Freudiges Wiedersehen: Oberbürgermeister Frank Mentrup begrüßte Bettina Lisbach als neue Bürgermeisterin für Umwelt und Gesundheit. Die Grünen-Politikerin kehrt nach drei Jahren im Landtag nun nach Karlsruhe zurück.
Freudiges Wiedersehen: Oberbürgermeister Frank Mentrup begrüßte Bettina Lisbach als neue Bürgermeisterin für Umwelt und Gesundheit. Die Grünen-Politikerin kehrt nach drei Jahren im Landtag nun nach Karlsruhe zurück. | Foto: Jörg Donecker

Rückkehr aus dem Landtag

Lisbach als neue Karlsruher Umwelt-Bürgermeisterin begrüßt

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In viele lächelnde Gesichter konnte Bettina Lisbach am Freitagnachmittag im Großen Sitzungssaal des Rathauses am Marktplatz blicken: Die Freude darüber, dass die 54-jährige Grünen-Politikerin vom Landtag jetzt als Bürgermeisterin für Umwelt und Gesundheit wieder zurück nach Karlsruhe gekommen ist, war offensichtlich.

„Alle hatten eine kleine Freudenkugel im Bauch“, beschrieb es Oberbürgermeister Frank Mentrup in seiner Begrüßungsrede. Die in Karlsruhe geborene Geoökologin habe bereits ihr Ehrenamt als Stadträtin mit viel Herzblut und Einsatzbereitschaft ausgefüllt, bevor sie nach den Landtagswahlen 2016 als Landtagsabgeordnete nach Stuttgart ging.

Bettina Lisbach folgt auf Klaus Stapf im Dezernat 5

Lisbach hat seit 1. Februar als Nachfolgerin von Klaus Stapf die Aufsicht über das Dezernat 5 in der Karlsruher Stadtverwaltung und ist somit für Natur- und Klimaschutz, Gesundheit – unter anderem für das Städtische Klinikum –, Brand- und Katastrophenschutz, Friedhofswesen, Abfallwirtschaft, Forst und Stadtgrün zuständig. „Ein breites Feld mit jeder Menge kreativem Potenzial“, so Mentrup.

Doch das Amt berge auch viele Herausforderungen und Interessenkonflikte. Zum Beispiel, wenn wie in Karlsruhe das Bedürfnis nach Wohnraum und das Bedürfnis nach Grünflächen aufeinandertreffen. Mit ihrem Bürgermeister-Kollegen Daniel Fluhrer vom Baudezernat habe sie sich noch nicht intensiv über dieses Thema unterhalten, sagte Lisbach im Gespräch mit den BNN.

Den Ansatz der so genannten doppelten Innenentwicklung halte sie aber für sehr interessant: Dabei würden beim Bau neuen Wohnraums frei werdende Flächen bewusst entsiegelt. Sie stelle sich auch grüne Quartiere vor, die viele Menschen nutzen können, etwa so, wie es der Rahmenplan für die Waldstadt vorsehe.

Klimawandel ist heute realer denn je

Als Bürgermeisterin will sie sich in Karlsruhe unter anderem für „gesunde und gute Lebensbedingungen“ einsetzen. Darunter verstehe sie „viel Grün und eine hohe Lebensqualität, wo man gerne verweilt und die Menschen gerne und gesund leben können – und zwar alle“, erklärte Lisbach. „Die Bedrohung durch den Klimawandel ist heute realer denn je“, sagte sie in ihrer Antrittsrede. Für das Karlsruher Klimaschutzkonzept wolle sie an „ambitionierten, aber realisierbaren Zielen“ arbeiten.

Beim Thema Forststrukturreform wolle sie sich für Kooperationsmöglichkeiten beim Land einsetzen. „Ich weiß, Sie erwarten noch mehr von mir als Umwelt- und Klimaschutz“, sagte Lisbach an ihre Gäste gewandt. Das Amt für Abfallwirtschaft, bei dem die Umstrukturierung zum Eigenbetrieb ansteht, fällt ebenso in ihren Zuständigkeitsbereich wie das Städtische Klinikum.

„Die schwierige wirtschaftliche Lage hängt auch mit der bundesweiten Situation zusammen“, so Lisbach. Neben einer zügigen Umsetzung der Bauarbeiten wolle sie darauf hin wirken, die Attraktivität des Klinikums als Arbeitgeber zu steigern. Für ihre Arbeit als Bürgermeisterin setze sie auf „motivierte Teams, ein gutes Miteinander und gegenseitige Wertschätzung.“