Das Hochhaus des Landratsamtes Karlsruhe und dessen Zukunft sind nun endgültig in der Karlsruher Kommunalpolitik angekommen. | Foto: Hora

Debatte in Karlsruhe

Zukunft des Landratsamtes: Was passiert südwestlich vom Ettlinger Tor?

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Das Hochhaus des Landratsamtes Karlsruhe und dessen Zukunft sind nun endgültig in der Karlsruher Kommunalpolitik angekommen. Der Planungsausschuss des Gemeinderates hat am Donnerstag in der Sache nichtöffentlich beraten.

Im Anschluss hat die Stadt eine umfassende, inhaltlich komplexe Mitteilung veröffentlicht. Im Ergebnis ist festzuhalten: Stadt und Landkreis haben ein Verfahren angeschoben, das nicht nur den Problemen des Landkreises – sanierungsbedürftiges Hochhaus Ettlinger Tor – gilt, sondern der Gestaltung des gesamten südwestlichen Ecks des Ettlinger Tors.

Um was geht es?

Das Landkreis-Hochhaus ist sanierungsbedürftig. Es steht unter Denkmalschutz. Untersuchungen ergaben, dass eine Sanierung erfordern würde, das Gebäude – das Ex-Badenwerk – bis auf die Grundmauern herunterzubrechen. Das wiederum könnte dazu führen, dass die Denkmaleigenschaften erlöschen.

Dabei beruft sich der Landkreis auf eine erste Expertise des Landesdenkmalamtes.

Im Ergebnis überlegt der Landkreis aufgrund einer Studie, ein Hochhaus leicht versetzt am Ettlinger Tor neu zu bauen, und danach das alte abzureißen. Damit könnte er vermeiden, mehrere hundert Mitarbeiter über einige Jahre interimsmäßig unterbringen zu müssen.

Gleichwohl: Das Projekt ist ganz grob mit 100 Millionen Euro kalkuliert.

Thema im Planungsausschuss

Das Ganze ist deshalb komplex, weil an dieser Örtlichkeit auch Interessen der Stadt Karlsruhe eine Rolle spielen. Sie hat dort Grund und verschiedene rechtliche Zuständigkeiten – vor allem aber hat sie Gestaltung des gesamten Südwestecks des Ettlinger Tors im Auge. Das war nun Gegenstand der Beratungen im Planungsausschuss, deren Ergebnis Landrat Christoph Schnaudigel für gut befindet.

Stadt nennt keinen Zeitplan

In Kurzform: Der Planungsausschuss schlägt ein „geeignetes stufenweises Verfahren“ vor. Die Rede ist von einem „diskursiven, städtebaulichen Gutachterverfahren“, „mehrmaligen Workshops“ und einem „Stadtbauforum“ mit Bürgerbeteiligung die Rede. Eine Zeitachse wird allerdings nicht benannt.

2025 scheint ambitioniert

Der Landkreis hat im Januar einen Zeitplan vorgelegt, der von der Errichtung des neuen Hochhauses bis 2025 ausgeht. Über Termine findet sich in der Pressemitteilung der Stadt nichts. Dort wird nur verschiedentlich betont, dass es sich in beim Thema Denkmalschutz um eine „komplexe Fragestellung“ handelt. Ihre Bedeutung sei noch nicht erkennbar, die Entscheidung der Denkmalschutzbehörde stehe noch aus. Der Termin 2025 ist ambitioniert.

Im Sinne des Landrats

Landrat Christoph Schnaudigel weiß um die Gesamtsituation, sieht aber dennoch mit Blick auf die Bedarfe des Landkreises keine Dramatik im Vorschlag des Planungsausschusses des Karlsruher Gemeinderates. Er betont, dass die Stadt Herrin des Verfahrens für die Gestaltung des Areals sei – „aber das Vorgehen ist in unserem Sinn“. Entscheidend für ihn ist, dass „der Planungsprozess ins Rollen kommt“.