Stadtflitzer sind rot lackiert.
Ein zusätzliches Leihauto-System bringen die knallroten Kleinwagen mit der Aufschrift "Stadtflitzer" ins Kerngebiet Karlsruhes. Sie sind gefragt, konstatiert Stadtmobil-Chef Gunnar Petersohn. | Foto: jodo

Stadtflitzer setzen Farbtupfer

Leihauto-Anbieter Stadtmobil erweitert System

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Spontan ein Auto aufschließen, das am Straßenrand parkt. Damit fahren, so lange man will. Und den Wagen zuletzt mitten in der Fächerstadt abstellen, wo es für die eigenen Pläne am praktischsten ist – das ist neu für Karlsruher, die Car-Sharing nutzen. Start und Ziel müssen allerdings in einem bestimmten, zentrumsnahen Gebiet liegen.

Rote Stadtflitzer ergänzen Leihauto-Flotte

50 rot lackierte „Stadtflitzer“ setzen seit Juli, gerade zur Sommerpause, rote Tupfer im Stadtbild. Trotz der räumlichen Einschränkung ist die flexible Zusatzflotte des Leihauto-Anbieters Stadtmobil Karlsruhe vom Fleck weg gut gestartet, so die erste Zwischenbilanz von Geschäftsführer Gunnar Petersohn.

Mehr Flexibilität

Neu ist vor allem die Möglichkeit, nicht wieder zum Ausleihort zurückzukehren. Dennoch konkurrieren die Stadtflitzer Petersohns Auswertungen zufolge bisher zum geringeren Teil mit Bahn, Bus oder Leihrädern. Zugkräftiger sei die Option, spontan zuzugreifen und sich nicht auf einen Abgabezeitpunkt festzulegen.

Nachfrage ist da

Der ohnehin stete Teilnehmerzuwachs, zuletzt im Schnitt rund acht Prozent pro Jahr, sei im August erkennbar gestiegen. Auch wiederholte Blicke ins Buchungssystem bestätigen beständigen Zugriff. Eine farbige Übersichtskarte zeigt: An Nachmittagen typischer Werktage sind oft mindestens die Hälfte, mal auch drei Viertel aller Karlsruher Stadtflitzer auf Achse.

Die 50 Stadtmobil-Stadtflitzer der Marke VW Up können nur in einem klar umgrenzten Gebiet zwischen Weststadt, Beiertheim, Süd- und Oststadt übernommen und wieder abgestellt werden. Sie sind flexibel buchbar, maximal eine Woche lang. Berechnet wird letztlich die tatsächlich genutzte Zeit nach bestem Tarif.
Registrierte Stadtmobil-Teilnehmer erhalten direkt am Auto Zugang per Karte. Sie können ein Fahrzeug bis zu einer halben Stunde im voraus reservieren.

Höchste Car-Sharing-Dichte deutscher Großstädte

Stadtmobil Karlsruhe bietet die höchste Car-Sharing-Dichte aller deutschen Großstädte. Die Leihautoflotte ist damit ein wesentliches Element im urbanen Mobilitätsmix. Immer mehr Führerscheinbesitzer in und um Karlsruhe verzichten auf einen eigenen Pkw. Sie nutzen ausgebaute Radwege und das Nahverkehrsangebot des Karlsruher Verkehrsverbundes (KVV) mit Zweisystem-Stadtbahnen, Straßenbahnen und Buslinien einschließlich weitgehend kostenloser Fahrradmitnahme und kombinieren damit je nach Bedarf ein Leihauto – vom Mini-Pkw bis zum Kleinbus oder Transporter.

2,7 Fahrzeuge pro 1 000 Einwohner bietet Stadtmobil Karlsruhe, aktiv in der Technologieregion, Pforzheim, Heilbronn und Landau. Stadtmobil-Teilnehmergemeinschaften gibt es auch in Stuttgart, Hannover, Berlin und Trier, den Regionen Rhein-Neckar mit Mannheim und Heidelberg, Rhein-Main und Rhein-Ruhr.
Durch 50 neue Stadtflitzer ist die innerstädtische Autoflotte von Stadtmobil Karlsruhe von 700 auf 750 Fahrzeuge angewachsen.
15 000 Vertragspartner und insgesamt 18 000 Fahrtberechtigte zählt Stadtmobil Karlsruhe aktuell.

Ausdehnung nach dem Winter?

Noch wollen die Anbieter mit dem neuen Stadtflitzer-Modell weiter Erfahrungen sammeln, mindestens über die Wintermonate.

Es gab sofort entsprechende Anfragen

Doch angesichts bisher durchweg positiver Beobachtungen ist die Ausdehnung auf weitere Stadtteile, insbesondere Durlach und Neureut, nach Ettlingen und weiter in die Technologieregion hinaus bereits in der internen Diskussion. „Es gab sofort entsprechende Anfragen“, berichtet Petersohn.

Flexible Stadtflitzer-Flotte mit einfachen Regeln

Die Flexi-Flotte punktet auch dank einfacher Buchung, Benutzung und Abrechnung. Reservieren funktioniert per Internet oder via App.

Zugangskarte und Bordcomputer

Wer einen Stadtflitzer wählt, öffnet ihn per Zugangskarte, füttert einen Bordcomputer mit einem Code und fährt los – ohne Fahrtenbuch, bis zu einer Woche lang und wie mit allen Stadtmobilen nach Gusto in ganz Deutschland. Zwischendurch schließt man den Stadtflitzer wie gewohnt mit dem Schlüssel ab.

Rückgabegebiet ist fest umrissen

Ein Handbuch im Auto zeigt das Rückgabegebiet. Läuft das schief, kommt eine Sofortmail. Kosten laufen im Zehn-Minuten-Takt ab dem Moment, in dem der Stadtflitzer geöffnet wird. Zehn Minuten kosten 30 Cent, ab 40 Minuten greifen automatisch günstigere Pauschalen pro Stunde, Tag (20,50 Euro), Wochenende oder Woche. Der Kilometer kostet 19 Cent, ab 100 Kilometern 13 Cent.