Neu aufgestellt wird die Leitungsebene am Badischen Staatstheater Karlsruhe. | Foto: Artis

Leitungsriege wird weiblich

Vier Frauen fürs Staatstheater

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„Frischen Wind“ kündigt das Badische Staatstheater Karlsruhe in einer Pressemitteilung an, in der das Haus die künftige Besetzung der Spartenleitung bekannt gibt. In der kommenden Saison werden vier Frauen ihre Arbeit in Führungspositionen beginnen. Bereits bekannt war die Besetzung der Schauspieldirektion mit der Regisseurin Anna Bergmann. Am Dienstag hat das Theater nun mitgeteilt, dass auch die künftige Operndirektion weiblich besetzt ist.

Operndirektion: Nicole Braunger

Als Nachfolgerin von Michael Fichtenholz wurde Nicole Braunger vermeldet, die als „bestens vernetzter Musiktheater-Profi mit großer Sängerkenntnis“ die internationalen Beziehungen der Karlsruher Oper weiter ausbauen werde. Nach ihrem Studium in Wien war sie von 2006 bis 2010 als Sopranistin im Ensemble des Mecklenburgischen Staatstheaters Schwerin engagiert, arbeitete danach als Künstleragentin und vertritt seit 2017 als Leiterin der Regie-Abteilung der Agentur ARSIS – Artist Management in Wien Regisseure wie Kirill Serebrennikov, Keith Warner oder Harry Kupfer.

Ballettdirektion: Bridget Breiner

Erst in der übernächsten Spielzeit 2019/20, aber auf einem eminent wichtigen Posten im Gefüge des Staatstheaters, tritt Bridet Breiner ihr Amt als Ballettdirektorin an. Sie wird diese Aufgabe von der seit 2003 amtierenden Birgit Keil übernehmen, mit der sie eines gemeinsam hat: Breiner wirkte während ihrer Zeit als Tänzerin ebenfalls als erste Solistin für das Stuttgarter Ballett. Seit 2012 leitet sie das Ballett am Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen und hat für ihre Kreationen bereits zwei Mal den deutschen Theaterpreis „Der Faust“ erhalten: 2013 für „Ruß“ und 2015 „Charlotte Salomon: Der Tod und die Malerin“. In Karlsruhe soll sie die von Birgit Keil erfolgreich geprägte Linie des klassischen Balletts fortführen. Ihre Verpflichtung wurde von Kunstministerin Theresia Bauer besonders gewürdigt: Sie freue sich über „die Rückkehr einer großen Künstlerin nach Baden-Württemberg – in der Nachfolge der großartigen Birgit Keil, die für die überragende Qualität und internationale Strahlkraft des Balletts in Baden-Württemberg steht“, wird Bauer in der Mitteilung zitiert.

Volkstheater und Betriebsdirektion

Bereits zur nächsten Spielzeit übernimmt Stefanie Heiner, die seit 2009 die Theaterpädagogik des Jungen Theaters Weimar leitet, die Sparte Volkstheater von Beata Anna Schmutz. Und mit der Musik- und Theaterwissenschaftlerin Uta-Christine Deppermann habe man für die künstlerische Betriebsdirektion, deren derzeitige Leiterin Monika Pichler in den Ruhestand geht, „eine der führenden Betriebsdirektorinnen in Deutschland“ gewonnen, so das Staatstheater. Deppermann kommt vom Theater Magdeburg, wo sie die gleiche Position innehatte.

„Wir setzen einen starken Akzent“

„Mit diesen Theaterfachfrauen setzen wir einen starken Akzent“, wird Generalintendant Peter Spuhler zitiert. Er kündigt an: „Sie werden sich, auch spartenübergreifend, mit den gesellschaftlich relevanten Themen Geschlechtergerechtigkeit und Geschlechterverhältnisse auseinander setzen.“