landrat Schnaudigel angesichts der Gesamtsituation vorgeschlagen hatte, als Ziel einer Sanierung nicht nur eine Wiederherstellung des bisherigen Zustands vorzusehen, sondern die Gelegenheit auch dazu zu nutzen, die Räume auf die Erfordernisse der Verwaltung in Zukunft auszurichten. Schließlich solle untersucht werden, ob und wo sich auf dem rund 10 000 Quadratmeter großen Grundstück alternative oder zusätzliche bauliche Möglichkeiten ergeben. Letzteres muss im Hinblick auf eine Refinanzierung der Kosten gesehen werden, die den Kreis über viele Jahre belasten werden. Gut 700 Mitarbeiter sind aktuell im Hochhaus tätig. Die Überlegungen, wo diese während der Bauphase untergebracht werden können, sind schon angelaufen.
Den Zeitplan für das Gesamtprojekt will der Landrat an diesem Donnerstag zusammen mit der Studie präsentieren. Der Sachverhalt dürfte dann auch Gegenstand der kommenden Kreistagssitzung am 22. November sein.