Durlacher Tor
DIE GRÖSSTE ALLER U-STRAB-BAUSTELLEN ist seit sechs Jahren das Durlacher Tor. Noch bis Weihnachten ändert sich daran nichts. Der Verkehrsknoten zwischen City und Oststadt bleibt ein Ort der sich ständig ablösenden Provisorien. Dabei schaffen es die Baustellenkoordinatoren trotz der ständigen Änderungen und Verengungen, dass Riesenstaus dort ausbleiben. Die Größe des Platzes hilft ihnen dabei. | Foto: jodo

Rückzug der U-Strab-Baustellen

Lange wachsen die Pyramiden-Bäume nicht in den Himmel

An der Pyramide wachsen die Bäume in den Himmel. Ausgerechnet in der U-Strab-Wüste gedeihen Ahorn & Co ohne Aufsicht und Schösslingpflege durch das Gartenbauamt auch im sechsten Jahr mit dem Bretterverschlag um das Stadtwahrzeichen. Es wird wohl ihr letzter Frühling sein.

Neue Platten für die gute Stube

Vermutlich im Juni räumt die BeMoTunneling den Marktplatz, und im Oktober schon will die Stadt die Sandsteinpyramide saniert haben. Für 2019 wird der Marktplatz dann erneut für ein Jahr zur Großbaustelle: Dann werden zunächst Leitungen für den Christkindlesmarkt verlegt, bevor die gute Stube der Fächerstadt mit großen Steinplatten und Pflasterbändern versiegelt aufgemöbelt wird.

Bäume an der Pyramide
MOMENTAUFNAHME in der Kombi-Stadt der Aufbrüche und Umbrüche: Die wilden U-Strab-Bäume an der Pyramide hegen grüne Hoffnung, und auf dem Schloss weht die rote Fahne der Revolution. | Foto: jodo

Ende für Wildwuchs kommt

Für die Pyramiden–Bäumchen, den Wildwuchs des Stadtumbaus, naht also das Ende. Trotz gewisser Reduzierungen der Baustellenflächen, ist der wiederholt von der Kasig versprochene große Rückzug der U-Strab-Baustellen von der Oberfläche ausgeblieben. Der Weihnachtsfrieden ist verblasst, die Ostereier längst gegessen – und doch haben die U-Strab-Bauarbeiter noch immer die Plätze besetzt. Vor den 2010 begonnenen Kombi-Bau-Jahren hatten die damaligen U-Strab-Strateggen den Karlsruhern erzählt, jeder Platz werde nur maximal zwei Jahre in Beschlag genommen.

Durlacher Tor bis Jahresende Baustelle

Wer sich jetzt die Baustellen anschaut, sieht die Fortschritte und kann damit der neuen Zeitrechnung der Kasig folgen. Demnach wird nun der Sommer 2018 den großen Rückzug bringen. Lediglich die größte aller U-Strab-Baustellen, das Durlacher Tor,  bleibt – wie seit langem vom Baustellenmanagement der Stadt angekündigt – noch bis Weihnachten 2018 ein einziges Baufeld mit ständig wechselnder Verkehrsführung. „Zum Jahresende sind alle Autofahrbahnen, Radwege, Gehwege und Gleise fertig“, bekräftigen die Baustellenkoordinatoren von Kasig und Tiefbauamt. Das Durlacher Tor sei dann nach fünf Jahren Vollbaustelle für den Verkehr wieder voll funktionstüchtig. Lediglich die Mittelfläche und die Grüninseln sind dann noch nicht fertig.

Container bleiben in der City

Die Burg aus weißen Containern bleibt dann noch mindestens zwei Jahre bis Ende 2020, dem geplanten Termin der ersten U-Strab-Fahrt, am Durlacher Tor stehen. Aus diesen Baubüros wird der Innenausbau der U-Strab-Röhre mit den sieben Untergrundstationen operativ gesteuert.

Weitere Baubüro-Container-Standorte bleiben vorerst die Hälfte des Kronenplatzes,  die Wiese vor der Christuskirche am Mühlburger Tor sowie Seitenstraßen der Kaiserstraße wie Douglas-, Karl-, Herren- und Ritterstraße. Zwei Container sind gerade neu in der Lammstraße zwischen Karlstadt und Technischem Rathaus aufgestellt worden, ein dritter folgt bald. Die Kasig versichert, dass dort aber jetzt die Baustellenfläche drastisch reduziert werde.

Marktplatz wird Mitte Juni frei

„Der Marktplatz soll bis Mitte Juni komplett frei sein“, sagt Kasig-Pressesprecher Achim Winkel. Auch die Baucontainer der BeMoTunnelling vor dem Rathaus würden in zwei Monaten verschwunden sein.
„Und wir streben an, dass im Juni auch das Ettlinger Tor wieder in Nord-Süd-Richtung für alle Verkehrsteilnehmer passierbar ist“, versichert Winkel. Demnach kann die Wiederherstellung der Karl-Friedrich-Straße zwischen Ettlinger Tor und Rondellplatz sowie der Ettlinger Straße vom Ettlinger Tor bis zur Baumeisterstraße in acht Wochen weitgehend abgeschlossen sein.

Für den Berliner Platz, der seit Jahren eine einzige Baustelle ist, soll ab Juli die Entspannung kommen. Bis dahin müssen dort noch Leitungen und Kanäle eingebaut werden über den gerade verschlossenen Transportluken in die U-Strab-Welt. Die Rohbauarbeiten für die U-Strab auch an den Treppen und Aufzügen seien nun auch dort getan, betont Winkel.

Nur noch bis Mitte Mai wird der Europaplatz laut Winkel von der U-Strab-Baustelle dominiert. Dort werde jetzt die Oberfläche wieder provisorisch hergestellt. In vier Wochen bleiben dann dort nur noch die Treppen- und Aufzug-Zonen selbst abgesperrt.